Zwei Luzerner bieten ein Abo für Schaumweine an: Der Aargau sprudelt ganz oben mit

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Gian Crameri (links) und Tim Holleman reisten durch die Schweiz – und fanden hervorragenden einheimischen Schaumwein. zVg

Bei Schaumwein denken die meisten zuerst an Champagner oder Prosecco. Also an die sanften Hügel im Nordosten Frankreichs oder die malerischen Weindörfer Italiens. Dass auch der Aargau einiges an Schaumperlen zu bieten hat, das wissen die wenigsten. Den Rüeblikanton als Quelle exquisiten Sprudels haben die beiden Jungunternehmer Tim Holleman und Gian Crameri vor kurzem entdeckt. Während Corona gründeten die beiden Luzerner das «Sprudelabo». Alle zwei Monate bekommen Abonnenten eine Schaumwein-Auswahl aus einem Kanton zugestellt – momentan ist Aargauer-Edition.

Ursprünglich wollten die beiden hochwertigen Cidre aus der Bretagne importieren – doch dann kam Corona. Also schauten sie sich in der Schweiz nach guten Tropfen um und stellten fest, dass man für hochwertigen Schaumwein nicht ins Ausland reisen muss: «In jedem Kanton hat es mehrere vorzügliche Weine – sogar im Aargau» – sagt Holleman und lacht. Nach dem Thurgau, Luzern und Bern bereisten die beiden den Aargau, auf der Suche nach sprudelnden Exklusivitäten im Weinregal. Die anfängliche Skepsis war schnell verflogen und wich einer Begeisterung:

«Das glaubt einem zuerst niemand, aber der Aargau hat bis jetzt am meisten zu bieten.»

Der Siider – ein Fricktaler Apfelwein – hat sich sogar zu seinem Liebling gemausert. Produziert wird er von den beiden Brüdern Cyrill und Ivan Hossli seit 2013. Der Cider mit S wird aus Fricktaler Äpfeln gewonnen und besteht zu 100 Prozent aus vergorenem Apfelsaft: Das heisst kein Zucker, kein Wasser und keine Farbstoffe. «Das schmeckt man und es ist eines der spannendsten Produkte aus unserem Sortiment», begründet Holleman seine erste Wahl.

Ein Aargauer gewinnt an der Cider World in Frankfurt

In der Aargauer Edition ist auch der Backstabber Cider aus Herznach dabei. Dieser gewann den Swiss Cider Award und wurde an der Cider World 2020 in Frankfurt ausgezeichnet. Hinter dem Produkt stehen fünf Freunde, die den Cider seit sechs Jahren als Hobby produzieren. Sie setzten auf Natürlichkeit und regionale Produkte, und das kommt gut an: «Wir müssen schauen, dass wir überhaupt genug liefern können», sagt Oli Käser, einer der Cider-Jungs.

Eine Rarität bildet der rote Schaumwein von Besserstein in Villigen. Normalerweise wird Schaumwein nämlich aus weissen Trauben gewonnen. Dass der Aargau guten Schaumwein produziert, das ist für Roland Michel, Präsident der Aargauer Winzer, nicht neu:

«Der Aargau ist prädestiniert für guten Schaumwein.»

Grund dafür sind die klimatischen Bedingungen: Der Kanton befindet sich auf ähnlichen Breitengraden wie gewisse Weingebiete in Frankreich. Ausserdem sei der Boden sehr fruchtbar und kalkhaltig: «Das sind ideale Voraussetzungen für gute Weissweintrauben und diese sind nun einmal die Basis für guten Schaumwein.»

Die Nachfrage nach der Aargauer Ausgabe ist gross: «Unglaublich, bis jetzt die meistverkaufte Ausgabe und wir gehen diese Woche noch Nachschub holen», sagt Holleman. Und auch wenn man die Bewertungen auf der Website des Sprudelabos anschaut, machen die Aargauer Schaumweine eine gute Figur. Unter die Top Fünf hat es der Fricktaler Siider geschafft: «Auch für fortgeschrittene Gaumen bietet der Siider ein gänzlich neues Trinkerlebnis. Extraklasse», heisst es bei der Bewertung. 87 von 100 Punkten erhält er.

Mit 84 Punkten ist auch ein zweiter Aargauer unter den Top Ten: der PétNat vom Weingut zum Sternen in Würenlingen. PétNat steht für Pétillant Naturel, also natürlich schäumend. Schaumweine dieser Art durchlaufen nur eine Gärung, und dies ohne Zusatz von Zucker und Hefe. Sie bieten naturnahe und vielfältige Geschmackserlebnisse und unterschieden sich damit von der Massenproduktion.

Tim Holleman schätzt die Besonderheiten im Aargau: «Die Vielfalt ist unglaublich.» Mit dem Sprudelabo wollen er und Gian Crameri qualitativ hochwertigen und etwas anderen Schaumwein zu den Schweizern bringen, und auch den kleineren Produzenten einen Absatzmarkt bieten: «Viele Winzer haben super Produkte, aber nicht die Möglichkeit, gross Werbung dafür zu machen.» Dass das Konzept funktioniert, zeigt ein Beispiel aus Luzern: Ein Produzent hat nach der Luzerner-Edition sein ganzes Sortiment bereits bis 2022 ausverkauft.

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