Neuer Chef Aargauer CS-Firmenkundengeschäft: «Die meisten NAB-Kunden halten uns die Treue»

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Robin Wasser vor der NAB-Filiale in Aarau. Diese bleibt neben elf anderen bestehen. Bildmontage, Quellen: mik, zVg

Der Protest im Aargau war laut, als die Credit Suisse (CS) im letzten Sommer ankündigte, ihre Tochter, die Neue Aargauer Bank (NAB), vollständig integrieren zu wollen. Inzwischen habe sich die Situation beruhigt, sagt Robin Wasser, der mit seinem Team im Kanton das Firmenkundengeschäft und damit rund 12 000 Unternehmen betreut. Die öffentliche Wahrnehmung von einem Exodus sei falsch, sagt Wasser.

Herr Wasser, die letzten Mo­nate waren wohl die herausforderndsten in Ihrem bisherigen Berufsleben, stimmts?

Das kann man so sagen. Wir mussten verschiedensten Interessen- und Anspruchsgruppen gerecht werden – in erster Priorität natürlich den Mitarbeitenden und den Kunden. Jede NAB-Mitarbeiterin und jeder NAB-Mitarbeiter aus dem Marktgebiet Zofingen hat inzwischen eine Anschlussfunktion gefunden. Ein solches Integrationsprojekt hat verschiedenste Dimensionen. Das Schwierigste dabei ist, alles unter Kontrolle zu behalten – und allen Anspruchsgruppen gerecht zu werden.

Vermissen Sie Zofingen?

Mein Büro ist nun in Aarau, ich bin aber dann und wann noch in Zofingen, weil ich zu einigen Kunden einen sehr guten Draht habe und diese Kontakte intensiv pflege. Aber ja, ich vermisse das Städtchen ein bisschen.

Bei den KMU, die Sie betreuen, gab es viel Unverständnis, als die CS ankündigte, die NAB integrieren zu wol­len. Hat sich das beruhigt?

Ja, das hat sich beruhigt. Die CS ist eine regional stark verankerte Bank, auch wenn dies vielleicht in der öffentlichen Wahrnehmung nicht so rüberkommt. Im Aargau kümmert sich ein über 40-köpfiges Team um KMU-Kunden. Wir sind alle in der Region stark verwurzelt und mit ihr vernetzt. Wir sind weiterhin äusserst nahe bei den Kunden und haben regionale Teams, die unsere Kundinnen und Kunden vor Ort betreuen.

Trotzdem die Frage: Wie viele Kunden haben sich von der CS abgewandt?

Es gab vereinzelte Kundenabgänge. Wir bedauern jeden Kunden, den wir verlieren. Die allermeisten Kunden haben uns aber die Treue gehalten. Die Abgänge bewegen sich im tiefen einstelligen Prozentbereich. In der öffentlichen Wahrnehmung entstand der Eindruck eines riesigen Exodus. Das war aber nicht so.

Sie sind sehr nahe dran bei den Aargauer Unternehmen. Wie robust erweist sich aus Ihrer Sicht die Aargauer Wirtschaft in der Krise?

Die Auswirkungen der Krise sind sehr branchenabhängig, manche leiden übermässig stark: Gastro-Unternehmen, Event-Organisationen, Firmen, die stark vom Tourismus und vom Reisen abhängig sind. Für sie ist es äusserst schwierig. Ohne politisch zu werden: Ihre Situation hängt stark davon ab, wie es mit den Massnahmen und den Corona-Hilfen weitergeht. Ich erlebe aber viele Firmen, die zwar keine guten Resultate schreiben, die aber eine Delle überbrücken können, weil sie in den vergangenen Jahren sehr gut gearbeitet haben.

Nutzen die Aargauer Unternehmer die Krise, um neue, digitale Geschäftsmodelle zu entwickeln?

Ja, diese Aussage würde ich unterschreiben. Wir sehen, dass sich neue Geschäftsmodelle entwickeln, die Richtung Digitalisierung gehen, und wir sehen auch, dass sich traditionelle Geschäftsmodelle digitaler aufstellen. Der Digitalisierungsschub, der aufgrund von Covid noch einmal an Fahrt gewonnen hat, wird nicht mehr weggehen. Das gilt vor allem auch für die Finanzindustrie; eine Bank muss heute auf dem neusten Stand mit Online-Lösungen sein. Bei der CS ist das der Fall.

Was heisst das für Ihre Standorte? Ist die Anzahl von zwölf CS-Standorten im Kanton in Stein gemeisselt? Oder sind es in einigen Jahren nur noch sechs?

Zwölf Standorte sind ein guter und richtiger Fussbadruck; wir glauben, damit den Mix zwischen digitalen Dienstleistungen und Dienstleistungen vor Ort ideal spielen zu können. Jede Aargauerin und jeder Aargauer erreicht den nächstgelegenen CS-Standort in 15 Autominuten. In nächster Zeit erwarten wir keine Veränderung bei den Standorten; was in fünf oder zehn Jahren ist, wäre nur ein Blick in die Kristallkugel.

Zur Person

Der in Oftringen aufgewachsene Robin Wasser (34) absolvierte seine kaufmännische Bankausbildung bei der Neuen Aargauer Bank (NAB) und leitete ab 2018 die NAB Zofingen. Seit dem Zusammenschluss der NAB mit der Credit Suisse (CS) führt Wasser das Firmenkundengeschäft der CS Aargau, der drittgrössten Region in der Schweiz.

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