Der FC Aarau weckt Erinnerungen an den Wahnsinn

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Das 3:0 im Schnee gegen Lausanne war für den FC Aarau der Durchbruch im Barrage-Rennen 2019. (Bild: Freshfocus)

Hand aufs Herz: Welchen Rang belegte der FC Aarau vergangene Saison in der Schlusstabelle der Challenge League? Oder 2017/18? Oder 2016/17? Oder 2015/16? Nichtwissen ist keine Schande: Es waren die Ränge 8,6,5 bzw. 4. Aber wen interessiert das heute noch? Schliesslich ist in der zweithöchsten Schweizer Profiliga alles ab Rang 3 bis Rang 9 «nur» Prestige und ein paar zehntausend Franken Prämien wert, sportlich indes bedeutungslos.

Hingegen hätten Sie die gleiche Frage mit Blick auf die Saison 2018/19 bestimmt blitzschnell beantwortet – oder? Rang 2! Das bedeutete damals den Gang in die Barrage, der Ausgang im zweiteiligen Drama gegen Xamax ist bekannt…

Kurz: Für einen Platz in den Geschichtsbüchern ist die FCA-Ausgabe 2021/22 auf Rang 1 (Direktaufstieg), 2 (Barrage) oder 10 (Abstieg) angewiesen. Ersterer und Letzterer sind theoretisch zwar immer noch, realistischerweise aber nicht mehr erreichbar – also voller Fokus auf Rang 2.

Zwei Spiele reichten, um Lausanne zu überholen

In der gleichen Ausgangslage befand sich der FC Aarau in der mehrfach historischen Saison 2018/19. Die Metamorphose vom gefühlten Absteiger (4 Punkte nach 11 Spielen) zum Barragisten wird sich in dieser Extremität kaum jemals wiederholen. Damals wie heute galt acht Spieltage vor Schluss: Ab sofort kann jeder Ausrutscher das Ende der Träume bedeuten– denn umso kleiner das Restprogramm, umso kleiner auch die Chance zur Schadensbehebung. Wobei anzufügen ist: Von Schaden zu sprechen, wäre in dieser Saison vermessen – internen oder externen Druck, die Barrage erreichen zu müssen, gibt es nicht.

Rückblick: Nach 28 Spieltagen hatte Aarau vor zwei Jahren drei Punkte Rückstand auf den Barrageplatz. Es folgte im heimischen Brügglifeld ein 0:0 gegen Winterthur, auf Rang 2 zog Lausanne auf fünf Punkte davon, gefühlsmässig war es das mit der Barrage. Zwei weitere Runden blieb es bei den fünf Zählern Differenz, ehe Lausanne im Brügglifeld zum Direktduell antrat und die Sensation ihren Lauf nahm: Pünktlich zum Anpfiff fiel massenhaft Schnee aus den Wolken, zu viel für die verdutzten Gäste, die mit 0:3 vom Aarauer Pflug weggeräumt wurden. Lausanne verlor dann auch eine Woche später, Aarau indes siegte 2:1 in Schaffhausen, sprang auf den Barrageplatz und gab diesen in den letzten drei Partien – mit Ehrgeiz, Können und Dusel – nicht mehr her.

Die Vergangenheit lehrt also: Wenn nach dem heutigen Heimspiel gegen Chiasso der Rückstand auf Rang 2 weiterhin fünf Punkte beträgt, lebt der Traum von der Barrage trotzdem weiter. Ein Anwachsen der Differenz indes wäre wohl das Aus. Pikant: Am zweitletzten Spieltag (14./15. Mai) spielt der FC Aarau in Thun – entscheidet sich dann das Barragerennen? Der Spannung wegen möge es doch so kommen.

So belohnt der FC Aarau seine Fans für deren Treue

Über 2000 Saisonkarten verkaufte der FC Aarau zu Beginn der laufenden Saison – trotz unklarer Lage, ob während der Spielzeit überhaupt Zuschauer in den Stadien zugelassen sein werden. Viel erhalten haben die Fans für den Kaufpreis nicht: In den ersten zwei Heimspielen waren je 1000 Personen zugelassen, ehe beim dritten Heimspiel gegen Xamax einmalig die Tore für alle Saisonkarten-Inhaber geöffnet werden durften.

Kurz danach aber beschloss der Bundesrat wegen der steigenden Coronazahlen die Schliessung aller Sportstätten, womit die Saisonkarte für das Brügglifeld nur noch symbolischen Wert hatte.

Und obwohl ab kommender Woche wieder 100 Zuschauer erlaubt sein werden, müssen die Saisonkarten-Inhaber auch in Aarau wohl bis Ende Saison draussen bleiben: Bei einer Obergrenze von 100 Personen lohnt sich der Aufwand einer Verlosung unter den Saisonkarten-Inhabern schlichtweg nicht, die Plätze werden an Fanklubs und wichtige Sponsoren vergeben.

Bis dato sind auf der Geschäftsstelle des FC Aarau praktisch keine Rückzahlungsforderungen eingegangen. Als Dank für die Treue und die Solidarität revanchiert sich der Verein nun bei seinen Anhängern: Alle für die laufende Saison verkauften Dauerkarten werden automatisch für eine weitere Spielzeit verlängert.

Der Preis für die Verlängerung? Den soll jeder selber bestimmen – anders gesagt: Jeder Fan soll selber entscheiden, wie viel ihm die Saisonkarte 2021/22 wert ist! Ob für null Franken, 50, 100, 200, 300 oder mehr – jede aktuelle Saisonkarte ist auch in der nächsten Spielzeit gültig. Deshalb werden auch keine neuen Karten verschickt.

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