Pandemie lässt Muskeln schwinden: So kreativ sind Bodybuilder, wenn’s um den Erhalt der Muckis geht

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Victor Iberg floh gemeinsam mit seiner Freundin Jessica Garcia in den Ferien nach Dubai, um für wenige Tage in einem normalen Umfeld und ohne Maske zu trainieren. zvg

«Ich kann ohne Fitness nicht leben», sagt Victor Iberg. Der Bodybuilder aus Oberentfelden kann wegen der Coronamassnahmen nicht im Fitnessstudio trainieren. Als Ausweg sah er nur eine Lösung: Er kaufte sich im ersten Lockdown mit einem Kollegen diverse Geräte in Occasion, mietete einen Raum und begann, in seinem eigenen Studio in Reiden zu trainieren. Rund 15'000 Franken kostete die Investition, aber er ist froh darüber:

«Viele meiner Freunde leiden enorm, weil sie nicht trainieren können», sagt er.

Man vermisse die Stimmung und die gegenseitige Motivation. Zudem sei das Auspowern wichtig. «Ich merke, wie ich immer schlaffer werde», sagt er. «Die Massnahmen wirken sich auf die psychische Gesundheit aus.» Man könne abends nur noch den Fernseher einschalten. In seinen Ferien verreiste er nach Dubai, um ohne Masken im normalen Rahmen zu trainieren.

Eine ärztliche Bescheinigung ist für Bodybuilder ein Ausweg

Dass der 29-Jährige die stärksten Oberarme hatte, bewies er 2019, als er Schweizer Meister im Armdrücken wurde. Ein Jahr zuvor gewann er den Titel im Bodybuilding in der Kategorie «Muscular Mens Physique.» Er sei wegen der Pandemie längst nicht mehr so fit.

Beruflich hat er sich neu orientiert: Anstatt als Fitnesscoach zu arbeiten, ist er nun im Kantonsspital Aarau als Lagerungspfleger auf der Operationsstation tätig. Er sehe zwar, was das Virus verursache, könne aber nicht alle Massnahmen verstehen.

«In den Fitnessstudios wird ständig desinfiziert, und man weiss, wie viele da trainieren», sagt er. Es mache für ihn auch keinen Sinn, zwischen Jung und Alt zu differenzieren. Viele, die sich keine Geräte leisten könnten, würden den Weg über den Arzt versuchen.

«Sie wollen eine ärztliche Bescheinigung, dass sie aus physischen Gründen auf den Kraftsport angewiesen sind.»

Das sei ein Graubereich, um die wenigen noch offenen Studios zu besuchen. Er selbst trainiert fünfmal in der Woche und coacht auch Sportlerinnen und Sportler aus dem Ausland. Die Pandemie schwäche die Motivation.

Man bereite sich auf Wettkämpfe vor, und wenn diese kurzfristig abgesagt werden können, dann mildere dies den Ehrgeiz. «Man steckt Herzblut hinein, und wenn sich der Aufwand am Ende nicht lohnt, dann schmerzt das.»

Etwas gelassener sieht es die Bodybuilderin Andrea Haller aus Beinwil am See. «Es ist ein bisschen Larifari», sagt sie. Für den Muskelaufbau brauche es die Geräte mit den schwereren Gewichten. Jene Muskeln, die ihr im Oktober zu drei Gold- und einer Silbermedaille verhalfen, schwinden.

«Ohne Fitnesscenter wird man dürrer, anstatt an Muskeln zuzulegen», sagt sie.

Sie siegte an den Schweizer Meisterschaften in den Kategorien «Sportmodel Damen Short Class» und «Damen Figur Fitness.» In beiden Kategorien gab es an der Deutschen Meisterschaft zudem einen Sieg und einen zweiten Platz.

Sie habe eine Klimmstange in der Wohnung und versuche, sich für das Training zu Hause zu motivieren. «Ich habe mir einige Kurz- und Langhanteln gekauft.» Mit ihrem Coach, Marco Hirsiger, trifft sie sich online. Sie will im Herbst wieder an beiden Meisterschaften teilnehmen.

Die angepeilte Weltmeisterschaft im August in Bangkok besuche sie wegen Reiseschwierigkeiten vermutlich nicht. Aber die 39-Jährige hat noch andere Pläne: Sie zieht nächstens mit ihrem Partner, dem Musiker Cris Rellah, nach Reinach. Dort wird sie sich einen Fitnessraum einrichten.

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Die stärksten Arme der Schweiz von Victor Iberg bereiten die Patienten im Kantonsspital Aarau auf eine Operation vor. zvg
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