Autobahn-Baustellen ohne Stau? Mit einer mobilen Brücke auf Rädern soll der Traum Wirklichkeit werden

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In der Schlaufe der Verzweigung wird die Brücke gelagert. (Bild: Michael Küng)

Autobahn-Baustellen, die keinen Stau verursachen. Davon träumen nicht nur Autofahrer, sondern auch das Bundesamt für Strassen Astra. Denn beim Bauen auf der Autobahn sollten vor 23 Uhr möglichst keine Spuren gesperrt werden. Das ergibt aber ein kürzeres nächtliches Zeitfenster, als dem Astra lieb wäre, um rasch voranzukommen.

Deshalb hat das Astra eine Neuartigkeit entwickelt. Die «Astra Bridge» ist eine mobile Baustellenbrücke auf Rädern: Eine über der Autobahn-Baustelle aufgebaute Brücke von bis 280 Metern, auf die Autofahrer mittels Rampen hinauf und wieder hinunterfahren. Unter der Brücke wird gebaut und dies bei Tag, was auch die Arbeitsbedingungen verbessert. Dank hydraulischen, drehbaren Rädern, kann die Brücke beim Aufstellen in alle Richtungen und auch ohne Holpern über Hindernisse wie Kabelansammlungen fahren. Sie besteht aus Stahlelementen und kann über einer aktuellen Baustelle auf- und wieder abgebaut und danach zur nächsten transportiert werden.

Premiere bei A1-Sanierung in Solothurn

Die Optimierungen, die die Brücke verspricht, sind Balsam für die Ohren gestresster Auto-Pendler: Kein Folgen mehr von roten Markierungen auf dem Asphalt, keine gesperrte Spuren, keine Teilen einer einzigen Fahrbahn, während der Gegenverkehr an einem vorbeischnellt. Minderung von Stau ist dabei nur der eine Vorteil – auch wird für Autofahrer wie Baustellenpersonal die Sicherheit erhöht.

Ihren ersten Einsatz soll die Brücke 2022 im Rahmen der Sanierung der A1 zwischen Recherswil und Luterbach haben, wie das Astra auf Anfrage mitteilt. Gelagert und gewartet wird die Astra Bridge bei der Verzweigung Wiggertal. Es sei der «optimale Standort», liest sich in den Unterlagen.

Zwischen den Autobahnschlaufen, unweit der dort entlangfliessenden Wigger, werden ein Lagerplatz, eine Werkhalle und eine 240 Meter lange Teststrecke gebaut. Letztere, damit das Auf- und Abbauen abseits der Autobahn erprobt werden kann. Das Grundstück gehört bereits dem Bund und ist spezifisch für Strassen-Angelegenheiten vorgesehen.

Das entsprechende Plangenehmigungsverfahren lag letztes Jahr öffentlich auf. Die Genehmigung für den Bau hat das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) am 15. Januar erteilt, wie die Bauverwaltung in Rothrist auf Anfrage mitteilt. Die gesamte Anlage wird 20,5 Millionen Franken kosten. Die Anlagen in Rothrist 1,5 Millionen Franken und die Brücke, von der Marti Technik AG in Moosseedorf und die Senn AG in Oftringen wird, 19 Millionen Franken.

Schmiedrued liefert die Ausgleichsfläche

Ein momentan aufliegendes Baugesuch zeigt jetzt: Die Astra Bridge hat Auswirkungen bis nach Schmiedrued. Denn die zu überbauende Hektare Boden in der Anschlussschlaufe Wiggertal ist Fruchtfolgefläche, der wertvollste aller Landwirtschaftsböden. Per Gesetz muss diese kompensiert werden und die Kompensationsfläche muss möglichst nahe bei Rothrist sein.

Fündig wurde das Astra in Schmiedrued. Es handelt sich um eine Parzelle im westlichen Ortsteil, gleich an der Grenze zu Triengen.

Das dortige Grundstück erfüllt zwar momentan nicht alle Kriterien einer Fruchtfolgefläche, es hat aber gute Voraussetzungen. Mittels Anpassungen können die Anspruchsvorschriften erfüllt werden und kann ein Schmiedrueder Grundstückbesitzer ermöglichen, dass Autobahnbaustellen dank modernster Technologie sicherer werden und weniger stauen.

Hochwertiger Boden von Rothrist ins Ruedertal

Das Kompensations-Grundstück ist 1,9 Hektaren gross. Davon ist eine Hektare als Fruchtfolgefläche anrechenbar, womit das Flächen-Kriterium erfüllt ist. Damit sämtliche Anforderungen erfüllt sind , will das Astra die Parzelle für 500'000 Franken bearbeiten. So weist sie teilweise eine zu starke Neigung von bis 20 Prozent auf, wobei sie höchstens 18 Prozent betragen darf. Bei dieser Korrektur wird gleichzeitig schlechter Boden abgestossen und durch hochwertigen Aushub aus Rothrist ersetzt.

Um danach zu scharfe Übergänge zu verhindern, müssen auch die Neigungen von vier Nachbarparzellen auf Trienger Boden verringert werden, die sich bereits in Triengen befinden. Die Gründigkeit (Tiefe des lockeren Materials für Pflanzenwurzeln) muss auf der ganzen Fläche tiefer als 50 Zentimeter gemacht werden.

Auch die Entwässerungssituation muss verbessert werden. Dazu wird das ein Drainagenetz eingebaut. Im angrenzenden Wald sind keine Anpassungen notwendig. Die beiden Teiche werden verschoben. Der Baustart erfolgt im Mai.

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In Schmiedrued, an der Grenze zu Triengen, hat die Astra eine Parzelle als Ausgleichs-Fruchtfolgefläche gekauft. (Bild: Flurina Dünki)
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