Dänemark beendet bis Juli alle Coronamassnahmen

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Die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen hat gute Neuigkeiten für die Dänen: Im Sommer ist Schluss mit den Restriktionen. EPA

Europa kämpft mit der dritten Coronawelle, die Aussicht auf Lockerungen sind denkbar schlecht. Deutschland folgt dem Vorbild Italiens und geht über Ostern in den harten Lockdown. Und auch in der Schweiz kommen die nächsten Lockerungen wohl frühestens Mittel April. Doch während fast der ganze Kontinent in Ungewissheit über das Wie und Wann des Lockdowns-Endes verharrt, legt Dänemark jetzt einen konkreten Plan für das Ende aller Coronamassnahmen vor.

Dem skandinavischen Land ist es mit harten Restriktionen gelungen, die Lage stabil zu halten. Schritt für Schritt soll der Öffnungsplan über die kommenden Monate in die Normalität zurückführen. Noch im Juni sollen fast sämtliche Einschränkungen aufgehoben werden. Regierungschefin Mette Frederiksen erklärte:

«Es ist unser Ziel, dass die dänische Gesellschaft wieder offen ist, sobald alle Einwohner über 50 ein Impfangebot erhalten haben.»

Die meisten Öffnungsschritte erfolgen in den nächsten zwei Monaten, wobei die Öffnung in Ein-Wochen-Intervallen erfolgt. Nach Ostern dürfen als erste die seit Dezember geschlossenen Coiffeure wieder öffnen; diese wurden am Dienstag regelrecht mit Buchungsanfragen langhaariger Dänen bestürmt. Auch die Schüler ab der 5. Klasse dürfen – nach drei Monaten Fernunterricht – in die Schule zurückkehren; in diesem Punkt war Dänemark bisher im internationalen Vergleich sehr restriktiv gewesen, was die sozialdemokratische Regierung stark unter Druck gebracht hatte. Die älteren Kinder dürfen aber vorerst nur jede zweite Woche in die Schule und müssen sich zweimal pro Woche testen lassen.

Der nächste Schritt folgt am 13. April mit der Öffnung von kleineren Einkaufszentren, während die grösseren zusammen mit den Museen, Bibliotheken und Aussenbereiche der Gastronomie am 21. April folgen. Im Mai schliesslich folgen Restaurant-Innenbereiche, Hallensport sowie Innenräume von Zoos und Vergnügungsparks.

Coronapass: Die Schweiz diskutierts, die Dänen machens

Kern des Öffnungsfahrplans ist der dänische Coronapass, der bereits nach Ostern eingesetzt wird: Auf der App wird entweder ein negatives Testresultat, eine überstandene Infektion oder ein Impfnachweis gespeichert. Es wird also nicht einfach Privilegien für Geimpfte geben, sondern auch für Genesene und für Personen mit einem negativen Testresultat. Der Pass wird das zwingende Eintrittsbillett für den Besuch beim Coiffeur, im Restaurant, Museum, Theater, in der Schwimmhalle oder generell für Hallensport.

Dänemark kommt dabei die seit bald 20 Jahren vorangetriebene Digitalisierung des öffentlichen Lebens zugute. Längst ist ein elektronisches Patientendossier zentrales Element des Gesundheitswesens – dies ist mit ein Grund, warum Dänemark nach den Briten in Europa zu den Impfmeistern gehört. Zudem baut der Coronapass auf die enorme Testinfrastruktur auf: Über 300'000 Personen können pro Tag getestet werden, wobei die Resultate direkt ins Patientendossier und damit auf den Coronapass übertragen werden. Bis im Mai soll die dänische App auf ein international verwendbares Format gebracht werden, damit der Coronapass auch für Reisen taugt.

Unzufrieden mit dem vorgezeichneten Weg aus dem Lockdown sind die dänischen Sportverbände und Fitnessstudios, die noch eine Weile auf Sport im Innenbereich verzichten müssen. Veranstalter von Festivals und die Organisatoren der Fussball-EM hatten vergeblich gehofft, die Regierung könne ihnen eine Perspektive bieten. Die Frage bezüglich Grossveranstaltungen kann auch die dänischen Langzeitplanung noch nicht beantworten.

 
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