Reiden erhält bis 2023 einen neuen Busbahnhof

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Die Situation des geplanten Bushubs Reiden: Blau markiert ist der Bahnhofplatz und rot die Bus-Perrons. Bild: zVg

Die SBB bauen sukzessive die Bahnhöfe um. Der Grund: Um das Behindertengleichstellungsgesetz (BehiG) zu erfüllen, muss der öffentliche Verkehr bis spätestens Ende 2023 den Bedürfnissen von mobilitätseingeschränkten Reisenden genügen. Dazu gehört vor allem die Erhöhung der Bahn-Perrons.

In Reiden haben die SBB ihren Teil des Umbaus Ende 2020 abgeschlossen. Dazu gehörte neben den Perrons auch der Bau einer behindertengerechten neuen Unterführung. Nun soll der zweite Teil des Umbau-Projekts folgen, für den die Gemeinde Reiden und der Kanton Luzern verantwortlich sind. Dies war einem «Reider Magazin» zu entnehmen. Ein sogenannter «Bushub» (auf Deutsch ein Busbahnhof) ist auf dem Bahnhofplatz bei der Friedmattstrasse geplant.

Busbahnhof kostet rund 3,7 Millionen Franken

Geschätzter Kostenpunkt aufgrund von Erfahrungswerten ähnlicher Projekte: 3,745 Millionen Franken. Die Gemeinde muss das aber nicht alleine zahlen. Der Kostenteiler sieht gemäss Vorstudie wie folgt aus: Die Gemeinde trägt 1,1 Millionen Franken, der Kanton Luzern 2,3 Millionen Franken und die SBB 345 000 Franken (inklusive Mehrwertsteuer). Der definitive Kostenteiler wird im Rahmen des Bauprojekts festgelegt.

Der Gemeinderat Reiden hat ein Vorprojekt der Firma Tagmar AG verabschiedet und den Kostenanteil der Gemeinde im Aufgaben- und Finanzplan der Gemeinde bis ins Jahre 2024 eingestellt. Tagmar aus Dagmersellen hatte Mitte 2017 im Auftrag der kantonalen Dienststelle Verkehr und Infrastruktur (vif) die Studie zum Bushub Reiden erstellt.

«Seit Anfang Jahr erarbeiten wir das Bauprojekt zusammen mit dem Kanton Luzern», sagt David Jurt, Bereichsleiter Bau und Infrastruktur der Gemeinde Reiden zum aktuellen Stand. Ziel sei es, Ende 2022 loslegen zu können. «Der Zeitplan ist aber abhängig von der Baueingabe und ob es Einsprachen gibt», sagt Jurt. Da die Busse viel Platz zum Rangieren brauchen, muss auch Land beim Bahnhofsplatz erworben werden. Das wird auch laut einem 2019 erstellten Vorprojekt die Herausforderung beim Projekt: Es wird eng. Heute können die Busse auf dem ebenen Platz ihre Schleppkurven fahren. Mit den hohen Buskanten wird dies komplizierter. Aufgrund der Anforderungen und der Platzverhältnisse wird der Gestaltungsspielraum deshalb stark eingeschränkt. «Für einen ‹wunderschönen› Busbahnhof sind uns die Hände gebunden», sagt David Jurt. Für Bäume oder andere Gestaltungselemente reiche der Platz wahrscheinlich nicht aus. Aus Platzgründen muss auch das Lokal des Avec-Ladens versetzt werden. Dennoch soll Reiden einen attraktiven Busbahnhof erhalten. «Es wird eine gute und zentrale Lösung mit vier Buskanten geben», erklärt der Bereichsleiter. Drei Haltekanten braucht es für die Buslinien. Eine ist reserviert für Ersatzbusse bei Zugsausfällen. Angedacht ist ein Dach zum Unterstehen für die Passagiere. «Eventuell wird es ein Dach sein, das Zug- und Buspassagiere gemeinsam nutzen könnten», sagt David Jurt. Zudem wurden im SBB-Projekt für Velofahrende ein doppelstöckiger «Bike + Ride»-Ständer mit Platz für 80 Velos realisiert. «Man ist sich einig, dass das vorliegende Projekt im Gesamtpaket überzeugen wird und eine Lösung für die nächsten Generationen bieten soll», sagt Jurt. Am Bahnhof Reiden begegnen sich die Buslinie 8 (Zofingen-St. Urban) und die Linie 9 (Zofingen-Richenthal).

Nebikon plant ebenfalls einen Bushub

Am Bahnhof Nebikon ist ein weiterer regionaler Bushub geplant. Dessen Herzstück ist ein 40 Meter langes überdachtes Mittelperron, an dem bis zu vier Postauto-Gelenkbusse andocken können. Rund 1,5 Millionen Franken ist die Kostenschätzung für diesen Busbahnhof. Auch dort trägt der Kanton einen Grossteil der Kosten. Im gleichen Atemzug mit dem Bushub will die Gemeinde für rund 3,7 Millionen Franken ihr Zentrum an der Bahnhofs-, Winkel- und Kapellenstrasse sanieren. Es soll laut dem fürs Bauliche zuständigen Gemeinderat Erich Leuenberger «attraktiver, freundlicher und sicherer für alle Verkehrsteilnehmer werden». Das Bauprojekt lag bis 1. Februar öffentlich auf. Laut Leuenberger gab es zwei Einsprachen, eine von einer Privatperson und eine von der Organisation Procap/Hindernisfrei Bauen; diese moniert, dass das Projekt zu wenig 22 Zentimeter hohe Bus-Haltekanten vorsieht.

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