In Playoff-Laune: Ein Abend für den EHC Olten im Derby gegen Langenthal

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Reife Teamleistung: Der EHC Olten erspielt sich eine Runde vor Schluss mit einem Derbysieg eine komfortable Ausgangslage. (Bild: Marc Schumacher)

Plötzlich überschlugen sich im Kleinholz nach dem Spiel die Ereignisse: Rund zwei Dutzend Fans wurde für einen kurzen Augenblick und mit genügend Abstand der Einlass gewährt, worauf sie beim Ausseneisfeld mit Fangesängen die Spieler aus der Garderobe lockten. Diese saugten  den Gänsehautmoment genüsslich auf, worauf sich Präsident Marc Thommen bei den Fans bedankte und darauf hinwies, dass die Saison noch lange nicht zu Ende sei. «Eine wunderbare Message für die Spieler. Es tut gut zu wissen, dass die Fans hinter uns stehen, auch wenn sie nicht im Stadion sein können», freute sich auch Trainer Fredrik Söderström über die Geste.

Der EHC Olten hatte diese Fanemotionen mit dem 6:0-Kantersieg im Derby mehr als verdient. Was die Powermäuse in den 60 Spielminuten zuvor auf dem Eis zeigten, war von A bis Z eine überragende, reife Leistung. Überragend insbesondere, weil jeder Spieler des Teams seinen Beitrag zu drei enorm wichtigen Zähler leistete. Da war Matthys als Wand im Tor, da waren die Verteidiger, die sich nicht nur in die Schüsse warfen, sondern sich auch noch mit Selbstvertrauen in das offensive Spiel einschalteten. Da war auch eine erste Sturmlinie, die endlich wieder produziert. Und zu guter letzt trieb eine vierte Linie, allen voran Cyril Oehen, mit aufsässigem Körperspiel den Gegner zur Weissglut. Der EHC Olten zeigte sich mit dem Messer am Hals von der produktivsten Seite. «Eine der stärksten Mannschaften der Liga so zu dominieren ist ein grossartiges Statement. Ich bin stolz auf die Spieler, denn es wäre gelogen, wenn wir behaupten würden, wir hätten keinen Druck gespürt», so Söderström.

Schon nach fünf Minuten hatte Langenthals Torhüter Caminada die Schnauze voll, liess sich auswechseln und zerstörte wutentbrannt seinen Stock. Dazu kam es, weil ein präsenter  EHC Olten seine Chancen gegen ein schläfriges Langenthal eiskalt ausnutzte. Schirjajew, Knelsen und Fogstad Vold (sein erstes Saisontor!) hatten den Sieg früh in die Wege geleitet. Der EHCO baute mit der Dreitoreführung im Rücken nicht etwa ab, wie er dies Tage zuvor noch in Visp machte. Nein, er setzte weiter nach. Langenthals Higgins erwies seinem Team dazu einen Bärendienst, als er nach einem Check gegen den Kopf von Othmann zurecht unter die Dusche geschickt wurde. Im 5-Minuten-Powerplay lenkte McTavish vor dem Tor stehend die Scheibe zum 4:0 ab. Auch das Spiel ohne Scheibe im gegnerischen Slot beherrschte der EHC Olten an diesem Abend einwandfrei. Sinnbildlich für die exzellente Leistung des Teams stand dann aber Garry Nunns Einzelleistung: Der EHCO-Topskorer schnappte sich im eigenen Drittel die Scheibe, zog los, tanzte Gegner um Gegner aus und liess auch Torhüter Henauer keine Chance.

Es war ein Abend ganz nach dem Gusto des EHC Olten. So durften die Oltner sogar auf Schützenhilfe zählen. Die Direktkonkurrenten Visp und La Chaux-de-Fonds verloren ihre Partien, womit der EHC Olten mit einem Bein direkt in den Playoffs steht. Konkret dürfte der EHCO am Sonntag in Thurgau sogar verlieren, wenn Visp gegen Ajoie nicht drei Punkte holt. Denn La Chaux-de-Fonds kann aufgrund der Direktbegegnung den EHC Olten nicht mehr einholen. Vielmehr tut der EHC Olten aber gut daran, beim HCT zu punkten. Tut er dies auch mit nur einem Punkt, dann hätten die Oltner Platz fünf inne und würden in den Playoffs auf Sierre treffen.

Saisonende für Diego Schwarzenbach

Der EHC Olten darf am Sonntag also mit einem guten Gefühl in die Ostschweiz reisen. Und dies, obwohl in den eigenen Reihen neue Personalsorgen aufgekommen sind. Einerseits ist nach wie vor unklar, wann Stan Horansky ins Lineup zurückkehrt (es wird von Tag zu Tag entschieden), andererseits ist die Saison für Stürmer Diego Schwarzenbach wohl zu Ende. Er fällt wegen einer Handverletzung sechs bis acht Wochen aus. Besonders ärgerlich: Er soll sich die Verletzung im Training beim Rumalbern, als sich die Spieler nach einer Übung selbst feierten, zugezogen haben. Überdies spielte Simon Lüthi die Partie wegen Krampferscheinungen nicht zu Ende, er soll gegen Thurgau aber wieder einsatzbereit sein.

Olten - Langenthal 6:0 (3:0, 2:0, 1:0)

Kleinholz. – Keine Zuschauer. – SR: Lemelin/Borga, Micheli/Baumgartner. – Tore: 2. Chiriaev (Lüthi, Nunn/Ausschluss Kummer) 1:0. 4. Knelsen (Elsener, Nunn) 2:0. 6. Fogstad Vold (Lüthi, Halberstadt) 3:0. 23. McTavish (Knelsen, Chiriaev/Ausschluss Higgins) 4:0. 29. Nunn (Stämpfli) 5:0. 41. (40:58) McTavish (Nunn, Knelsen/Strafe angezeigt) 6:0. – Strafen: 5-mal 2 Minuten gegen Olten, 7-mal 2 Minuten plus 1-mal 5 Minuten (Higgins) plus 1-mal Spieldauer (Higgins) gegen Langenthal.

Olten: Matthys; Stämpfli, Lüthi; Elsener, Rytz, Maurer, Heughebaert; Gurtner; McTavish, Knelsen, Nunn; Othmann, Chiriaev, Wyss; Haberstadt, Fuhrer, Fogstad; Weder, Schwab, Oehen; Daneel.

Langenthal: Caminada (ab 6. Henauer); Müller, Christen; Guggenheim, Maret; Higgins, Pienitz; Büsser, Dobryskin; Tschannen, Kummer, Küng; Kämpf, Kläy, Elo; Dähler, Himelfarb, Rüegsegger; Wigger, Schläpfer.

Bemerkungen: Olten ohne Horansky, Weisskopf, Schwarzenbach, Hüsler und Portmann (alle verletzt). Langenthal ohne Chanton, Gerber, Weber, Derungs, Wyss, Torquato (alle verletzt) und Bircher (Partnerteam). 38. Pfostenschuss Büsser. 60. Lattenschuss Rüegsegger.

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