Sprachförderung in der Spielgruppe: «Familien Netzwerk Wikon» hat ein Pilotprojekt gestartet

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Neugierig, aktiv und lernbereit: Kinder in der Spielgruppe Wikon. Bilder: zVg

Ende 2020 ist der neue Verein «Familien Netzwerk Wikon» ins Leben gerufen worden. Dieser möchte Projekte und Angebote für Familien und Kinder in Wikon anbieten respektive neue Angebote schaffen. Anfang Februar hat der neue Verein nun als Pilotprojekt die sogenannte Frühe Sprachförderung gestartet.
Der Verein wird darin von der Gemeinde Wikon unterstützt. Denn die meisten Gemeinden im Kanton Luzern haben erkannt, wie wichtig der Bereich der frühkindlichen Förderung ist, und sie empfehlen die Spielgruppe offiziell.

Die Spielgruppe versteht sich als Bildungsinstitution. In Wikon findet die Frühe Sprachförderung im Rahmen des Besuches in der Gruppe statt und richtet sich an Kinder ab drei Jahren. Frühe Sprachförderung wirkt präventiv, indem sie verhindert, dass Kinder mit mangelnden Sprachkenntnissen in die Schule eintreten und bereits zu Beginn ihrer Bildungslaufbahn in Rückstand geraten.

Leiterin oft erste ausserfamiliäre Bezugsperson

Mit durchschnittlich drei Jahren ist das Kind bereit, den Kreis seiner Bezugspersonen zu erweitern. Es ist bereit für ein neues soziales Lernfeld, interessiert an Gruppenprozessen, welche ihm zum Beispiel eine Spielgruppe bietet. Oft ist die Spielgruppenleiterin für das Kind die erste Bezugsperson ausserhalb der Familie und dem gewohnten Umfeld. Die Art der Ablösung des Kindes von den Eltern und die professionelle Begleitung durch die Leiterin sind Grundsteine für ein erfolgreiches Spielgruppenjahr. Hat das Kind das volle Vertrauen zur Spielgruppenleiterin, zu seinen «Gspändli» und dem Spielgruppenbetrieb aufgebaut, steht dem Entwicklungsprozess nichts mehr im Weg. Ein Kind, das sich physisch und psychisch wohl fühlt, ist neugierig, aktiv und lernbereit. Dadurch, dass eine Spielgruppen-Infrastruktur eine anregende und geeignete Lernumgebung bereitstellt, werden die kreativen, sozialen, sensomotorischen, sprachlichen, kognitiven und psychischen Kompetenzen des Kindes zusätzlich unterstützt und gefordert.
Spielgruppe bereitet auf den Kindergarten vor

Die Spielgruppe wirkt sich positiv auf die Integration und den Zweitspracherwerb der Kinder aus Migrationsfamilien aus. Die frühe Förderung in der Spielgruppe ist vielschichtig und nachhaltig. Ein Kind, welches eine Spielgruppe besucht hat, ist eher gerüstet und bereit für einen Eintritt in den Kindergarten. Der Spielgruppenbesuch unterstützt diesen Ablösungsprozess liebevoll und gibt dem Kind das nötige Vertrauen. Auch werden erste Strukturen, Rituale und etwas Schweizer Kultur vermittelt. Erfahrung im Umgang mit anderen Kindern können gesammelt werden.

Ein Elternfeedback von Petra Wyss, deren Tochter Elina die Spielgruppe im aktuellen Schuljahr zwei Mal in der Woche besucht: «Gerne spreche ich der Spielgruppe ein grosses Lob und Dankeschön aus», sagt sie, «es hat von Anfang alles super geklappt mit den Informationen. Der Empfang war sehr herzlich und ich wusste, dass Elina sich sehr wohl fühlen wird.» Elina freue sich immer sehr auf die Spielgruppe und erzähle viel zu Hause. «Da ich leider nicht sehr kreativ bin, bin ich sehr froh, dass Elina ihre Bastel-Leidenschaft in der Spielgruppe ausleben kann», sagt Petra Wyss, «die Gruppe bastelt echt coole Sachen und sie dekorieren unser Haus.»

Die Sprache als wichtiges Thema

Ab dem zweiten Semester des aktuellen Schuljahres 2020/21 bietet die Spielgruppe zusammen mit dem Verein Familien Netzwerk Wikon die Frühe Sprachförderung an. Immer montags unterstützt Vereinspräsidentin Martina Frischknecht (zuständig für die Frühe Sprachförderung) die Leiterin der Spielgruppe, Isabelle Nigg–li, im Alltag und setzt die Möglichkeit dieser Sprachförderung ein. Auch wenn das Kind noch kein Wort Deutsch sprechen kann, ist die Aktivität gut wahrnehmbar. Beide Spielgruppenleiterinnen agieren auch ad hoc wo nötig und gehen auf die Bedürfnisse der Kinder ein. Das Ziel soll sein, dass alle Kinder bei einem Übertritt in den Kindergarten erste Grundkenntnisse der deutschen Sprache verfügen.

Isabelle Niggli führt die Spielgruppe seit dem Schuljahr 2018/2019. In der Gruppe lernen die Kinder im sicheren und überschaubaren Rahmen die langsame Ablösung von ihren engsten Bezugspersonen. Das Spielgruppenjahr beginnt Anfang September und dauert bis Ende Juni. Die Spielgruppe ist mit der katholischen Pfarrei verbunden. Sie darf einen Raum unter dem Pfarrsaal von Wikon kostenlos nutzen. Der Besuch der Spielgruppe steht allen Kindern offen, gleich welcher Konfessionszugehörigkeit oder Religion. Eltern eines Kindes, das bis zum Stichtag 31. Juli drei Jahre alt wird, werden automatisch via Gemeinde über das Angebot der Spielgruppe mit Unterlagen informiert werden. (mf/in/red)

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Martina Frischknecht malt mit David das Farbenmonster aus.
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