«Die Patientin sah aus wie neu»: SRF-«DOK»-Hauptprotagonistin wird in Lenzburg operiert

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Der «Truthahnhals» störte sie: Maria Müller (70) vor (links) und nach dem Eingriff, der in der TV-Sendung zu sehen ist. © zvg Bild: SRF

Sie ist 70 Jahre alt, heisst Maria Müller, fühlt sich jünger, als sie glaubte, auszusehen. Sie ist in den letzten Jahren fast nur noch mit einem Halstuch herumgelaufen, hat sich an dem gestört, was man umgangssprachlich «Truthahnhals» nennt. Dann sah sie in der Sendung «LifeStyle» (wird unter anderem von Tele M1 ausgestrahlt), wie bei einer Frau dieser Makel chirurgisch entfernt worden ist. Und schliesslich hatte sie den Mut, sich selbst operieren zu lassen – vor der ganzen Fernsehnation.

Maria Müller ist die Hauptprotagonistin in der SRF-«DOK»: «Das optimierte Gesicht – Von Botox, Fillern und Facelifts» (Donnerstag, 20.15 Uhr). Operiert wurde sie in Lenzburg. Von Sascha Dunst (53), Facharzt FMH für Plastische und Ästhetische Chirurgie bei Skinmed, der Klinik von AZ-Kolumnist Felix Bertram (46).

Eingriff dauerte gegen vier Stunden

Der Zuschauer lernt im Film Maria Müller kennen. Wie sie in Wetzikon, ZH lebt. Wie sie, die noch nie mit ästhetischer Chirurgie zu tun hatte, dem Doktor ihren schlaffen Hals zeigt, sich ein Lifting im unteren Gesichtshalsbereich wünscht. «Die Schlupflider störten sie nicht, nur der Truthahnhals», berichtet Sascha Dunst.

Die Operation dauerte gegen vier Stunden. Wie bei derartigen Faceliftings üblich, wurde die Haut nach hinten gezogen und das überflüssige Gewebe im Bereich der Ohren herausgeschnitten. Die Patientin blieb eine Nacht lang in der Klinik. Dick einbandagiert. Am Morgen danach der Moment des Enthüllens – vor laufender Kamera. «Die Patientin sah aus wie neu», erklärt Dunst. Sie habe keinerlei Schwellungen gehabt, sei mit dem Erreichten sehr zufrieden. Mit dem Eingriff, der laut Skinmed-Internetseite 12500 Franken kostet. Maria Müller läuft jetzt nur noch dann mit dem Halstuch herum, wenn es draussen kalt ist.

Jährlich rund 90'000 Schönheitsoperationen

Im SRF-«DOK» sind noch zwei weitere Patientinnen von Sascha Dunst zu sehen: eine 44-Jährige, die sich mit Botulinumtoxin und Hyaluronsäure die Falten und Lippen unterspritzen lässt, und eine 37-Jährige, die eine Gesichtsverjüngung mit Eigenblut macht (ein sogenanntes «Vampirlifting»). Es wird im SRF-«DOK» auch der Fall einer 50-Jährigen gezeigt, die sich in einer Luzerner Klinik die Augenlider operieren und das Gesicht mit Eigenfett und Botox aufspritzen lässt. Weil sie sich «mehr Zufriedenheit und Chancen auf dem ‹Single›-Markt erhofft», wie es in der SRF-Medienmitteilung heisst.

In der Schweiz werden laut Schätzung der Gesellschaft für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie «Swiss Plastic Surgery» jährlich rund 90'000 Schönheitsoperationen durchgeführt. Diese sind nicht unbestritten, wie die Ethikerin Ruth Baumann-Hölzle im «DOK»-Film darlegt. Zu Wort kommt auch die ehemalige Miss Schweiz und heutige Komikerin Stéphanie Berger. Sie sagt: «Eine Lebendigkeit im Gesicht ist mir viel wichtiger als irgendwelche Falten.»

Nicht mehr die «gezogenen, maskenhaften Gesichter»

Sascha Dunst zählt zu den gefragtesten plastischen Chirurgen der Schweiz und hat über 17 Jahre Erfahrung in der Branche. Er erinnert daran, dass früher Faceliftings mit «gezogenen, maskenhaften Gesichtern» gleichgesetzt wurden. Dies sei aber schon lange vorbei, wie man auch im «DOK»-Beitrag sehe. «Heute bleiben sie natürlich», so Dunst. «Das Facelifting hebt die Ausstrahlung, entfernt gewisse Alterszeichen – ohne dass der Charakter des Gesichts leidet.»

Möglichkeiten werden in der Beratung aufgezeigt

Die Ansprüche der Patientinnen und Patienten seien mit den Jahren gestiegen. Aber auch die Fähigkeiten der Ärzte. Denn Medizin sei eine Erfahrungswissenschaft kombiniert mit dem Willen, innovativ zu sein, Neues herauszufinden. Neben den Faceliftings haben sich auch die Möglichkeiten der Unterspritzungen deutlich weiterentwickelt. Moderne Methoden wie die Gesichtsverjüngung mit Radiofrequenz sind weitere neue Möglichkeiten. «Viele Korrekturen kann man ohne Operation bewirken. Aber auch die Kombination aus Operation und weiteren Methoden kann das Mittel der Wahl sein.» Die Möglichkeiten und ihre Vor- und Nachteile werden vom Arzt in der Beratung aufgezeigt.

Aus Sicht des Arztes sind kosmetische Eingriffe salonfähig geworden. Und das in allen Schichten und in allen Altersklassen.

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