Der Patient EHC Olten sendet gegen den Leader ein Lebenszeichen

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Der EHC Olten, im Bild Topskorer Garry Nunn, fordert den Leader bis zur letzten Sekunde. (Bild: Urs Lindt/Freshfocus)

Schon über die ganze Saison hinweg macht sich die Oltner Fanszene die grosse Mühe, bei Heimspielen jeweils mit einem neuen Spruchband hinter dem eigenen Tor aufzuwarten, um damit wenigstens ein bisschen Nähe in zuschauerfreien Zeiten zu schaffen. Nach der blamablen sechsten Niederlage in Serie beim HC Thurgau sah sich diese Fanszene dazu veranlasst, noch ein Brikett darauf zu legen und die Botschaften im gesamten Stadion aufzuhängen: «Oute get ned uf», «Träget üsi Farbe met Stouz» oder «Zäme zum Erfoug» stand geschrieben.

Letzteres blieb gestern Mittwoch auch im Spiel gegen den EHC Kloten aus: Mit der 1:2-Niederlage erweitert sich die Negativserie des EHC Olten auf sieben Niederlagen in Serie. Vor einer solchen desaströsen Punkteausbeute lässt sich im Kleinholz nicht die Augen verschliessen. Was der EHC Olten aber gegen den Leader zeigte, war eine Leistung, wie man sie von den Powermäusen seit Wochen nicht mehr gesehen hatte. Von einer Verunsicherung war beim EHCO überhaupt nichts zu sehen: Engagiert, zielstrebig und mit positiver Körpersprache gestalteten die Oltner das hochklassige Swiss-League-Spiel ausgeglichen mit. Im Tor war Verlass auf den ausgeliehenen Elien Paupe, in der Defensive stimmte für einmal das Timing und vorne sorgten insbesondere die Teenager Mason McTavish und Brennan Othmann für ein freches, unbequemes, aufsässiges Forechecking.

Schliesslich standen am Ursprung der Niederlage wiederum zwei altbekannte Probleme: Der EHC Olten leistete sich zu viele Strafen und machte sich damit das Leben selber schwer, andererseits fehlte nach wie vor der letzte Zwick, die Scheibe im Tor unterzubringen.

Zehn Zweiminuten-Strafen waren definitiv zu viel
Im zweiten Drittel, als die Partie noch etwas an Emotionen gewann, hatte sich der EHC Olten abermals aus brenzligen Unterzahlsituationen zu retten. Nach einem unnötigen Wechselfehler hatte Klotens Topskorer Robin Figren in Überzahl mittels satten Schuss die Gäste in Führung gebracht (39.). Vier Minuten später antwortete Ramon Knellwolf auf David Stämpflis Strafe wegen Beinstellens mit dem 2:0.

Zehn Minuten vor dem Ende lenkte Jerome Portmann einen Lüthi-Schuss mit dem Schlittschuh zum Anschlusstreffer ab, womit der EHCO noch einmal Mut schöpfte. Doch Olten liess selbst die ausgezeichnete Chance aus, als Figren drei Minuten vor Schluss auf die Strafbank wanderte. Und so muss sich der EHC Olten die Kritik gefallen lassen, dass zehn Zweiminuten-Strafen in einem Drittel zu viel waren, währenddem man selber vier Überzahlsituationen ungenutzt liess.

Immerhin: Der Patient EHC Olten sendet ein Lebenszeichen, belohnt sich aber nicht mit Punkten. «Dieses Spiel war ein Schritt in die richtige Richtung. Wir sind enttäuscht, aber ich habe unmittelbar nach dem Spiel eine Aufbruchstimmung in der Garderobe erlebt», sagte Stürmer Diego Schwarzenbach.Optimismus hin oder her – der EHC Olten braucht jetzt vor allem dringend eines: Punkte. Am Sonntag gastieren die Powermäuse beim SC Langenthal.«Ich finde es gut, dass nun das Derby folgt. Diese Derbyemotionen können für uns nur von Vorteil sein», sagte Schwarzenbach.

Olten - Kloten 1:2 (0:0, 0:1, 1:1)
Kleinholz. – Keine Zuschauer. – SR: Müller/otocan, Bachelut/Meusy. – Tore: 39. Figren (Kindschi, Forget/Ausschluss Olten) 0:1. 43. Knellwolf (Faille, Forget/Ausschluss Stämpfli) 0:2. 50. Portmann (Lüthi, Stämpfli) 1:2. – Strafen: 10-mal 2 Minuten plus 10 Minuten (Othmann) gegen Olten, 9-mal 2 Minuten gegen Kloten.
Olten: Paupe (Matthys); Stämpfli, Lüthi; Elsener, Philipp Rytz; Suleski, Weisskopf; Gurtner, Nater; McTavish, Knelsen, Nunn; Schwarzenbach, Schirjajew, Wyss; Othmann, Fuhrer, Portmann; Fogstad Vold, Weder, Oehen.
Kloten: Nyffeler (Luis Janett); Kindschi, Ganz; Gähler, Bartholet; Oejdemark, Seiler; Steiner, Back; Figren, Marchon, Altorfer; Knellwolf, Faille, Forget; Spiller, Meyer, Truttmann; Obrist, Füglister, Simek.
Bemerkungen: Olten ohne Rexha, Simon Rytz, Maurer, Hüsler (alle verletzt), Halberstadt, Heughebaert und Racciatti (alle überzählig). Kloten ohne Kellenberger (verletzt), Kälin, Staiger und Gian Janett (alle überzählig). 59:10 bis 60:00 Olten mit sechstem Feldspieler statt Torhüter Paupe.

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