Mehr Coronafälle bei Kindern und Jugendlichen – Lehrerverband fordert zusätzliche Massnahmen

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Lernen mit Maske: Sechstklässler in Allschwil BL. Georgios Kefalas / KEYSTONE

Die Aussage liess aufhorchen. Patrick Mathys vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) tönte in einem kurzen Satz an, dass derzeit mehr Kinder und Jugendliche an Covid-19 erkrankten. Bei diesen Alterskategorien «haben wir zunehmend Ausbrüche gesehen, auch in den Schulen», sagte er diese Woche vor den Medien. Und weiter: «Aktuell sind intensive Diskussionen in Bezug auf Empfehlungen und Massnahmen in den Schulen am Laufen.»

Das dürfte manche Eltern aufgeschreckt haben. Auf Nachfrage relativiert das BAG ein Stück weit. «Wir sehen einen leicht zunehmenden Trend bei Kindern und Jugendlichen», erklärt ein Sprecher. «Allerdings ist auch die Testaktivität in diesen Altersgruppen gestiegen. Zurzeit laufen Abklärungen, ob die zunehmende Fallzahl durch die erhöhte Testaktivität erklärt werden kann.»

In anderen Worten: Unter Kindern und Jugendlichen werden mehr Fälle verzeichnet. Noch ist aber offen, ob tatsächlich mehr infiziert sind – oder ob dank häufiger Tests mehr Fälle entdeckt werden. Weil viele Kinder keine Symptome zeigen, ist es schwierig, ein akkurates Bild der Verbreitung zu erhalten.

Einen Anstieg gab es vor allem in der zweiten März-Woche. Gemäss BAG-Dashboard wurden bei den unter Zehnjährigen schweizweit 424 positive Fälle gemeldet. In den drei Wochen zuvor waren es jeweils unter 300 gewesen. Bereits Ende Januar war die Zahl einmal in die Höhe geschnellt, danach aber wieder gesunken. Laut BAG gibt es bisher keine Hinweise, dass sich die neue Virusvariante spezifisch in jüngeren Altersgruppen ausbreitet.

Lehrerverband fordert regelmässige Tests und FFP2-Masken

Auch der Dachverband der Lehrerinnen und Lehrer tappt ein Stück weit im Dunkeln. Ob es tatsächlich mehr Ausbrüche an Schulen gebe, sei schwierig zu beurteilen, sagt Präsidentin Dagmar Rösler. Die Datenlage sei unklar. Die oberste Lehrerin sagt:

«Generell hat sich aber deutlich gezeigt, dass auch Kinder und Jugendliche vom Virus betroffen sein können – anders als zu Beginn der Pandemie angenommen.»

Der Lehrerverband pocht daher seit längerem auf zusätzliche Massnahmen, um die Gesundheit von Schülern und Lehrpersonen genügend zu schützen: regelmässige Tests etwa, FFP2-Masken für Lehrpersonen sowie beispielsweise Luftreinigungsfilter für eine bessere Luftqualität in den teilweise schlecht lüftbaren Schulzimmern.

Bereits Mitte Januar hatte der Lehrerverband diese Massnahmen gefordert, «nebst den bereits bestehenden Hygienemassnahmen hat sich jedoch wenig getan», bilanziert Rösler. Es gebe zwar einige positive Beispiele, so testeten zum Beispiele Kantone wie Graubünden, Zug oder Baselland flächendeckend an Schulen.

Laut Rösler könnten gerade Spucktests an Schulen viel zur Entspannung beitragen – auch, weil dadurch weniger Lehrpersonen und Schüler in Quarantäne müssten. «Das würde die Organisation des Schulbetriebs erleichtern», sagt sie. «Zudem hätte man dann endlich eine gewisse Datenlage über die epidemiologische Situation an den Schulen.»

Frühere Impfung für Lehrer?

Daneben pocht der Lehrerverband vor allem auf eine Priorisierung beim Impfen: Weil sie durch ihren Beruf exponiert sind, sollen Lehrer und Lehrerinnen gemeinsam mit anderen Berufsgruppen, die einen Kontaktberuf haben, früher die Möglichkeit erhalten, sich piksen zu lassen. Bisher habe man auf diese Forderung von den Behörden keine befriedigende Antwort erhalten, sagt Rösler. Der Verband will demnächst entscheiden, ob er deswegen weitere Schritte unternimmt.

Die Schutzkonzepte an den Schulen sind Sache der Kantone. Zu den «intensiven Diskussionen in Bezug auf Empfehlungen und Massnahmen», die laut Patrick Mathys geführt werden, äussert sich das BAG auf Nachfrage nur ausweichend: Massnahmen müssten regelmässig an die epidemiologische Lage angepasst werden, auch im Schulbereich, so ein Sprecher. Die Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren zeigte sich bisher überzeugt von der Wirksamkeit. So schrieb sie im Januar in einem Brief an den Bundesrat, die Schulen seien «aufgrund ihrer strengen Schutzkonzepte Orte von hoher Sicherheit».

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