Mitte-Kandidat Robert Weishaupt: «Meine politischen Erfolge spornen mich an»

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Robert Weishaupt betätigt sich als Bike-Doktor am Powerman Zofingen. (Bild: zVg)

Was wollten Sie als Kind werden?

Helikopterpilot.

Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?

Mit Ferienjobs wie Schulhausputzen.

Wem wären Sie lieber nie begegnet?

Jenem rücksichtslosen Rowdy, der mich auf der Skipiste umgefahren hat.

Wen, der tot ist, möchten Sie gerne wiedersehen?

Meinen Vater, um ihm danke zu sagen für die Unterstützung, die er mir gegeben hat.

Wenn Sie Macht hätten zu befehlen, was Ihnen heute richtig scheint, würden Sie es befehlen, gegen den Widerspruch der Mehrheit?

Da ich kein Antidemokrat bin, würde ich es nicht tun. Was autoritäre Politiker anrichten, kennen wir, und zu diesen möchte ich nicht gehören.

Was fehlt Ihnen zum Glück?

Glücklich zu sein bedeutet für mich nicht, das Beste von allem zu haben, sondern das Beste aus allem machen. Das gelingt mir nicht immer. Im Grundsatz fühle ich mich sehr glücklich.

Wofür sind Sie dankbar?

Für meine gesunde Familie und mein erfolgreiches Unternehmen.

Halten Sie sich für einen guten Freund?

Gute Freundschaften beruhen immer auf Gegenseitigkeit. Meine Freunde können mir alles im Vertrauen erzählen. Wenn eine/r meiner engen Freundinnen/Freunde mich braucht, bin ich immer da.

Was bezeichnen Sie als Heimat?

Heimat bedeutet für mich Heiternplatz, Kinderfest, Bsetzistei, aber auch Schweizer Berge, Seen und mein Zuhause.

Welche Speisen essen Sie aus Heimweh?

Dunkle Schokolade made in Switzerland.

Welche Hoffnung haben Sie aufgegeben?

Unter dem Motto «Never give up» ist Aufgeben nicht mein Ding. Ich habe aber die Hoffnung aufgegeben, die Tour de Suisse zu gewinnen ;-)

Welche Probleme löst eine gute Ehe?

Eine wirklich gute Ehe löst zwar nicht alle Probleme, aber sie gibt einem Halt und ein Fundament, das einem die Herausforderungen des Lebens leichter zu meistern hilft. Gilt auch für Partnerschaften ausserhalb der Ehe.

Warum sind Sie Politiker geworden?

Politik war bereits im Elternhaus immer ein Thema. Mein Bruder Paul, der vor mir in den Einwohnerrat gewählt worden war, hat bei mir das Interesse für Lokalpolitik geweckt. Ich bin in der Altstadt aufgewachsen und es ist mir ein besonderes Anliegen, ihre Attraktivität zu erhalten und zu verbessern.

Was reizt Sie an der Aufgabe als Stadtrat?

Ich bin überzeugt, dass ich in Zofingen einiges bewirken kann. So möchte ich etwa die Naherholungsgebiete aufwerten und einem übertriebenen Wachstum Einhalt gebieten. Unsere Stadt und die Quartiere sollen lebenswert bleiben.

Bezahlen Sie Ihre Steuern gerne?

Meine Steuern zahle ich gerne, im Wissen, dass ich in Zofingen dafür gute öffentliche Leistungen erhalte. Als langjähriger FGPK-Präsident weiss ich, dass gute Infrastrukturen auch etwas kosten.

Wofür werden zu viele Steuergelder ausgegeben und wofür zu wenig?

In Zofingen haben wir ein sehr ausgewogenes Budget, welches über die letzten Jahre massvolle Investitionen ermöglicht hat, ohne zu überborden. Darauf dürfen wir stolz sein. Bei den Strassen müsste man sich über den Standard unterhalten. Muss er immer perfekt sein?

Welches Buch liegt gerade auf Ihrem Nachttisch?

Ich habe gar keinen Nachttisch. Meistens lese ich Fachlektüren und momentan beschäftigen mich die 163 Seiten des Jahresabschlusses 2020 der Stadt Zofingen.

