Aargauer Apotheker: «Nach drei Stunden waren 400 Tests weg – aber es hat genug für alle»

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Augenschein in der Schwanen-Apotheke in Baden am 7. April 2021. Im Bild: Pharmaassistentin Daniela Quelroz gibt einer Kundin ein Paket à 5 Tests aus. (Sandra Ardizzone)

Am Mittwoch arbeiteten mehr Leute als sonst in der Apotheke Wyss gleich beim Bahnhof Baden. Aus gutem Grund. Als Apotheker Roland Wyss das Geschäft heute um 7.30 Uhr öffnete, warteten bereits sechs Kundinnen und Kunden. Sie gehörten zu den ersten, die in der Apotheke fünf Covid-Selbsttests bezogen haben.

Die Tests sind seit Mittwoch erhältlich. Jede Person erhält gegen Vorweisen der Krankenkassenkarte fünf Tests pro Monat gratis. Der Bundesrat hat Mitte März beschlossen, den Einsatz von Selbsttests ergänzend zu den bisher zugelassenen Schnell- und PCR-Tests zu ermöglichen.

Mit den Selbsttests will das Bundesamt für Gesundheit vor allem die Übertragungen im persönlichen Umfeld reduzieren. Symptomlose Personen sollen sich beispielsweise vor einem Treffen mit Freunden oder einem Besuch bei den Grosseltern einfach selber testen können.

Apotheke in Frick bietet Sammelbestellungen an

Auch in Frick standen bereits am frühen Morgen Kunden vor der Löwen-Apotheke, um ihre Gratis-Tests abzuholen. Geschäftsführer Olivier Kreis bekam letzte Woche rund 23'000 Test-Kits angeliefert.

Olivier Kreis hat auf der Website der Apotheke ein Formular für Sammelbestellungen für Firmen und Privatpersonen aufgeschaltet. Dieses wird auch häufig angeklickt. «3400 Tests sind bereits reserviert», sagt er. Bestellt werden Tests für eine bis 100 Personen. Dabei muss im Formular jede Person mit Namen und Krankenkassennummer aufgelistet sein.

Die bestellten Tests stapeln sich am Mittwochmorgen in beschrifteten Säcken in den Räumen der Apotheke. Viele davon wurden bis am Mittag bereits abgeholt. Kreis hat dafür extra eine Abholstation im Freien eingerichtet. «So können die Kunden schneller bedient werden und es kommt zu keinem Stau», sagt er. Das funktioniert bestens, wie ein Augenschein der AZ zeigt. Auch, weil Kreis den Bestellern gleich einen Terminvorschlag fürs Abholen gemacht hat.

Für Nachschub ist gesorgt

Roland Wyss in Baden hat vorerst 1500 Tests bestellt. Nach drei Stunden waren bereits 400 weg. Tests reservieren kann man in seiner Apotheke nicht. Das ist aber auch nicht nötig. «Wir haben genug Tests und werden regelmässig neue bestellen», versichert er.

Drei Stockwerke über der Apotheke sitzt Shania Ramel an einem Tisch. Die junge Frau hat gerade die Matura gemacht und hilft nun beim Abpacken der Selbsttests. Diese werden in 25er-Schachteln geliefert und dann von Hand in Plastiktüten à fünf Stück abgepackt und mit einer Klebeetikette beschriftet.

«Auf fünf zählen kann ich inzwischen», witzelt Shania Ramel. Insgesamt hat sie bereits mehr als 20 Stunden mit Umpacken verbracht. Neben ihr stehen zwei grosse Abfallsäcke mit Verpackungsmaterial. Auf dem Boden türmen sich die leeren Kisten.

Richtige Anwendung ist wichtig

Apotheker Roland Wyss freut sich über die Nachfrage. Der Selbsttest sei eine gute Sache – ergänzend zu den bisherigen Massnahmen und Tests.

Wichtig sei, den Selbsttest richtig anzuwenden. Die Mitarbeitenden in der Apotheke geben den Kundinnen und Kunden oft auf den Weg: «Denken Sie daran, den Abstrichtupfer in beide Nasenlöcher einzuführen.»

 

Viele Aargauer Apotheken machen mit

Der Apothekerverband hat bei allen 125 Mitgliedsapotheken im Aargau nachgefragt, ob sie Selbsttests abgeben. Von den 95 Apotheken, die an der Umfrage teilgenommen haben, haben alle Selbsttests im Angebot.

So auch die Schwanen-Apotheke in der Badener Altstadt. Am 1. April sind die bestellten 5950 Tests geliefert worden. Über Ostern waren freiwillige Helferinnen und Helfer damit beschäftigt, die Tests umzupacken. Am Mittwoch liegen die Plastiktüten griffbereit in vier Schubladen hinter der Verkaufstheke.

Sie sind begehrt. Zwar kommen weiterhin auch andere Kundinnen und Kunden in die Apotheke. Aber die Mehrheit will Selbsttests beziehen. Pharma-Assistentin Liliana Jenny und ihre Kolleginnen fragen immer wieder nach Krankenkassenkarten und öffnen eine der Schubladen.

Währenddessen werden im Hinterzimmer der Apotheke bereits neue Säckli abgepackt. Nörbs Locher hat seinen ersten Einsatz als Umpacker. «Ich arbeite eigentlich in der Eventbranche», sagt er. «Aber da ist im Moment bekanntlich tote Hose.» Deshalb habe er sich freiwillig gemeldet, als er hörte, dass helfende Hände gesucht werden. «Und auf fünf zählen und Minigrips schliessen, das kann ich», witzelt auch er.

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