Die Null soll beim EHC Olten nicht mehr stehen

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Fordert mehr Konstanz: EHCO-Stürmer Silvan Wyss. (Bild: Schumacher/Freshfocus)

Etwas mehr als drei Wochen ist es her, seit der EHC Olten letztmals in einem Meisterschaftsspiel der Swiss League im ersten Drittel einen Treffer erzielt hat. Am 7. Januar, in der Partie gegen die EVZ Academy, traf Brennan Othmann in der 8. Minute zum 1:0. Am Ende gewann der EHCO das Spiel souverän mit 5:1. Es war damals der achte Sieg in Serie.

Fünfmal im Rückstand, viermal verloren

Dass diese Erfolgssträhne danach endete, ist kein Zufall. In den folgenden sieben Begegnungen stand bei den Oltnern nach 20 Minuten nämlich konstant die Null auf der Habenseite. Fünfmal lag man nach dem ersten Drittel in Rückstand und ging schliesslich viermal als Verlierer vom Eis. Lediglich gegen die Ticino Rockets gelang in extremis noch ein Sieg nach Penaltyschiessen.

«Das ist interessant. Dessen war ich mir gar nicht bewusst», zeigt sich EHCO-Headcoach Fredrik Söderström überrascht über diese statistische Auffälligkeit. «Was ich aber sicher weiss, ist, dass es für uns einen grossen Unterschied macht, ob wir das erste Tor erzielen oder der Gegner. Gelingt es uns, dann schaffen wir es meist, die Zügel in die Hand zu nehmen und das Spiel nach unserem Wunsch zu gestalten. Erhalten wir das erste Tor, dann sind wir verunsichert», merkt der Schwede an.

Bereit sein und die Initiative übernehmen

Was tun also, damit dieser Negativtrend im Schlüsselspiel gegen Tabellennachbar Sierre durchbrochen wird? «Wichtig ist für uns, dass wir von Anfang an bereit sind und die Initiative übernehmen. So wie zum Beispiel gegen Kloten. Dort gelang uns zwar kein Tor, aber wir hatten das Spiel im Griff und belohnten uns im zweiten Drittel für den Aufwand.» Gerade zu Hause sei es wichtig, von Anfang an am Drücker zu sein, «selbst wenn wir ohne unsere Zuschauer im Rücken spielen müssen».

Nun ist es per se nichts Aussergewöhnliches, wenn man mal in Rückstand gerät. Das Problem der Oltner ist aber, dass sie momentan grosse Mühe haben, das gegnerische Tor zu treffen. «Wir haben in den letzten zwölf Spielen nur 24 Gegentore kassiert. Das ist ein sehr guter Wert», rechnet Fredrik Söder-ström vor. «Aber dafür schaffen wir es nicht, genügend offensiven Ertrag zu generieren.» Der Schwede appelliert dabei einmal mehr an die designierten Schlüsselspieler der Sturmabteilung. «Wir haben Spieler, die in diesen Situationen einen Schritt nach vorne und die Differenz machen müssen. Und zwar mit der nötigen Entschlossenheit.»

Für Fredrik Söderström spielt in dieser Gleichung allerdings noch ein anderer Faktor eine wichtige Rolle: «Ich denke, einige Spieler haben immer noch das Gefühl, dass wir ein Spitzenteam sind, das jedes Spiel gewinnen wird. Aber das stimmt ganz einfach nicht. Wir haben jetzt zwei Drittel der Qualifikation hinter uns und gezeigt, dass wir uns leistungsmässig irgendwo zwischen Tabellenplatz 3 und 7 bewegen. Dort gehören wir hin.»

Es gehe also letztlich darum, mit der richtigen Einstellung ans Werk zu gehen: «Wir müssen 60 Minuten lang mit derselben Entschlossenheit auftreten», sagt Söderström. «Die Spieler müssen versuchen, nach einem Fehler oder einem Gegentor tief durchzuatmen und so einen Rückschlag wegzustecken.»

Silvan Wyss fordert mehr Konstanz

Und was sagen die Spieler zu ihrem «Startdrittel-Trauma»? «Es ist nicht so, dass wir jedes Mal schlecht starten. Aber wir haben in letzter Zeit allgemein wieder mehr Mühe, vor dem gegnerischen Tor effizient zu sein. Da müssen wir uns unbedingt verbessern», sagt Silvan Wyss und fordert gleichzeitig «mehr Konstanz über die gesamte Spielzeit».

Wichtig sei auch, sich in solchen kritischen Momenten weiter an den vorgegeben Plan zu halten und «zusammen Lösungen zu finden», betont der EHCO-Assistenzcaptain. «Zumal wir schon zur Genüge bewiesen haben, dass wir es besser können.» Gegen Sierre haben die Oltner die nächste Chance, den negativen Trend zu beenden.

Das Potenzial ausschöpfen

SC Langenthal Fünf Siege in Folge und mindestens in den nächsten beiden Spielen, zu Hause gegen die EVZ Academy und die GCK Lions, wird der SC Langenthal der eindeutige Favorit sein. Oder anders gesagt: Der SCL dürfte auch weiterhin auf der Erfolgswelle reiten. «Dass wir ganz so gut sein werden, haben wir zu Beginn nicht erwartet», gibt SCL-Stürmer Ian Derungs zu, hängt dann aber selbstbewusst an: «Aber wir haben schon eine sehr gute Mannschaft, die jedes andere Team bezwingen kann.»

Tatsächlich gehört Langenthal mittlerweile sogar zu den Titelanwärtern, was vor dem Saisonstart nicht unbedingt so war. «Die Vorzeichen, die wir bisher gesehen haben, sind gut», sagt der 21-Jährige mit Blick nach vorne. Und ebendieses «vorne», also die Playoffs, kommt schon in etwas mehr als zehn Spielen.

Höchste Zeit für Spieler wie Ian Derungs sich noch einmal zu empfehlen, denn nach zwei Vertragsjahren wird sein Kontrakt Ende Saison auslaufen. «Ich würde gerne hier bleiben, fokussiere mich aber in der aktuellen Situation nicht zu stark darauf», so der Flügelstürmer. Klar sei aber, dass er mit seinen Leistungen nicht durchwegs zufrieden sei. Er habe Potenzial, welches er noch nicht ausgeschöpft habe. «Vor dem Tor muss ich konsequenter sein. Als offensiver Stürmer will ich mehr Tore schiessen», benennt er sein Verbesserungspotenzial. Die Jahre in Langenthal möchte er aber nicht etwa schlechtreden, immerhin habe er von routinierten Spielern viel lernen können. Auch sei beim SCL alles sehr professionell und dennoch familiär. Dass das Team derzeit so gut sei, liege vor allem auch am herausragenden Teamspirit.

Heute gegen die EVZ Academy hat Derungs eine gute Möglichkeit, sich für einen neuen Vertrag aufzudrängen. Er winkt aber ab: «Ich versuche in jedem Spiel mit genau der gleichen Mentalität aufzutreten.» Gegen seinen Jugendverein Kloten sei die Motivation vielleicht noch etwas grösser, zugleich will er die Duelle mit den Farmteams aber nicht etwa als Pflichtprogramm sehen. Dass der SCL aber Favorit ist, weiss natürlich auch er: «Wir wollen gewinnen. Wir spielen unser Spiel, konsequent vor beiden Toren und dann gelingt das.»

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