Der EHC Olten bewahrt die Nerven und erzwingt das Glück

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Die Führung für den EHC Olten: Dion Knelsen trifft nach einer schönen Kombination zum 1:0. (Bild: Claudio de Capitani/Freshfocus)

Als man sich gedanklich schon auf eine Verlängerung eingestellt hatte im Kleinholz, da zeigte sich Glücksgöttin Fortuna plötzlich erkenntlich. EHCO-Topscorer Garry Nunn schloss einen Solovorstoss mit einem mehr oder weniger platzierten Verzweiflungsschuss Richtung Sierre-Gehäuse ab. Und zur Überraschung aller Beteiligten liess sich HCS-Goalie Remo Giovannini vom Abschluss des Kanadiers überraschen und den Puck irgendwie über seine rechte Schulter zum 3:2 passieren. Der EHCO lag knapp vier Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit zum dritten Mal in Führung. Und liess sich die Butter in der Schlussphase nicht mehr vom Brot nehmen. Der zweite Sieg der Oltner in dieser Viertelfinalserie war perfekt.

«Besonders in den Playoffs ist es natürlich grossartig, so ein wichtiges Tor zu schiessen», freute sich Garry Nunn über seinen «Lucky Punch». Der Kanadier war bereits vorher ein paarmal in aussichtsreichen Positionen am Sierre-Schlussmann gescheitert. «Bei meinem Treffer versuchte ich, ihn im langen Eck zu erwischen. Da hatte ich das nötige Glück, dass ihm der Puck über die Schulter rutschte. Aber es ist mir völlig egal, ob es ein schönes oder ein hässliches Tor war», sagte Nunn, der auf dem besten Weg ist, sein Image als Playoff-Spieler aufzupolieren.

Trotz der Gegentore nicht aus dem Konzept geraten

Der EHC Olten spielte nicht mehr derart überzeugend wie noch beim 4:0-Auftaktsieg am Mittwoch. Doch die Mannschaft legte eine Stabilität an den Tag, die sie während der Qualifikation oft vermissen liess. Zweimal lag man in diesem zweiten Playoff-Duell gegen die Unterwalliser in Führung, zweimal kamen die Gäste zurück ins Spiel. Doch die Oltner liessen sich nicht aus dem Konzept bringen: «Das Gute ist, dass wir in diesem Momenten nicht die Nerven verloren, wie es uns im Verlauf der Qualifikation immer mal wieder passiert ist. Da haben wir unseren Gameplan nach Gegentoren oft einfach zum Fenster rausgeworfen und dann verloren. Jetzt halten wir uns daran und spielen vor allem punkto Defensive viel smarter», befand Siegtorschütze Nunn.

Olten kam in dieser zweiten Playoff-Partie nie richtig ins Schwimmen, doch es gab durchaus Phasen, in welchen man mit schlampigem Puck-Management und Unkonzentriertheiten etwas den Zugriff auf das Spiel verlor und so den Gegner immer wieder aufbaute. Das missfiel auch Headcoach Fredrik Söderström: «Wir haben einen Weg zum Sieg gefunden, obwohl wir eigentlich nicht so gut gespielt haben.» Zwei Drittel lang war der Schwede nicht wirklich zufrieden mit der Arbeitseinstellung seiner Mannschaft. «Aber im dritten Drittel wurden wir besser. Vor allem, weil wir uns besser bewegt haben. Die Tore von Horansky zum 2:1 und von Nunn zum 3:2 fielen, weil sie schneller waren als ihre Gegner.»

Die Lektion aus diesem Spiel müsse sein, «dass wir dem Gegner nicht mehr so viel Raum geben dürfen, wie wir es getan haben», sagte Söderström und kündigte an, seinen Spielern vor dem dritten Duell vom Sonntag in Sierre noch ein paar Videoclips zu zeigen, in welchen man die Unterschiede zwischen dem ersten und dem zweiten Auftritt erkennen würde, «damit sie wissen, was sie besser machen müssen».

Auch für Garry Nunn war der zweite Sieg letztlich einer mit einem Warnsignal. «Wir sind natürlich glücklich über diese 2:0-Führung, aber wir müssen dieses Spiel nun schnell abhaken und uns auf den Sonntag vorbereiten. Sierre wird sich sicher nicht geschlagen geben.» Und Fredrik Söderström misst dem sonntäglichen Duell sogar wegweisenden Charakter bei: «Das dritte Spiel ist immer eine Schlüsselpartie in einer Best-of-7-Serie. Es zeigt oft, in welche Richtung sich das Momentum bewegt.»

Für den EHC Olten ist die Ausgangslage auf jeden Fall komfortabel. Mit einem weiteren Sieg würde man sich bereits vier Matchpucks für die Halbfinalqualifikation sichern. Aber aufgepasst! Fortuna wechselt während der Playoffs gerne mal die Seiten.

Olten - Sierre 3:2 (0:0, 1:1, 2:1)

Kleinholz. – Keine Zuschauer. – SR: Eichmann/Borga (Huguet/Wermeille). – Tore: 24. Knelsen (Nunn, McTavish/Ausschlüsse Rimann, Dozin) 1:0. 32. Bernazzi (Maxime Montandon, Castonguay) 1:1. 42. Horansky (Wyss) 2:1. 51. Monnet (Castonguay) 2:2. 57. Nunn (Knelsen) 3:2. – Strafen: 3-mal 2 Minuten gegen Olten, 5-mal 2 plus 1-mal 10 Minuten (Arnaud Montandon) gegen Sierre.

Olten: Matthys; Lüthi, Stämpfli; Elsener, Philipp Rytz; Weisskopf, Maurer; Gurtner; McTavish, Knelsen, Nunn; Horansky, Schirjajew, Wyss; Weder, Fuhrer, Fogstad Vold; Oehen, Schwab, Othmann; Schwarzenbach.

Sierre: Giovannini; Meyrat, Maxime Montandon; Bezina, Wyniger; Brantschen, Dozin; Berthoud; Dolana, Castonguay, Bernazzi; Rimann, Arnaud Montandon, Asselin; Heinimann, Bonvin, Monnet; Surdez, Jolliet, Kyparissis; Dayer.

Bemerkungen: Olten ohne Hüsler und Rexha (beide verletzt). Sierre ab 58:50 ohne Goalie. 60. Pfostenschuss Stämpfli.

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