Was werden Sie als neugewählter Stadtrat als Erstes in die Wege leiten?

Einen Termin mit meinen Abteilungsleitern vereinbaren, um mir einen Überblick über die laufenden Geschäfte, Aufgaben und Projekte zu verschaffen.

Kinderfestweggen oder Kinderfesttorte?

Weder noch. Ich bevorzuge auch am Kinderfest etwas vom Grill, Favorit ist hier der Zofinger-Spiess.

Wie sieht die – für Sie – optimale Besetzung des Stadtrats aus den 11 Kandidatinnen und Kandidaten aus?

Eine ausgewogene Zusammensetzung von links bis rechts und mich in der Mitte.

Was ist das beste Argument, das gegen eine Wahl von Ihnen spricht?

Dass ich keine Frau bin. Aber das kann ich leider nicht ändern.

Kinderfest mit Gefecht oder ohne?

Das Gefecht gehört dazu, die Tradition soll weiterleben.

Was mögen Sie an Zofingen – und was überhaupt nicht?

Die hohe Lebensqualität, die intakten Naherholungsgebiete, die beschauliche Altstadt und die zentrale Lage mit der guten Anbindung durch den ÖV an die Zentren Zürich, Basel, Bern und Luzern. Auch, dass man schnell in den Bergen ist. Ebenso ist Zofingen ein guter Startpunkt für Velotouren. Engstirnige Mitbürger mag ich überhaupt nicht. Aber solche gibt es überall.

Was gibt Ihnen Energie für die Politik?

Meine politischen Erfolge spornen mich an. Aber auch meine sportlichen Aktivitäten in der Natur geben viel Energie – nicht nur für die Politik.

Welcher Film hat Sie nachhaltig beeindruckt?

Rendez-vous mit Joe Black.

Wie gedenken Sie das Stadtratsmandat mit Ihrem übrigen Berufsleben zu vereinbaren?

Als selbstständiger Unternehmer mit einem guten Team im Rücken kann da nichts schiefgehen.

Erachten Sie die Entschädigung für das Stadtammann-Amt als angemessen?

Das kommt auf die Leistung des Stadtammanns an.

Welche Partei ist im aktuellen Stadtrat übervertreten, welche untervertreten?

Übervertreten: Parteilose; untervertreten: Die Mitte, SVP.

Sind Sie eher ein Alphatier oder ein Teamplayer?

Teamplayer.

Was können Sie besser: sprechen oder zuhören?

Zuhören. Zuhören ermöglicht einen wirklichen Dialog.

Welches Ressort würden Sie am liebsten übernehmen?

Den Werkhof mit Entsorgung, Natur und Forstbetrieb. Weil die Ressorts voraussichtlich sowieso neu zusammengestellt werden, könnte ich mir auch das Ressort Hochbau und Liegenschaften vorstellen. Aber die Ressortverteilung ist kein Wunschkonzert. Ich bin bereit, jedes Ressort zu übernehmen.

31 Fragen an Kandidierende

Das ZT hat den Kandidierenden für den Zofinger Stadtrat mit einem Fragebogen auf den Zahn gefühlt. Die Fragen sind einerseits dem berühmten Fragebogen von Max Frisch entnommen, andererseits sind sie von der Redaktion zusammengetragen worden. Die Kandidierenden hatten eine maximale Zeichenzahl zur Verfügung sowie einen Joker. (jam)

Bisher erschienen:

SP-Kandidatin Rahela Syed

FDP-Kandidat André Kirchhofer 

FDP-Kandidat Andreas Rüegger

SP-Kandidat Lukas Fankhauser

Grünen-Kandidation Christiane Guyer

SVP-Kandidat Hansruedi Hauri

Zur Person

Alter: 48 Jahre

Zivilstand: geschieden (alleinerziehend)

Kinder: 2

Höchste Ausbildung: Berufslehre

Beruf: Zweiradmechaniker (Krankenpfleger)

Hobbys/Leidenschaften: Mountainbiken, Rennradfahren, Skifahren (Schneesportlehrer), Wandern, Bergsteigen, raus in die Natur, rein in die Küche.

 

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