Grüne-Kandidatin Christiane Guyer: «Heimat hält sich nicht an Ländergrenzen»

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Christiane Guyer treibt gerne Sport im Freien. Entsprechend mag sie die Naherholungsgebiete in Zofingen.Bild: zvg

Was wollten Sie als Kind werden?

Erwachsen und Bäuerin.

Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?

Als Verkäuferin in der Bäckerei.

Wem wären Sie lieber nie begegnet?

Niemandem.

Wen, der tot ist, möchten Sie gerne wiedersehen?

Meinen Vater.

Wenn Sie Macht hätten zu befehlen, was Ihnen heute richtig scheint, würden Sie es befehlen, gegen den Widerspruch der Mehrheit?

Einen vernünftigen Plan zur Klimarettung, an den sich alle halten. Mir ist aber sehr wichtig, dass Betroffene Entscheidungen nachvollziehen und mittragen können.

Was fehlt Ihnen zum Glück?

Fast nichts; die Zuversicht, dass die Klimaziele erreicht werden.

Wofür sind Sie dankbar?

Für meine Familie, meine Lebenssituation, die uns zur Verfügung stehenden Ressourcen und die vielfältige Natur.

Halten Sie sich für eine gute Freundin?

Ja, Werte wie Vertrauen, Austausch, mitdenken und -tragen sind mir wichtig.

Was bezeichnen Sie als Heimat?

Heimat ist das, was einem nicht egal ist. Heimat hält sich nicht an Ländergrenzen.

Welche Speisen essen Sie aus Heimweh?

Pizzoccheri.

Welche Hoffnung haben Sie aufgegeben?

Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Welche Probleme löst eine gute Ehe?

Ob Ehe oder Partnerschaft: Sie geben Rückhalt und Gemeinschaft.

Warum sind Sie Politikerin geworden?

Weil ich mich für meine Mitmenschen und den Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen einsetzen wollte und immer noch will. Mein politisches Interesse hat schon in der Kantonsschule angefangen. Dort wurde mir bewusst, wie wenig ein Kaffeebauer für ein Kilo Kaffee verdient. Wir gründeten einen Claro-Laden.

Was reizt Sie an der Aufgabe als Stadtammann?

Die Freude an der Politik, am aktiven Mitgestalten und mein Herz für unsere Stadt. Ich lebe gerne hier und leiste meinen Beitrag für eine nachhaltige Entwicklung, eine lebenswerte Stadt für die ganze Bevölkerung unserer Region.

Bezahlen Sie Ihre Steuern gerne?

Ja, weil die Gemeinde, der Kanton und der Bund wichtige Aufgaben erfüllen. Voraussetzung: Sie werden sinnvoll eingesetzt.

Wofür werden zu viele Steuergelder ausgegeben und wofür zu wenig?

Zu wenig für den Klimaschutz, die Förderung der natürlichen Vielfalt und die Schwächsten der Gesellschaft. Zu viel für Krieg und noch klimaschädlichen Verkehr.

Welches Buch liegt gerade auf Ihrem Nachttisch?

«You can, 30 beeindruckende Frauen und ihre Geschichten» und «Sprache und Sein» von Kübra Gümüsay.

Was werden Sie als wiedergewählte Stadträtin als Erstes in die Wege leiten?

Ich werde der Bevölkerung für ihr Vertrauen danken und dann meine Arbeit fortsetzen.

Kinderfestweggen oder Kinderfesttorte?

Kinderfestweggen, vor allem, wenn sie selbst gemacht sind.

Wie sieht die – für Sie – optimale Besetzung des Stadtrats aus den 11 Kandidatinnen und Kandidaten aus?

Das entscheidet die Bevölkerung. Als Teamplayerin kann ich mir eine Zusammenarbeit mit allen Kandidierenden vorstellen.

Was ist das beste Argument, das gegen eine Wahl von Ihnen spricht?

Ich engagiere mich nun schon lange für unsere Stadt, darf seit drei Legislaturen im Stadtrat sein. So gesehen die Amtsdauer. Doch meine Motivation ist ungebrochen und ich werde gerne weiterhin mein Wissen, meine Kompetenzen und meine Erfahrung einbringen.

Kinderfest mit Gefecht oder ohne?

Das ist in der Gemeindeordnung festgeschrieben.

Was mögen Sie an Zofingen – und was überhaupt nicht?

Ich mag, was eine lebendige und nachhaltige Kleinstadt ausmacht: Die soziale Nähe, eine gute Bildung, das vielfältige Angebot von Kultur, Sport und Freizeit, die Altstadt, das Grün, die Naherholungsgebiete, der Wald, die Innovation, die zukunftsfähige Wirtschaft. Problematisch ist, wenn rückwärtsgerichtet und ohne gute Fakten gehandelt wird.

Was gibt Ihnen Energie für die Politik?

Meine Mitbürgerinnen und Mitbürger. Das Gefühl mitzugestalten, der Einsatz für eine lebenswerte Zukunft.

Welcher Film hat Sie nachhaltig beeindruckt?

«Die göttliche Ordnung» und «Der Marsianer».

Wie gedenken Sie das Stadtratsmandat mit ihrem übrigen Berufsleben zu vereinbaren?

Erfolgreich, wie in den letzten 11 Jahren.

Erachten Sie die Entschädigung für das Stadtammann-Amt als angemessen?

Ja.

Welche Partei ist im aktuellen Stadtrat übervertreten, welche untervertreten?

In der Exekutive ist die Parteizugehörigkeit nicht das wichtigste Kriterium. Es braucht Mitglieder, die anpacken können, kooperationsfähig sind und gute Lösungen für die Zukunft erarbeiten.

Sind Sie eher ein Alphatier oder ein Teamplayer?

Beides, es kommt auf die Situation an.

Was können Sie besser: sprechen oder zuhören?

Ich höre gerne zu, um eine umfassende Meinung zu haben und diese dann engagiert und kompetent zu vertreten.

Welches Ressort würden Sie am liebsten übernehmen?

Das Ressort Sicherheit und Kultur gefällt mir sehr. Beides sind wichtige Faktoren für die Lebensqualität unserer Städte. Aufgrund meiner Erfahrung reizen mich auch Bereiche wie Personal, Finanzen und Stadtentwicklung. Wichtig ist, dass wir als Gremium die bestmögliche Verteilung der Ressorts finden.

31 Fragen an Kandidierende

Das ZT hat den Kandidierenden für den Zofinger Stadtrat mit einem Fragebogen auf den Zahn gefühlt. Die Fragen sind einerseits dem berühmten Fragebogen von Max Frisch entnommen, andererseits sind sie von der Redaktion zusammengetragen worden. Die Kandidierenden hatten eine maximale Zeichenzahl zur Verfügung sowie einen Joker. (jam)

Bisher erschienen:

SP-Kandidatin Rahela Syed

FDP-Kandidat André Kirchhofer 

FDP-Kandidat Andreas Rüegger

SP-Kandidat Lukas Fankhauser

SVP-Kandidat Hansruedi Hauri

Zur Person

Alter: 57 Jahre
Zivilstand: in fester Partnerschaft
Kinder: 5 Kinder im Alter von 15 bis 30 Jahren
Höchste Ausbildung: Lic. phil. nat.; Biologin
Beruf: Stellvertretende Leiterin Dienststelle Landwirtschaft und Wald Kanton Luzern. 
Hobbys: Besuch kultureller Veranstaltungen, Sport im Freien, Garten, Unternehmungen mit Familie und Freunden

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