Managerlöhne: Novartis-Chef Vas Narasimhan verdient fast doppelt so viel wie beim Amtsantritt

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Der Novartis-Chef Vas Narasimhan darf sich über einen hohen Managerlohn freuen. ZVG
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Novartis-Chef Vas Narasimhan hat eine rasante Karriere hingelegt. Mit 41 Jahren erreichte der Amerikaner mit indischen Wurzeln den obersten operativen Posten des Pharmakonzerns. Mit etwas Verzögerung hat er nun auch die obersten Sphären in Sachen Managerlöhne erreicht, wie das am Dienstag mitgeteilte Jahresergebnis von Novartis zeigt.

Wurde ihm in seinem ersten Jahr als Konzernchef 2018 noch 6,7 Millionen Franken in Form von Bargeld und Aktien ausbezahlt, sind es nun für das abgelaufene Jahr 2020 bereits 12,7 Millionen Franken. Das ist fast doppelt so viel. Im Vergleich zum Vorjahr betrug die Steigerung 20 Prozent.

Mit dem Chef des Konkurrenten Roche, Severin Schwan, kann er aber noch nicht mithalten. Dieser verdiente im Jahr 2019 etwa über 15 Millionen Franken. Die Grossbanker hat Vas, wie er intern genannt wird, jedoch übertroffen. Ex-UBS-Chef Sergio Ermotti erhielt 2019 ein Salär von rund 12,5 Millionen Franken. Credit-Suisse-Chef Tidjane Thiam musste damals eine Einbusse von 2 Millionen hinnehmen und kam auf 10,7 Millionen Franken. Die aktuellen Löhne der beiden Grossbanken werden in den nächsten Wochen publiziert.

Ein passables Jahr: Gewinn trotz Corona

Die Berechnung der Managerlöhne ist wie andernorts auch bei Novartis eine höhere Wissenschaft. So wird Vas an finanziellen Zielen gemessen, aber auch an Dingen wie Innovation, Digitalisierung und Firmenkultur. Die meisten Ziele hat er erfüllt oder gar übertroffen.

Rein finanziell gesehen hat Novartis ein passables Jahr hinter sich. So stieg der Umsatz 2020 um 3 Prozent auf 48,7 Milliarden Dollar. Derweil kletterte der Gewinn um 13 Prozent auf 8,1 Milliarden Dollar. Die Verkäufe wurden durch die Pandemie belastet. Die Corona-bedingten Lockdowns in zahlreichen Ländern haben sich auf mehrere Therapiegebiete negativ ausgewirkt. Dies traf vor allem das Augenheilgeschäft, die Behandlung von Hautkrankheiten und das Generikageschäft der Tochter Sandoz, das vor allem wegen tieferer Umsätze mit Privatkunden litt.

So sei etwa das Geschäft mit Grippemitteln wegen Corona so schwach wie noch nie verlaufen, sagte Sandoz-Chef Richard Saynor an einer virtuellen Medienkonferenz. Gespürt hat die Generikasparte von Novartis die geringe Zahl von Operationen, die Patienten wegen der Situation in den Spitälern aufgeschoben haben. Schliesslich wurden auch ältere Krebsmedikamente weniger eingesetzt.

Im Pharmageschäft sind die Umsatztreiber nach wie vor die beiden Medikamente Entresto gegen Herzschwäche und Cosentyx gegen Entzündungskrankheiten wie Schuppenflechte. Allein mit Cosentyx spielte Novartis knapp 4 Milliarden Dollar ein, bei Entresto sind es 2,5 Milliarden.

Ein wichtiges finanzielles Ziel betrifft die Marge. In den vergangenen drei Jahren sparte das Unternehmen zwei Milliarden Dollar an Kosten ein. Dadurch stieg die Marge auf Ebene Betriebsgewinn von 19,2 auf 20,9 Prozent. Daran werde nun weiter gearbeitet, sagte Finanzchef Harry Kirsch. So will Novartis das Produktionsnetzwerk weiter optimieren, indem zusätzliche Werke verkauft werden sollen.

Digital-Chef geht, weil er selber Konzernchef werden will

In der Schweiz bekamen dies die Angestellten in Stein AG bereits zu spüren. Im Jahr 2018 gab Novartis einen Abbau von 2100 Stellen in der Schweiz bekannt, davon 700 in Stein, wo Medikamente hergestellt werden. Da im Fricktal die Produktion eines neuen Medikaments aufgebaut wird, konnten ein Teil der vom Abbau betroffenen Mitarbeiter am neuen Ort eingesetzt werden.

In der Konzernleitung kommt es derweil zu einem Abgang. Der Belgier Bertrand Bodson, der als Chief Digital Officer bei Novartis tätig ist, verlässt den Pharmakonzern per Ende Monat. Bodson, der Anfang 2018 mit viel Vorschusslorbeeren bei Novartis begann, strebt nach Höherem. Er habe «angedeutet, dass sein nächstes Ziel die Leitung eines globalen Unternehmens ist», schreibt der Pharmakonzern in einer Mitteilung.

Seine Stelle übernimmt Robert Weltevreden. Der Niederländer wird den neu gegründeten Bereich Customer & Technology Solutions leiten. Dazu wird die Sparte Novartis Business Services gehören, die vor allem die Konzernfunktionen zusammenfasst.

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