Online-Anhörung läuft: Kritik am Projekt Oltnerstrasse wegen zu hoher Kosten

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Wird als Luxus bezeichnet: die geplante Flaniermeile Richtung Aarburg. Bild: Visualisierung/zvg

Das Projekt Oltnerstrasse sorgt in Aarburg für Diskussionsstoff. Inzwischen läuft die Online-Anhörung des Grossprojekts (das ZT berichtete). Eine Gruppe um alt Gemeindeammann Karl Grob (FDP) sowie auch den EDU-Grossrat Martin Bossert stört sich ob den Plänen. Sie kritisiert vor allem die Kosten. Vor gut einem Jahr wurden Karl Grob und weitere Personen nach Aarau zu einer Sitzung eingeladen. «Dabei wurde uns die Gelegenheit gegeben, unsere Argumente gegen dieses Projekt darzulegen.» Die Forderung: Dieses soll vereinfacht und günstiger gestaltet werden. Heisst: Verzicht auf doppelte Radwege und die «luxuriöse Gestaltung des Strassenraums ‹Flaniermeile›».

Inzwischen wurde das Projekt leicht abgeändert. Richtung Olten gibt es eine Busspur und einen Radstreifen. Richtung Aarburg ist eine Busspur mit Radstreifen sowie ein Fuss- und Veloweg eingeplant. Gemäss Grob würde ein Radstreifen auf der Busspur Richtung Aarburg reichen.

Bäume als Trennung und Schattenspender

Marcel Siegrist, zuständiger Projektleiter beim Kanton, erklärt: «Es wurde grosser Wert auf die Sicherheit der Radfah- renden gelegt. Ein separater Radstreifen neben der Busspur bietet grössere Sicherheit für Radfahrende als das Fahren auf einer überbreiten Busspur.» Der zusätzlich erforderliche Platzbedarf für separate Fahrstreifen für Bus und Radfahrende sei minimal und betrage nur 50 Zentimeter. Der Projektleiter geht davon aus, dass die langsameren und vorsichtigeren Radfahrenden auf dem Parallelweg fahren werden und der Radstreifen auf der Kantonsstrasse hauptsächlich von denen genutzt wird, die schneller fahren.

Zur kritisierten «Flaniermeile» entgegnet Siegrist, dass eine gewisse Breite des Gehwegs erforderlich ist, da hier auch die Velofahrer zugelassen sind. «Die Bäume sorgen für eine optische Trennung zwischen dem Fuss- und Veloverkehr und der Kantonsstrasse. Zusätzlich dienen die Bäume der Aufwertung des Ortsbilds. Und sie spenden Schatten im Sommer.»

Für Unverständnis sorgen bei Grob und Bossert auch die Kosten, die inzwischen von 30 Millionen Franken auf 36,6 Millionen Franken gestiegen sind. Der Bund finanziert 7,47 Millionen aus dem Agglomerationsprogramm 3. Generation, der Kantonsbeitrag ist mit 20,904 Millionen vorgesehen und die Gemeinde Aarburg wird rund 8,246 Millionen Franken aufwenden. Grund für die Kostensteigerung seien die Ergebnisse der Baugrunduntersuchung. «Es zeigte sich, dass die Fundation der Auskragung des Rad-/Gehwegs über die Aare im Ausserortsabschnitt sehr aufwändig und teuer ist. Zudem müssen die Stützmauern im Ausserortsabschnitt komplett erneuert werden», erklärt Siegrist. «Auch muss auf der ganzen Projektlänge die Fundationsschicht der Kantonsstrasse komplett ausgewechselt werden.» Dabei würden alleine für die Entsorgung der belasteten Beläge Kosten von rund 800 000 Franken anfallen.

«Luxus-Variante muss hinterfragt werden»

EDU-Grossart Bossert versteht, dass das fahrplanmässige Vorankommen der Busse sichergestellt sein muss. Zudem werde mit dieser Lösung der Rückstau des Verkehrs aus Olten nicht reduziert. Er ergänzt: «Die Visualisierung der hauptsächlich als Autobahnanschluss aus und nach Olten benutzten Strasse mit mehreren Fahrstreifen und Flaniermeile zeigt eine luxuriöse Variante, die aus meiner Sicht zwingend hinterfragt werden muss.» Bossert ist überzeugt, dass durch eine vereinfachte Lösung die Kosten tiefer ausfallen werden.

Die Anhörung läuft noch bis am 12. März online. Vor der öffentlichen Projektauflage soll eine Informationsveranstaltung durchgeführt werden. Die Projektauflage ist im Mai 2021 vorgesehen.

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