Der Aarauer Christoph Karbacher lässt die alte Bierbrauer-Tradition wieder aufleben

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Christoph Karbacher startet neu mit Barkracher und besinnt sich auf alte Werte (Bruno Kissling)

Firmenerfolge werden gerne als Familiengeschichte erzählt. Wenn Unternehmer den Bezug herstellen können, zwischen einer vergangenen Epoche und einem für die Zukunft geplanten Geschäftsmodell, dann tun sie das. Die Geschichte vom Bier Karbacher währt so gesehen bereits 135 Jahre – und sie geht weiter. Denn jetzt fügt Christoph Karbacher, zusammen mit seinem Geschäftspartner, der Firmengeschichte ab Januar 2021 ein neues Kapitel hinzu.

Sein Ururgrossvater war es, der sich ab 1886, in der Wirtschaft Karbacher in Schönenwerd mit seiner Bierbraukunst einen Namen machte. Das Handwerk wurde innerhalb der Familie weitergeführt, bis Christophs Vater, Paul Karbacher, 2008 aufgrund gesundheitlicher Probleme den Betrieb einstellen musste.

Bier ist anlässlich eines Jubiläums entstanden

Die Rezeptur des über die Kantonsgrenzen hinaus bekannten Köhler-Biers wurde in Form einer Lizenz an eine Brauerei im Kanton Appenzell Innerrhoden übertragen. So kam es, dass das limitierte Spezialbier nie aus den Regalen und Zapfhähnen verschwand. Christophs Vater lancierte das Bier in den Neunzigern, anlässlich des 125-jährigen Bestehens der Bürgergemeinde Schönenwerd. Damals wurde extra ein Kohlemeiler errichtet, daher der Name. Weil sich das Hopfengetränk einer grossen Beliebtheit erfreute, wurde es weiterhin hergestellt.

Christoph Karbacher absolvierte nach der Schulzeit ein Wirtschaftsstudium. Er wurde Projektleiter und lebt heute in Aarau. Seine Wurzeln liegen jedoch im Niederamt und seine Erinnerungen erzählen von freien Nachmittagen, die er mit seinem Vater in der Brauerei verbrachte: «Auch in meinen Ferien hielt ich mich an vielen Tagen dort auf und half mit», erzählt er. Und: «Die Verbundenheit mit dieser Geschichte ist sicher noch vorhanden und hat mich nie ganz losgelassen.»

Bereits vor drei Jahren besann er sich auf die Familientradition der Karbachers und machte erste eigene Schritte als Brauer. Mit einem Freund gründete er 2018 die Barkracher GmbH: «Ein lustiges Wortspiel und gleichzeitig eine Reminiszenz an unsere über Generationen gelebte Tradition des Bierbrauens», führt Christoph Karbacher aus. Das junge Start-up tüftelte an frischen Rezepturen. In Jahresfolge entstanden so die Biere «lustig», «süffig» und «hell». Auch sie werden in Zusammenarbeit mit einer Brauerei extern hergestellt. «Nun haben wir uns entschlossen, den Lizenzvertrag für das Köhler-Bier zu kündigen. Ab Januar soll es unter der Marke «Barkracher» produziert werden und damit wieder in Familienhand gelangen», sagt der Jungunternehmer. «Wir fanden einen Partnerbetrieb, der die nötige Qualität mitbringt und uns auch ein Wachstum ermöglicht.» Die vier Barkracher-Biere werden in Zukunft alle in Einsiedeln von der Brauerei Rosengarten hergestellt. Karbacher spürt mit seinem Namen auch eine Bürde: «Ich habe auch Respekt vor diesem Schritt. Der Name Karbacher hat einen Ruf, dem wollen wir gerecht werden.» Gefragt, was sein Vater Paul zum Wiederaufleben der alten Tradition meint, sagt Christoph Karbacher: «Er hat sicher Freude und ist auch stolz.»

«Wo wir in fünf Jahren stehen, kann ich nicht sagen»

Nach zwölf Jahren im Exil kehrt das Köhler-Bier wieder in die Familie zurück. Und wie steht es um den Ursprungsort Schönenwerd? Christoph Karbacher bleibt vage. Und verrät dennoch: «Es ist sicher eine Vision, die ich im Hinterkopf habe. Dafür müssen mehrere Faktoren zusammenspielen. Der Absatz müsste die nötigen Investitionen rechtfertigen. Wo wir in fünf Jahren mit Barkracher stehen, kann ich nicht sagen.»

Vorerst kümmern sich mit Christoph Karbacher vier Personen um den Vertrieb der Marke. Durstige können die Getränke in einigen Betrieben der Region bestellen. Auch mehrere Getränkehändler führen die Biere im Sortiment. Wenn die drei neuen Biere einen ähnlichen Erfolg wie das Köhler-Bier zeitigen, ist es möglich, dass in Zukunft wieder Leben in die Brauerei in Schönenwerd kommt. Dort schlummern noch einige alte Anlagen und Kupfertanke. Und mit ihnen die Erinnerung an eine vergangene Zeit.

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