Nichts gewonnen gilt im Fall von Géraldine Ruckstuhl für einmal nicht

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Über die Weihnachtstage musste Leichtathletin Géraldine Ruckstuhl eine herbe Enttäuschung verkraften. (Bild: Keystone/Anthony Anex)

Knapp 700 Kilometer östlich von Madagaskar liegt sie, die Insel La Réunion. Das französische Übersee-Departement im Indischen Ozean ist für sein vulkanisches, von Regenwald bedecktes Inland, seine Korallenriffe und Strände bekannt. Während La Réunion für so manchen Touristen ein Paradies darstellt, hat die Insel bei Géraldine Ruckstuhl einen zwiespältigen Eindruck hinterlassen.

Die 22-jährige, in Altbüron aufgewachsene Siebenkämpferin wurde kurz vor Weihnachten zum «Meeting de la Réunion» eingeladen. Gewillt, sich die wegen Corona selten gewordene Gelegenheit eines Wettkampfes nicht entgehen zu lassen, trat Géraldine Ruckstuhl die lange Reise an – und kehrte wenige Tage später mit grosser Enttäuschung nach Hause zurück. Über 100 Meter Hürden und 200 Meter sowie im Hoch- und Weitsprung landete Ruckstuhl im Vergleich mit anderen Weltklasse-Athletinnen jeweils auf dem letzten Platz, nur im Kugelstossen (Rang 3) und in ihrer Paradedisziplin Speerwurf (2) vermochte die Luzernerin einigermassen zu überzeugen.

Eine Premiere, die sich nicht mehr wiederholen soll
Wegen der ernüchternden Resultate entschloss sich Ruckstuhl vor dem abschliessenden 800-Meter-Lauf zur Aufgabe – der ersten überhaupt in ihrer Karriere. «Der Lauf ist sehr streng, man gibt nochmals alles. In diesem Moment war mir aber klar, dass das nichts bringt», sagt Ruckstuhl. Obwohl sie diese Premiere als gute Erfahrung bezeichnet, soll das in Zukunft nicht mehr vorkommen.

Ihren resultatmässig missglückten Auftritt führt die U18-Welt- und U23-Europameisterin auf verschiedene Faktoren zurück. «Wegen der im Sommer erlittenen Zerrung im Fuss lagen erst acht reguläre Trainingswochen hinter mir, hinzu kam die lange Anreise», sagt Ruckstuhl. Ausserdem sei sie noch nie im Winter mitten im Aufbau an einem Siebenkampf gestartet. «Ich habe keine Vergleichswerte und darum ist es schwierig, das Erlebte einzuordnen», sagt sie.

Viele Erkenntnisse und eine neue Trainerin
Mit ein paar Tagen Abstand kann Géraldine Ruckstuhl dem nicht nach Wunsch verlaufenen Wettkampf trotzdem einige positive Aspekte abgewinnen. «Es war ein wichtiger Formtest. Ich wollte nach der langen Verletzungspause sehen, wo ich stehe», sagt die Schweizer Rekordhalterin im Speerwurf und Siebenkampf. Nach den zwei Tagen auf La Réunion wisse nun ihr ganzes Team, in welchen Bereichen in den kommenden Wochen gearbeitet werden müsse. «Ich will viel in meinen Speed investieren, darauf legen wir im Winteraufbau den Schwerpunkt», erklärt Ruckstuhl. Nebenbei möchte sie an den technischen Details feilen, «damit ich diese im Griff habe».

Ebenso wichtig sei es gewesen, wieder einmal gemeinsam mit ihrem Coach Terry McHugh einen Wettkampf zu bestreiten. «Letztes Jahr gab es keine Gelegenheit dazu. Mit diesem Einsatz auf La Réunion konnten wir wieder in unseren Rhythmus finden für die Saison 2021 mit den Olympischen Sommerspielen in Tokio als Höhepunkt», sagt Ruckstuhl, die seit November auch von Rita Schönenberger betreut wird. Ruckstuhl hofft, vom Knowhow der ehemaligen Schweizer Hürdenläuferin und Weitspringerin, die an Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen teilnahm, profitieren zu können. «Das bezieht sich vor allem auf den technischen Bereich des Weitsprungs», sagt Ruckstuhl, die deshalb konsequent einmal pro Woche ein Weitsprung-Training bestreiten will. «Rita ist eine gute Unterstützung für mich. Ich kann bereits einige Dinge adaptieren», sagt sie.

Ihre Aufbauphase hat Géraldine Ruckstuhl auf das traditionell stark besetzte Mehrkampfmeeting in Götzis (Ö) von Ende Mai ausgerichtet. Einen Start während der Hallensaison lässt sie wegen der ungewissen Situation offen. «Noch ist unklar, ob die Wettkämpfe stattfinden. Für mich wäre es nicht zielführend, wenn ich den Fokus auf die Halle legen würde und dann alles abgesagt wird», sagt Ruckstuhl.

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