Förster Markus Steiner: «Fusion muss finanziell Sinn machen»

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Den Forstbetrieb Uerkental gibt es seit dem 1. Januar 2018. Das Team besteht aus folgenden Personen (v. l.): Markus Steiner (Betriebsleiter), Simon König (Lehrling), Kilian Baumann (Forstwart), Tobias Bachmann (Forstwart-Vorarbeiter) und Simon Kropp (Forstwart). Bild: zvg

Noch gibt es kritische Stimmen und Schmiedrued ist bereits aus dem Projekt ausgestiegen. Glücklich ist man hingegen im Uerkental, dort wurde bereits per Anfang 2018 fusioniert. Der Betriebsleiter des Forstbetriebs Uerkental, Markus Steiner, blickt zurück.

Markus Steiner, zurzeit planen mehrere Forstbetriebe in der Region den Zusammenschluss. Bottenwil, Uerkheim und der Forstbetrieb Baan des Kantons Aargau haben sich bereits per 1. Januar 2018 zum Forstbetrieb Uerkental zusammengeschlossen. Wie lautet Ihr Fazit?
Markus Steiner: Ich bin überzeugt, dass der Zusammenschluss der richtige Weg war. Vorgängig hatte ich nur Bottenwil mit 183 Hektaren Wald bewirtschaftet. Diese Grösse wäre für die Zukunft klar zu klein gewesen. Will man einen Betrieb rentabel bewirtschaften, benötigt man die Forstunternehmer als Pufferlösung, dessen bin ich mir sicher. Wobei ich klar die Meinung vertrete, dass die Grösse allein den Forstbetrieb noch nicht rentabler macht. Es kommt darauf an, was man aus den gegebenen Rahmenbedingungen macht und welche Leistungen man anbietet.

Was waren die grossen Herausforderungen nach der Fusion?
Am ersten offiziellen Arbeitstag fegte Burglind über unsere Wälder hinweg und hat grosse Schäden angerichtet. Danach kamen die beiden Trockenjahre mit der Käferbelastung. Da in ganz Europa sehr viel Schadholz angefallen war, brachen der Preis und der Absatz des anfallenden Holzes zusammen. Somit konnten die wirtschaftlichen Ziele nicht erreicht werden. Die Rahmenbedingungen haben sich innert sehr kurzer Zeit stark verschlechtert. Der neue Forstbetrieb hat noch kein «normales» Jahr erlebt.

Was hat wie geplant funktioniert?
Der Forstbetrieb ist personell sehr gut aufgestellt und verfügt über schlanke Strukturen. Die Aufgabenteilung zwischen meinem Stellvertreter und mir funktioniert einwandfrei. Wir sind ein eingespieltes Team. Das Standbein der Drittarbeiten konnten wir markant ausbauen.

Was hat sich als schwieriger heraus­gestellt als geplant?
Den Hiebsatz konnten wir in den vergangenen ersten Jahren deutlich nicht erreichen. Das ist auf die bereits erwähnten Gründe zurückzuführen. Dadurch konnten wir auch die betrieblichen Ziele bis jetzt nicht erreichen.

Würden Sie wieder fusionieren und warum?
Auf jeden Fall. Die bereits erwähnten Probleme wären auch eingetroffen, wenn wir nicht fusioniert hätten. Durch die Fusion konnten aber die Auswirkungen deutlich abgefedert werden. Zudem haben wir einen grösseren Handlungsspielraum, was sich auch motivierend auf unsere Arbeiten auswirkt.

Was würden Sie heute anders machen als noch vor drei Jahren?
Spontan kommt mir da nichts in den Sinn, da sich unsere Herangehensweise bewährt hat.

Welchen Rat können Sie den Forstbetrieben der Region geben, die fusionieren möchten?
Es muss ganz klar unter den beteiligten Waldbesitzern das nötige Vertrauen vorhanden sein. Misstrauen ist ein sehr schlechter Ratgeber. Es ist auch schade, wenn zusammenhängende Waldungen getrennt werden, nur weil das gegenseitige Vertrauen nicht vorhanden ist. Zudem dürfen Forstbetriebe nicht um Personen herum gestaltet werden, sondern müssen wirtschaftlich Sinn machen und die Ziele des Waldes berücksichtigen. Die Strukturen müssen schlank gehalten werden; gemeinsame Rechnung und gemeinsamer Betriebsplan sowie optimal aufgestelltes Personal und Maschinenpark. Alle Beteiligten müssen ein gemeinsames Ziel verfolgen. Dabei muss man den Mut haben, sich von Festgefahrenem zu trennen. Es geht darum, dass man für den zukünftigen Betrieb das Maximum herausholt. Alle müssen zu 100 Prozent hinter der neuen Lösung stehen und den neuen Forstbetrieb mittragen.

Forstbetrieb Uerkental

Markus Steiner (45) ist Betriebsleiter des Forstbetriebs Uerkental und Förster HFF. Der Forstbetrieb Uerkental ist ein Zusammenschluss von den Waldungen der Einwohnergemeinden Bottenwil und Uerkheim sowie dem Staatswald rund um Zofingen. Der Betrieb wurde auf den 1. Januar 2018 gegründet und bewirtschaftet 784 ha öffentlichen Wald (EWG Bottenwil: 183 ha, EWG Uerkheim: 178 ha, Staatswald: 425 ha). Davon sind 66 ha Reservatsflächen. Zusätzlich betreut der Betrieb 110 ha Privatwald in den Gemeinden Bottenwil und Uerkheim. Das Team umfasst total 5 Mitarbeiter, davon 1 Lehrling. (ran)

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