Auch wenn es der Laie nicht sofort sieht: ​«Der Luterbach ist tot»

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Hansruedi Joss (l.) und Oskar Graber an dem Ort, wo der Luterbach in den Dorfbach fliesst. Bild: jam
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Kurz nach dem Unfall: Das verschmutzte Wasser schäumt. Bild: zvg

Hin und wieder schäumt es noch im Oftringer Dorfbach und dessen Seitenbächli, dem Luterbach. Es sind die restlichen Anzeichen vom Güllenunfall letzten Dienstag (das ZT berichtete). Ansonsten präsentiert sich der Bach wie vorher.

Was Laien aber nicht sehen: Sämtliche Fische, hauptsächlich Forellen und Bartgrundeln, sowie Dohlenkrebse – sie sind stark gefährdet – im Bächli sind gestorben. Das Problem: Die Gülle hat den Lebewesen im Bach den Sauerstoff genommen. «Der Luterbach ist tot», verdeutlicht Oskar Graber aus Oftringen, der 32 Jahre lang Fischenzpächter war. Hansruedi Joss hat als zuständiger Fischenzpächter Strafanzeige eingereicht.

Was die beiden nicht verstehen können: Der Landwirt habe nicht reagiert, als er bemerkt hat, dass Gülle ins Bächli läuft. «Dabei hätte er nur die Feuerwehr alarmieren müssen, diese hätte dann zusätzliches Wasser in den Bach pumpen können», sagt Hansruedi Joss. Leider sei das nicht passiert, was dazu führte, dass die Gülle praktisch unverdünnt nach rund 1,5 Kilometer direkt in den Dorfbach floss. Dass das Luterbächli aufgrund der Jahreszeit sehr wenig Wasser führt, erschwerte die Situation.

Die Gülle floss bis am Abend in den Bach

Passiert ist der Güllenunfall letzten Dienstag um ca. 10 Uhr. Erst um 14 Uhr wurden die beiden Pächter des Dorfbachs und Tychs durch die Kantonspolizei über den Vorfall informiert. Die Gülle floss noch bis um 18 Uhr ins kleine Gewässer. Warum nicht früher reagiert wurde, ist Joss und Graber ein Rätsel.

Von Mittwoch bis Freitag wanderten die beiden dann das Gewässer ab: von der Güllen-Einlaufstelle im Bereich Schürli über den Dorfbach bis hin zum Webi-Areal in Aarburg. Das Resultat: unzählige Fischleichen. Am Freitag kam ein Verantwortlicher des Kantons, um den Fischbestand aufzunehmen. An fünf verschmutzten Orten zwischen Webi-Areal und Schürli sowie an zwei unverschmutzten Referenzorten wurden Proben genommen. Es zeigte sich, dass nur im unteren Teil des Dorfbachs beim Webi-Areal einige Fische überlebt haben. Joss sagt: «Es wird mindestens fünf bis sechs Jahre dauern, bis sich der Bestand erholt hat.» Um wie viele tote Fische es sich genau handelt, können sie nicht sagen. Ebenfalls unbekannt ist, wie viel Kubik Gülle in den Luterbach geflossen sind. Joss und Graber haben Verständnis dafür, dass einem Landwirt ein solcher Unfall passieren kann. Kein Verständnis haben sie aber dafür, dass so spät gehandelt wurde.

Sie setzten sich seit Jahren für Renaturierung ein

Besonders frustrierend ist für Hansruedi Joss und Oskar Graber, dass sie sich in den vergangenen Jahren für die Renaturierung des Dorfbachs eingesetzt und so den Fischbestand wieder erhöht haben. Das Gewässer sei nachhaltig bewirtschaftet worden.

Gerne hätte das ZT den Landwirt gefragt, warum der Unfall überhaupt passiert ist und warum er nicht die Feuerwehr alarmiert hat. Auf Anfrage heisst es aber: «Wir geben keine Auskunft.»

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