«Eine gefährliche Aktion»: Pflegeteam kritisiert Kündigung von KSA-Chefarzt Ensner

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Die KSA-Geschäftsleitung will die beiden intensivmedizinischen Abteilungen ab Sommer 2021 unter eine gemeinsame Leitung stellen. Bild: Rolf Jenni/08.02.2006

Wegen «unüberbrückbarer Differenzen» hat das Kantonsspital Aarau (KSA) Rolf Ensner, dem Chefarzt der chirurgischen Intensivstation, gekündigt. Ensner war seit 2007 Chefarzt am KSA. Die Mitarbeitenden der KSA-Intensivstationen sind entrüstet über den Entscheid der Geschäftsleitung. In einem Brief an Gesundheitsdirektor Jean-Pierre Gallati, welcher der AZ vorliegt, schreiben sie, der Entscheid der Spitalleitung sorge für «grosse Entrüstung, Wut und Unsicherheit». Er sei einem «Super-Gau» gleichzustellen.

Differenzen über die Entwicklung der neuen intensivmedizinischen Klinik

Zu den «unüberbrückbaren Differenzen» zwischen Rolf Ensner und der Spitalleitung kam es im Zusammenhang mit der neuen Organisation der intensivmedizinischen Kliniken des KSA. Die Spitalleitung wollte die medizinische und operative Intensivstation spätestens zum Bezug des Neubaus zusammenführen und unter eine gemeinsame Leitung stellen.

Weil die beiden Intensivstationen während der Coronapandemie bereits eng zusammengearbeitet hätten, habe die Spitalleitung entschieden, die Umsetzung vorzuziehen und die Kliniken bereits im Sommer zusammenzulegen, sagte KSA-Sprecherin Isabelle Wenzinger. Rolf Ensner soll vor diesem Schritt gewarnt haben.

Mitarbeitende beurteilen Situation anders als die Spitalleitung

Auch die Mitarbeitenden der Intensivstationen halten den Entscheid der Geschäftsleitung für falsch. Im Brief an Gallati schreiben sie: «Diesen Schritt mitten in einer Pandemie zu machen, erachten wir als eine gefährliche Aktion, welche die Patientensicherheit hochgradig gefährden kann.» Sie beurteilen die Situation anders als die Spitalleitung. Isabelle Wenzinger betonte am Mittwoch nämlich, die Versorgung der Patientinnen und Patienten bleibe «zu jeder Zeit in höchster Qualität gewährleistet».

Das Team fühlte sich gut auf die Coronapatienten vorbereitet

Auf der chirurgischen Intensivstation wurden bisher 120 Covid-Patienten behandelt – das entspricht rund drei Viertel aller intensivbehandlungsbedürftigen Covid-Patientinnen. Die Spitalmitarbeitenden schreiben, Ensner habe sie sehr gut für den Einsatz während der Pandemie vorbereitet. Er habe ihnen im Voraus einen gut durchdachten Plan vorgelegt, wie die medizinische Versorgung der Covid-Patienten sein werde. Sie schreiben: «Dank ihm konnten wir im März während der Krise strukturiert und geordnet arbeiten.» Die Mitarbeitenden loben auch Ensners fachliche Kompetenz. Gleichzeitig habe er ein «ausgezeichnetes Gespür» für die Intensivpflege. «Unsere fachliche Meinung ist ihm wichtig und er bringt uns grosses Vertrauen entgegen», schreiben die Pflegenden. Ensner sei für sie wie ein Fels in der Brandung. «Er vermittelt Struktur und Sicherheit.»

Das Pflegeteam ist überzeugt, dass das KSA mit ihm eine Kapazität verliert. Ganz am Schluss des Briefes schreiben sie: «Wir bitten Sie inständig, diesen folgenschweren Entscheid zu überdenken.» Rolf Ensner will sich im Moment nicht zu seiner Kündigung äussern.

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