Die «Baragge» in Sursee verpflegt Büezer - der «Blaue Esel» in Reiden bewirtet Berufschauffeure

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Barbara Limacher, Geschäftsführerin der «Baragge» in Sursee (Marc Benedetti)
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Gestern gabs Rindsgulasch mit Herdöpfelstock in der Büezerbeiz «Baragge» in Sursee. Koch Raya und Chefin Barbara. Bilder: Marc Benedetti

Die Restaurants sind immer noch zu. Für Handwerker und Arbeiter, die mittags normalerweise eine warme Mahlzeit zu sich nehmen, ist das ein Problem. Seit Anfang Woche dürfen Restaurants im Kanton Luzern nun unter bestimmten Voraussetzungen als «Betriebskantinen» öffnen. Das Konzept heisst «Beizen für Büezer». Zugang haben nur Arbeiterinnen und Arbeiter aus den Bereichen Gartenbau, Land- und Forstwirtschaft, Handwerker, Bau- und Strassenarbeiter sowie Monteurinnen und Monteure.

Drei wechselnde Gerichte, eines davon «Schnipo»

Eines dieser Büezer-Restaurants ist die «Baragge» im Industriegebiet Nord von Sursee. «Wir haben davon erfahren und kurzfristig beschlossen, am Montag zu putzen und am Dienstag aufzumachen», sagt Geschäftsführerin Barbara Limacher. Es sei zwar nicht so lukrativ für ihren Betrieb. «Aber wir sind ja bereits eine Büezerbeiz», sagt sie. Zudem bietet sie Take-away an.

Am Eröffnungstag haben 21 Arbeiter in der «Baragge» zu Mittag gegessen, vor allem Bauarbeiter und Schreiner aus der Umgebung. Die Renner waren «Schnipo» und das Brätschnitzel mit Risotto. Drei Gerichte biete das Restaurant täglich an. Mit Suppe und Salat zahlen die Büezer für das günstigste Menü 17 Franken und für das teuerste 18.50 Franken. Gestern verkaufte die «Baragge» 34 Menüs inklusive Take-away.

«Die Büezer schätzen es, wieder an der Wärme essen zu können», sagt die Geschäftsführerin, die täglich aus dem Entlebuch anreist. Von ihren 30 Mitarbeitenden im Normalbetrieb sind momentan sie, zwei Personen in der Küche und eine im Service beschäftigt. Das Restaurant in Sursee gehört zur Restaurantgruppe El Mosquito, die auch Lokale in Bremgarten und Langenthal betreibt. Diese sind aber nicht geöffnet, weil sie aufs Abendgeschäft setzen.

Die Restaurants haben eine Meldepflicht beim Kanton

Es gibt einige Regeln für die Büezer-Beizen. «Spontan vorbeikommen, kann man nicht», betont Limacher. Firmen müssen ihre Mitarbeiter jeweils bis 9.30 Uhr anmelden und ihr ein Mail mit der Anzahl Personen schreiben. Dieses leitet sie dann an den Kanton weiter. Der Chef der Luzerner Gastgewerbe- und Gewerbepolizei, Urs Renggli, sagt auf Anfrage, die Restaurants bräuchten keine spezielle Bewilligung für die Bewirtung der Arbeiter. «Sie haben ja eine Wirtschaftsbewilligung», sagt er, «die Lokale haben einzig eine Meldepflicht.» Da Gastgewerbebetriebe immer noch geschlossen seien, gehe es darum, dass die Behörden informiert seien. «Wenn eine Polizeipatrouille vorbeifährt, ist diese im Bild.» Die Öffnungszeiten sind zudem beschränkt auf werktags von 11 bis 14 Uhr.

Weiter muss das Schutzkonzept der Betriebskantine allen rechtlichen Vorgaben entsprechen. «Dazu gehört beispielsweise die Sitzpflicht und der erforderliche Abstand von jeder Person bei der Konsumation sowie eine allgemeine Maskenpflicht beim Betreten und Verlassen des Restaurants sowie beim Aufsuchen der Sanitäranlagen», erklärt Renggli. Im weiteren müssen von jeder Person die Kontaktdaten erhoben werden.

Am Dienstag beteiligten sich drei Restaurants im Kanton Luzern an der Aktion: Neben dem Restaurant Baragge in Sursee war es das Coop-Restaurant in Emmenbrücke und das Restaurant Schützenmatt in Inwil. Gestern kamen laut Renggli das Restaurant Esserei in Sursee und «Jack’s Cevab House» in Kriens dazu.

Ende Februar hat das Bundesamt für Gesundheit den Kantonen mitgeteilt, dass Restaurants unter Einhaltung bestimmter Anforderungen mit Zustimmung der Kantone vorübergehend als «Betriebskantinen für Berufstätige im Ausseneinsatz» geöffnet haben dürfen. Die Kantone Luzern, Nidwalden, Uri und Zug machen davon Gebrauch.

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Der «Blaue Esel» in Reiden darf abends Chauffeure bewirten.

«Blauer Esel» bewirtet die Berufschauffeure

Eine Sonderbewilligung zur Teilöffnung haben auch Gaststätten, die Berufsschauffeure bewirten. Ein dreieckiges Schild mit der Aufschrift «Relais Routiers» macht auf diese Lokale aufmerksam, wo es in der Regel zünftige Essensportionen zu moderaten Preisen gibt. 30 Lokale in der Schweiz sind auf einer offiziellen Liste eingetragen. Sie dürfen seit 20. Januar von 17 bis 22 Uhr offen haben und Chauffeure bewirten. Dazu zählt der «Blaue Esel» in Reiden, den Silvia Schacher mit ihrem Mann führt. Sie bieten auch Take-away an. Die «Brummi-Fahrer» geniessen nicht nur die warmen Mahlzeiten, sondern auch saubere Toiletten in diesen Lokalen. Im Kanton Luzern stehen insgesamt sechs Lokale auf der Liste. Neben dem «Blauen Esel» sind es das Restaurant Bahnhöfli in Triengen, die A2-Raststätte Marché Neuenkirch, das Lokal Merwerch AG in Gettnau und der Gasthof Engel in Hüswil. Im Kanton Aargau stehen drei Chauffeur-Lokale auf der Liste: Das You Event Center in Oftringen, die Taverna di Camionista in Rothrist und der Burger King Würenlos. (ben)

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