Findet die Luzerner Fasnacht 2021 digital statt?

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Zwei Wegere-Häxe unterwegs am Umzug in Dagmersellen 2019. Bild: Rosmarie Brunner

Noch 22 Tage, dann würde die Lozärner Fasnacht 2021 beginnen. Doch der Schmutzige Donnerstag wird dieses Jahr wie viele andere Veranstaltungen ganz anders über die Bühne gehen müssen. Statt rüüdigem Treiben gilt Abstandhalten. Hygienemasken ersetzen kreativ gebastelte Grinde.

Grosse Enttäuschung herrscht auch im oberen Wiggertal. Viele Fasnachtsgruppen haben die Fasnachtsabsage bereits im alten Jahr kommuniziert. Die vor kurzem getätigten Verschärfungen bis Ende Februar haben laut Marcel Felder, Präsident der Häppereschweller Dagmersellen, jeglichen Spielraum für kleinere Events entzogen. «Wir haben uns die Möglichkeit offengelassen, sofern sich die Situation entspannen sollte bis Anfang Februar, einen Event am Fasnachtswochenende, also wenn der Häppereball wäre, zu organisieren. Das ist nun ebenfalls nicht mehr möglich», so Felder.

Plakette unter dem Motto «d Fasnacht im Härz»

In Reiden soll die Dorfdekoration wenigstens optisch an die Fasnacht erinnern. So sagt Rita Stanger, Präsidentin der Fasnachtsgesellschaft Reiden: «Mit der Dorfdeko möchten wir etwas Farbe ins Dorf bringen.» Ob und wie die acht Vorstandsfrauen am SchmuDo im Dorf präsent sein werden, müsste kurzfristig entschieden werden. Mit einer Spezialplakette unter dem Motto «d Fasnacht im Härz» soll immerhin ein bisschen Normalität gewahrt werden. «Die Plakette wird in den nächsten Wochen verteilt, inklusive einer kleinen Überraschung», verrät Stanger.

Die Digitalisierung macht auch vor den Fasnächtlern nicht halt. So eruiert das Team um Vinzenz van den Berg, Präsident der Guggenmusig knokker Pfaffnau, ob und in welcher Form doch noch ein närrisches Treiben stattfinden könnte. Auch in Altishofen könnte die Fasnacht 2021 ein neues Gesicht erhalten, wie David Fischer von den Schlossruuggern Altishofen erzählt: «Digital ist vieles möglich, deshalb planen wir sicherlich einen Event auf digitaler Ebene während der eigentlichen Fasnachtswoche. Wie dieser genau aussehen wird, ist aber noch nicht abschliessend geplant.»

Nebst Traurigkeit herrscht natürlich auch viel Verständnis für die getroffenen Entscheidungen. So ist man in der Pfyfferzunft Altishofen laut der Umzugsverantwortlichen Sabine Meier enttäuscht, aber: «Es wird akzeptiert.» Vinzenz van den Berg ergänzt: «Das oberste Ziel ist es momentan, die Ausbreitung des Virus zu stoppen. Dafür braucht es Massnahmen, die ja nicht nur die Fasnacht, sondern das gesamte gesellschaftliche Leben betreffen.» Auch wenn das Herz des Fasnächtlers im Moment schmerze, wisse man doch, dass das in der jetzigen Situation das einzig Richtige sei. Doch Rita Stanger weiss: «Gerade in dieser Zeit würde es so guttun, wieder mal ausgelassen fröhlich zu sein.» Viele seien dankbar, dass sie 2020 eine tolle Fasnacht feiern konnten: «Ich denke fest an alle, die bereits das zweite Jahr nicht feiern dürfen!», so die Präsidentin der Fasnachtsgesellschaft Reiden. Vinzenz van den Berg freut sich vor allem wieder auf eines: unbeschwert gemeinsam Zeit zu verbringen, ohne Social Distancing und Masken – bei Letzterem macht er für Fasnachtsmasken natürlich eine Ausnahme.

 

Die Lozärner Fasnacht lebt!

Lozärner Fasnacht Im Herbst informierte das Lozärner Fasnachtskomitee (LFK) über die Absage sämtlicher Veranstaltungen. Bereits im Frühling war aber klar, dass unabhängig von der Pandemieentwicklung eine Fasnachtsplakette erstellt werden soll. Entworfen hat sie der Künstler Roger Stalder aus Sursee. Das Motto der Plakette lautet: «Metenand a d’Fasnacht». Ausserdem ersetzt das Fasnachtsmagazin das Umzugs-Booklet. Das neu geschaffene Magazin sowie die Plakette können unter www.lfk.ch bestellt werden. Im Magazin kommen inhaltlich verschiedene Themen zum Zug: Historisches in Sachen Fasnacht (beispielsweise die Fasnacht vor hundert Jahren während der Spanischen Grippe oder den Kriegsjahren) oder auch Interviews mit Fasnachtsprotagonisten und -persönlichkeiten. (kpe)

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