«Der Mentaltrainer hilft, dass man sich wieder auf das konzentriert, was man beeinflussen kann»

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Olten (hier Diego Schwarzenbach) sollte langsam wieder aufstehen und gewinnen. (Bild: Urs Lindt/freshfocus)

Im Kloten-Spiel zeigten die Schiedsrichter bei 4 gegen 4 eine Strafe gegen den Leader an, da behauptete Dion Knelsen die Scheibe, während die Oltner Bank sich lauthals bemerkbar machte und ihn aufforderte, den Puck dem Gegner zu überlassen. Kaum war die Partie unterbrochen, wies der Captain noch auf dem Eis stehend insbesondere Teenager Brennan Othmann energisch zurecht. Die Szene zeigt: Der EHC Olten lebt, aber der Geduldsfaden ist merklich dünner geworden.

Ja, sieben Niederlagen in Serie lösen im Kopf jedes sonst noch so mental starken Profisportlers etwas aus. Und so arbeitet derzeit der EHC Olten mit einem Mentaltrainer, damit endlich die unglaubliche Negativserie reisst.

Bereits im Dezember, bevor die  Serie von acht Siegen folgte, setzte sich der EHC Olten mit dem Mentalcoach in Verbindung. Nun hat sich die Zusammenarbeit im Zuge der Negativserie wieder intensiviert. In kleinen Gruppen oder auch in individuellen persönlichen Gesprächen können sich die Spieler mit dem Mentaltrainer unterhalten. Dieser, ein ehemals aktiver Walliser Eishockeyspieler, wohnhaft in der Region, versteht die Probleme der Spieler, die sich mit ihm über all ihre Sorgen austauschen können. Fragen über das Wohlbefinden während eines Spiels, das Gefühl auf dem Eis oder auch allmögliche Sorgen neben dem Eis werden thematisiert. Diego Schwarzenbach ist einer der Spieler, der den persönlichen Austausch gesucht hat. «Es geht darum, das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zurückzugewinnen. Dabei ist es wichtig, dass man ehrlich ist und ausspricht, was einen belastet», sagt der Ur-Oltner und ergänzt: «Ich konnte schon viel profitieren. Ich kann es nur jedem empfehlen.» Tatsächlich scheint es Schwarzenbach bereits geholfen zu haben: Zwei Tore, ein Assist aus den letzten sechs Spielen ist noch lange kein Spitzenwert, aber es ist auch kein Vergleich zu seinem düsteren Saisonstart. «Im Moment haben wir einfach null Selbstvertrauen. Wir können uns nicht vorwerfen lassen, nicht parat zu sein. Wir waren zuletzt immer das bessere Team im ersten Drittel, werden aber nach Gegentoren schnell verunsichert. Es ist schwierig, Gründe dafür zu finden. Aber es ist sicher so, dass viele Spieler immer mehr Angst entwickeln, Fehler zu begehen. Dabei ist genau das der grösste Fehler, den man machen kann.»

Knelsen: Konzentration auf das Beeinflussbare

Auch die EHCO-Imports Dion Knelsen und Garry Nunn schwören auf die Hilfe des Mentaltrainers. «Es ist wichtig, dass wir dies tun. Man verliert schnell viel Selbstvertrauen, wenn es von Spiel zu Spiel einfach nicht so will, wie man es möchte. Der Mentaltrainer hilft, dass man sich wieder auf das konzentriert, was man beeinflussen kann. Und so behält man die positive Einstellung. Ich denke, so lässt sich wieder daraus finden», erzählt Knelsen, der Selbstkritik nicht scheut und sagt, dass er von sich am meisten enttäuscht sei. Der Captain nehme aus den Gesprächen vor allem mit, dass man nicht über die Vergangenheit hadern sollte. «Es bringt nichts, sich darüber Gedanken zu machen. Ich versuche deshalb möglichst nicht zurückzublicken. Denn alles, was ich beeinflussen kann, liegt vor mir.» Noch würden die Resultate nicht für sie sprechen, meint Knelsen. «Es ist verrückt, wie das Eishockey funktioniert. Manchmal braucht es nicht viel, um wieder auf die Siegesstrasse zurück zu finden und eine positive Serie zu starten. Ich habe ein gutes Gefühl, dass das Spiel in Langenthal der erste Sieg von vielen weiteren sein wird.»

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