Impf-Privilegien für prominenten Aargauer Arzt Markus Wopmann

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Markus Wopmann war bis zu seiner Pensionierung letztes Jahr Chefarzt der Kinderklinik des Kantonsspitals Baden. Nun leitet er das KSB-Impfzentrum. © Sandra Ardizzone (29. Januar 2015

Der Impfstoff ist knapp. Deshalb gelten klare und strenge Kriterien, wer aktuell geimpft werden darf. Umso grösser ist der Unmut, wenn der Verdacht im Raum steht, einige wenige hätten privilegierten Zugang zur begehrten Covid-Impfung.

Letzte Woche berichtete der «Tages-Anzeiger», dass sich Johann Rupert, der südafrikanische Unternehmer und Hirslanden-Mitbesitzer, im Thurgau vorzeitig gegen Covid-19 impfen liess. 

Am Samstag machte die AZ publik, dass auch Marco Fischer, der CEO des Basler Kinderspitals, bereits geimpft ist. Als CEO ist er nicht an der Front tätig. Aber er gehöre zu den «systemrelevanten Mitarbeitern», sagte Fischer.

In einem Brief an die Redaktion fragt ein AZ-Leser: «Warum suchen Sie Beispiele aus der Ferne, wenn es direkt vor der Haustüre genau so verwerfliche Beispiele gibt?»

Er führt aus, das Personal des Kantonsspitals Baden (KSB) koche, weil der Leiter des Impfzentrums sich gleich als Erstes als «Testlauf» geimpft habe. Der Briefschreiber findet dies eine «absolute Frechheit», weil das Personal mit direktem Covid-Kontakt bis auf weiteres wegen Impfstoffmangel nicht geimpft werden könne.

Der pensionierte Chefarzt ist erst 65 Jahre alt

Der Leiter des KSB-Impfzentrums ist Markus Wopmann (65). Sein Name ist vielen ein Begriff. Bis zu seiner Pensionierung letztes Jahr war er Chefarzt der Kinderklinik am KSB. 2017 wurde er wegen seiner Pionierarbeit im Kinderschutz zum Aargauer des Jahres gewählt.

Und nun gehört er zu den ersten, die geimpft wurden – obwohl er noch nicht 75 Jahre alt ist und als Leiter des Impfzentrums dem Virus auch nicht besonders ausgesetzt ist.

Testlauf mit «einer bescheidenen Menge» an Impfstoff

KSB-Mediensprecher Omar Gisler bestätigt auf Anfrage, dass Wopmann schon geimpft wurde. Im Rahmen der Einrichtung des Impfzentrums sei es am 28. Dezember zu einem Probelauf gekommen. «Dabei wurden die Anmeldung, die IT-Prozesse sowie das Impfprozedere getestet», sagt Gisler.

Verimpft wurde an diesem Tag laut Gisler «eine bescheidene Menge» an Impfstoff. Rund 50 Spitalmitarbeitende aus Risikogruppen und von Risikoabteilungen hätten so die Möglichkeit erhalten, sich impfen zu lassen – unter ihnen diverse Ärzte im Alter von über 65 Jahren, unter anderem auch Markus Wopmann.

Omar Gisler betont: «Dieses Vorgehen entsprach den damals gültigen Vorgaben des Kantons und des Bundes und wurde so auch intern kommuniziert.»

Personen über 65 Jahre, Personen mit Vorerkrankungen oder Personen, die in engem Kontakt mit Covid-Patienten stehen, hätten zum damaligen Zeitpunkt geimpft werden dürfen.

Keine Vorzugsbehandlung für die Spitalleitung

Im Übrigen seien im KSB – bis auf eine Ausnahme aus der Ärzteschaft – weder die Mitglieder des Verwaltungsrates noch der Geschäftsleitung geimpft worden. Gisler stellt klar:

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