EHC Olten: Wenn alle ein paar Zentimeter grösser sind

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Dominant: Der EHC Olten (im Bild Dan Weisskopf, oben) hatte den HC Sierre im Griff. (Bild: Urs Lindt/Freshfocus)

In den Playoffs spielt sich unglaublich viel auf der mentalen Ebene ab. Wer behält die Nerven? Wer tritt entschlossener auf? Wer kann mit Rückschlägen besser umgehen? Wem gelingt es, die Vorteile auch in Tore umzumünzen? Auf alle diese Fragen hat der EHC Olten in der Viertelfinalserie gegen Sierre bisher die richtigen Antworten gefunden. Der gestrige 5:1-Sieg, der den Oltnern vier Matchpucks für den Halbfinaleinzug beschert hat, war derart überzeugend, dass man sich kaum vorstellen kann, wie der Gegner aus dem Unterwallis dieses Duell noch irgendwie zu seinen Gunsten entscheiden soll.

Denn die Siderser hatten in diesem dritten Viertelfinalspiel zunächst sogar die Vorteile auf ihrer Seite. Thibaut Monnet brachte die Einheimischen in der 9. Minute erstmals in dieser Serie in Führung. «Man hat gemerkt, dass ihnen dieses Tor Auftrieb gegeben hat und Energien freisetzte», sagte Oltens Headcoach Fredrik Söderström. Zum Glück für die Gäste äusserte sich dieser Energieschub vor allem darin, dass Sierre völlig übermotiviert zur Sache ging und sich mit dummen Strafen selber den Wind aus den Segeln nahm.

Das doppelte Statement im Powerplay

Und vor allem gelang es dem EHCO, in dieser wichtigen Phase, auf eiskalte Art und Weise die richtige Antwort zu gegen. Simon Lüthi und Jewgeni Schirjajew nutzen eine doppelte Überzahl in der 15. Minute innert 20 Sekunden zur Oltner Führung. Man hatte damit ein klares Statement abgegeben: «Versucht nicht, uns mit unfairen Mitteln einzuschüchtern. Ihr werdet es teuer bezahlen.»

Genau diese Coolness, die Fähigkeit, sich von einem zunehmend verzweifelter agierenden Gegner nicht aus der Fassung bringen zu lassen, zeichnet gute Playoff-Mannschaften aus.

So kritisch Söderström mit seinem Team nach dem 3:2-Sieg vom Freitag gewesen war, so glücklich war er nach dem überzeugenden 5:1: «Ich wurde auf positive Art und Weise überrascht. Ich hätte ein viel härteres, schwierigeres Spiel erwartet. Nachdem wir 2:1 in Führung gegangen waren, haben wir sie in allen Aspekten dominiert. Wir waren klar das bessere Team.» Zum Beispiel im Powerplay, in welchem die Oltner am Ende viermal erfolgreich waren. «Wir hätten bei fünf gegen fünf Feldspielern noch effizienter sein können. Aber wenn man ein so gut funktionierendes Überzahlspiel hat, dann reicht das natürlich auch aus», freute sich Söderström.

Ansonsten hatte der Schwede auch grosse Freude an den «kleinen Details», die in den Playoffs eben oft über Sieg und Niederlage entscheiden. Zum Beispiel die 14 gegnerischen Schüsse, die seine Spieler blockten, die Disziplin, das konsequente Arbeiten gegen hinten oder die krachenden Checks, die allen voran der omnipräsente Cyril Oehen verteilte, damit den zu Beginn überagressiven Gegner in die Schranken wies. Spieler wie Oehen sorgen dafür, dass in den Playoffs die ganze Mannschaft einige Zentimeter grösser wird.

Nun hat der EHC Olten bereits morgen im Kleinholzstadion die Chance, diese Serie auf kürzestem Weg zu beenden und den Einzug in den Halbfinal zu schaffen. Noch fehlt ein Sieg dazu, aber man kann sich nur schwerlich vorstellen, wie der HC Sierre, bei welchem die Starspieler Guillaume Asselin und Arnaud Montandon immer noch auf ihren ersten Skorerpunkt warten, hier nochmals zurückkehren kann. Doch Fredrik Söderström mahnt zur Vorsicht: «Wir müssen demütig bleiben und genau auf dieselbe Art und Weise weiterarbeiten.»

Zwei gesundheitliche Rückschläge für den EHCO

Auch wenn nach dem klaren Erfolg die Stimmung im Lager der Oltner natürlich bestens war, so gabs doch noch zwei gesundheitliche Rückschläge zu verkraften: Silvan Wyss kassierte einen unglücklichen Check von Berthoud gegen den Nacken und fiel aus. Es bleibt abzuwarten, wie sich der Zustand des Vorzeigekämpfers entwickelt. Im letzten Drittel wurde dann auch noch Leonardo Fuhrer von einem Puck im Gesicht getroffen. Die Wunde wurde genäht. Er sollte wieder einsatzbereit sein.

Sierre - Olten 1:5 (1:2, 0:1, 0:2)
Grabenhalle. – Keine Zuschauer. – SR: Staudenmann/Hungerbühler (Pitton/Dreyfus). – Tore: 9. Monnet (Bezina, Rimann/Ausschluss McTavish) 1:0. 15. (14:23) Lüthi (Schirjajew, Knelsen/Ausschlüsse Bezina und Meyrat) 1:1. 15. (14:43) Schirjaew (Nunn/Ausschluss Meyrat) 1;2. 35. Knelsen (Schirjajew, Nunn/Ausschluss Giovannini) 1:3. 50. McTavish (Nunn) 1:4. 54. McTavish (Nunn, Knelsen; Ausschlüsse Maxime Montandon und Bankstrafe Sierre) 1:5. – Strafen: 8-mal 2 plus 1-mal 10 Minuten (Bezina) gegen Sierre, 3-mal 2 Minuten gegen Olten.
Sierre: Giovannini; Meyrat, Maxime Montandon; Brantschen, Dozin; Bezina, Wyniger; Berthoud; Dolana, Castonguay, Bernazzi; Rimann, Arnaud Montandon, Asselin; Heinimann, Bonvin, Monnet; Surdez, Jolliet, Kyparissis; Dayer.
Olten: Matthys; Lüthi, Stämpfli; Elsener, Philipp Rytz; Weisskopf, Maurer; Gurtner; McTavish, Knelsen, Nunn; Horansky, Schirjajew, Wyss; Othmann, Fuhrer, Fogstad Vold; Weder, Schwab, Oehen; Schwarzenbach.
Bemerkungen: Olten ohne Rexha und Hüsler (beide verletzt).

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