Aarauer Luxusprobleme auf dem Weg Richtung Barrage-Platz

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Die Aarauer Torschützen Leon Bergsma (l.) und Donat Rrudhani sind für ein Spässchen zu haben. (Bild: Marc Schumacher/freshfocus)

52 Tore hat der FC Aarau nach 29 Spieltagen erzielt. Macht im Schnitt 1,8 Treffer pro Partie, der beste Wert aller zehn Challenge-League-Teams. Grund genug, die Aarauer Offensive zu loben? Ja, aber: Hätte die Equipe von Trainer Stephan Keller bis dato nur schon die Hälfte ihrer Grosschancen verwertet, würde sie mittlerweile bei über 70 erzielten Toren angelangt sein.

Das Manko, wenn man so will, wird beim Heimsieg gegen Chiasso mehr als deutlich: 3:1, ein eigentlich standesgemässes Ergebnis gegen das Schlusslicht, an dem es auf den ersten Blick nichts zu mäkeln gibt. Doch über die 13 liegengelassenen, hochkarätigen Möglichkeiten kann halt nicht hinweggesehen werden. Was, wenn die Tessiner beim Stand von 1:0 ihre gefährlichen Angriffe konsequenter ausgespielt hätten? Was, wenn in den hektischen 15 Minuten nach der Pause das 1:1 fällt?

Man kann es auch so sehen: Wenn nach einem 3:1 im Gespräch mit dem Trainer das Hauptthema das viel zu knappe Resultat ist, hat der FC Aarau abgesehen davon sehr vieles richtig gemacht. Sprich: Luxusproblem. Keller sprach von einer überzeugendsten Darbietungen in dieser Saison und nahm punkto Chancenverwertung seine Mannschaft auch in Schutz: «Vielleicht sind die Spieler überrascht, zu wie vielen Chancen wir mit unserem Stil kommen.»

Überragender Doppeltorschütze Rrudhani

Keller wählte gegen Chiasso die gleiche Startelf wie beim 1:0 vor Wochenfrist in Neuenburg. Eine weise Entscheidung – bereits nach 88 Sekunden geht das Heimteam in Front: Aratore lässt am Flügel den Ex-Aarauer Affolter stehen, wartet dann mit dem Zuspiel geschickt ab, ehe im Rücken der Tessiner Abwehr Rrudhani heranschleicht – Pass, Schuss, Tor, 1:0. In der Folge rollt eine Angriffswelle nach der anderen auf die Gäste zu, die sich bei ihrem Goalie, der Torumrandung und bei den Aarauern Abschlusssündern bedanken müssen, dass sie bis Mitte der zweiten Halbzeit auf einen Punktgewinn hoffen dürfen.

Nach den vielen vergebenen Chancen aus dem Spiel heraus führt ein Eckball zum vorentscheidenden 2:0 in der 64. Minute: Wieder hat Aratore mit einer Flanke auf den hinteren Pfosten die richtige Idee, dort setzt sich Bergsma gegen zwei Tessiner im Luftkampf durch und erzielt sein viertes Saisontor. Weitere drei Minuten später sieht der eingewechselte Balaj Rrudhani und dieser schiebt zum 3:0 ein. Das Tor zum Schlussresultat erzielt in der 72. Minute Sofian Bahloul aus 25 Metern – der schönste Treffer des Abends, was ein schwacher Trost für die Tessiner sein dürfte, die auf dem Abstiegsplatz kleben bleiben.

Sturmroutinier Gashi droht länger auszufallen

Als wäre der dritte Ligasieg nicht Grund genug zur Freude, wird die Laune bei den Aarauern eine Stunde nach Schlusspfiff noch besser durch die Kunde aus Thun: Dort endet die Partie gegen Xamax 0:0, womit der FCA den Rückstand auf den Barrage-Platz sieben Spieltage vor Schluss von fünf auf drei Punkte verringert hat. Heisst: Aarau kann die Qualifikation für die Aufstiegsspiele wieder aus eigener Kraft schaffen.

Bleibt zu hoffen, dass der FCA dann wieder auf Shkelzen Gashi zurückgreifen kann: Der Sturmroutinier, der sich in den vergangenen Wochen nach langer Krankheit seiner Bestform annäherte, musste gegen Chiasso fünf Minuten nach seiner Einwechslung das Feld wieder verlassen. «Wohl eine Zerrung in der Wade», lässt Gashi nach Spielende verlauten und verabschiedet sich in den Behandlungsraum.

Aarau - Chiasso 3:1 (1:0)
Brügglifeld. – 5 Zuschauer. – SR: Kanagasingam. – Tore: 2. Rrudhani 1:0. 64. Bergsma 2:0. 66. Rrudhani 3:0. 72. Bahloul 3:1.
Aarau: Enzler; Giger, Thiesson, Bergsma, Conus; Aratore (64. Balaj), Hammerich, Jäckle, Rrudhani (87. Zverotic); Almeida (87. Schneider), Stojilkovic (46. Gashi, 51. Spadanuda).
Chiasso: Safarikas; Dixon (55. Morganella, 67. Magnin), Hajrizi, Affolter; Antoniazzi, Silva, Maccoppi, Malinowski (46. Hadzi); Bahloul, Bnou Marzouk, Strechie.
Bemerkungen: Aarau ohne Schindelholz (krank), Peralta, Qollaku, Thaler und Verboom (alle verletzt). Chiasso ohne Pavlovic (verletzt). 14. Pfostenschuss Stojilkovic. 17. Pfostenschuss Malinowski. 51. Gashi verletzt ausgeschieden. 55. Dixion verletzt ausgeschieden. 67. Morganella verletzt ausgeschieden. 89. Lattenschuss Spadanuda. – Verwarnungen: 38. Antoniazzi, 86. Silva, 94. Magnin (alle Foul).

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