CEO Patrick Reber: «Der EHC Olten wird auch nächste Saison Ambitionen haben»

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«Das Darlehen des Bundes hat uns in diesem Geschäftsjahr die Liquidität sichergestellt», sagt EHCO-Geschäftsführer Patrick Reber. (Bild: Bruno Kissling)

Sechs Tage nach der vierten Niederlage im Playoff-Halbfinal gegen den EHC Kloten treffen wir im Trainerbüro im Stadion Kleinholz Marc Thommen und Patrick Reber zum Gespräch. Der EHCO-Präsident und CEO ziehen Bilanz zur Saison und beziehen Stellung zu einigen Kernpunkten.

Der Saison-Verlauf mit dem Höhepunkt in den Playoffs:
Patrick Reber: «Wir hatten eine durchzogene Qualifikation erlebt mit zwei Phasen, in denen es nicht gut lief. Doch dann hatte die Mannschaft einen hervorragenden Schlussspurt gezeigt, mir bleibt das letzte Qualifikationsspiel in Thurgau mit dem wichtigen Tor kurz vor Schluss in guter Erinnerung, das gleichbedeutend war mit der direkten Playoffqualifikation. Die Mannschaft lieferte gegen Sierre eine souveräne Leistung ab, wir durften mit Genugtuung sehen, über welches Potenzial das Team verfügte. Im Halbfinal gegen Kloten kamen wir von einem 0:3 zurück und hatten im sechsten Spiel leider das Glück nicht auf unserer Seite. Ist die Scheibe zwei Zentimeter weiter vorne, müssen die Schiedsrichter auf Tor entscheiden, womit das Team sehr nahe am Spiel sieben gestanden wäre. Ich hätte gerne ein siebtes Spiel in Kloten gesehen, da wäre alles offen gewesen. Kurzum: Ein Auf und Ab in der Qualifikation mit vielen Fragen, warum wir solche Phasen durchleben mussten. Umso überzeugender trat die Mannschaft in den Playoffs auf, sodass letztlich Kloten noch ziemlich nervös wurde.»

Marc Grieder in der Doppelrolle und Assistent Schrepfer:
Reber: «Es gibt einen Sportausschuss mit Vertretern des Verwaltungsrates, Marc Grieder und mir und wir haben das schon vor der Saison eingehend thematisiert. Und wir haben uns am Schluss unter Abwägung aller Vor- und Nachteile entschieden, dass dies ein denkbarer Weg ist, den alle mitgetragen haben. Doch dann haben wir im Verlauf der Saison gespürt, dass es für die Spieler nicht einfach ist und es auch für Trainer Fredrik Söderström schwierig ist, die Abgrenzung zwischen Assistent Grieder und Sportchef Grieder zu finden. Und da hat Marc Grieder dann hervorragend reagiert, und hat die Änderung beantragt. Dann kam Rolf Schrepfer, ein neues Gesicht, eine neue Stimme, eine neue Person. Ich habe ihn als sehr bereichernd erlebt, die Art, wie er auftritt, die Aura, was er ausstrahlt und wie er auf die Spieler wirkte. Er kam sehr gut an, er war eine sehr gute Lösung und war ein grosses Puzzleteil, dass die Mannschaft auf die Erfolgsspur fand.»

Die wirtschaftliche Situation in der Coronakrise:
Reber: «Das Darlehen des Bundes hat uns in diesem Geschäftsjahr die Liquidität sichergestellt. Wir warten jedoch nach wie vor auf die A-fonds-perdu-Beiträge. Ende Januar haben wir das Gesuch fristgerecht eingereicht, haben aber bis heute noch keine Verfügung erhalten. Das hängt jedoch damit zusammen, dass die Verordnung noch angepasst wurde, zuletzt am 31. März, an der wichtige Korrekturen gekoppelt sind. Was uns besonders tangiert, ist die Frage, wie der Ticketanteil bei den Business-Clubs und VIP-Packages zu berechnen sei. Das musste der Bund zuerst regeln. Und dann hat es per 1. April noch einmal neue Anpassungen gegeben. Nun ist es, Stand heute, so, dass wir die zwei Drittel der Ticketausfälle aus der Referenzsaison 2018/19 beantragt haben. Und diese Verfügung sollte in den nächsten Tagen zu uns kommen. In dieser sollte stehen, um welchen Betrag es sich pro Spiel handelt. Der Gesamtbetrag aus allen Spielen wird uns einen Teil der Ertragsausfälle kompensieren. Die weiteren an die A-fonds-perdu-Beiträge gekoppelten Unterlagen wie die Gesamtlohnsumme und die Lohnsenkungsmassnahmen haben wir eingereicht. Mit dem ersten Gesuch konnten wir die Spiele von Oktober bis Ende Dezember abdecken, das zweite Gesuch beinhaltet die Zeit von Januar bis Ende März, damit wir das Gros der Spiele abgedeckt hätten. Wird das alles akzeptiert, sollten die ersten Gelder fliessen. Man muss dazu noch sagen, dass wir eine Vorauszahlung hätten beantragen können, wenn wir bei der Liquidität an die Grenze gestossen wären. Das war für uns aufgrund der Covid-19-Darlehen des Bundes jedoch kein Thema.»

Marc Thommen: «Da wir die AG-Sanierung gemacht haben mit dem neuen 1,2 Millionen umfassenden Aktienkapital kommt hier auch ein zweiter Grund zum Tragen, der uns geholfen hat auf der Liquiditätsseite. Wobei das ist die eine Seite, denn es muss auch noch irgendwie weitergehen. Und wenn man A-fonds-perdu-Beiträge will, darf die Lohnsumme in den nächsten fünf Jahren die Summe der Referenzsaison von 2019/20 der Mannschaft und Geschäftsstelle nicht übersteigen. Wir sind da auf einem guten Weg, wir haben in den letzten Jahren die Zahlen bei der Mannschaft optimiert, weshalb uns das nicht betrifft. Ich will auch noch betonen, wie sehr wir den Goodwill der Sponsoren und Fans schätzen, das ist eminent wichtig.»

Reber: «Wir haben alles Mögliche versucht, das Geschäftsjahr dauert noch einige Tage, aber es lässt sich schon jetzt sagen, dass es ein sehr schwieriges Jahr war. Nicht dass es uns die Existenz abgestellt hätte, aber wir sind angewiesen auf die Unterstützungsbeiträge und Unterstützung sowie grosse Solidarität aller Partner.»

Die Ambitionen in der nächsten Saison:
Reber: «Wir haben hier in Olten ganz klar die Ausrichtung, ein starkes, gutes Team zu haben, das um die Top-4-Plätze spielt. Wir wollen vorne mitspielen können. Der EHC Olten wird auch nächste Saison grosse Ambitionen haben.»

Thommen: «Wir wollen eine kontinuierliche Entwicklung im Klub sehen. Und wenn wir rauf in die National League können, dann machen wir diesen Schritt auch. Das Ziel muss daher sein, eine Mannschaft zu haben, die darum kämpfen kann. Schlussendlich muss die Chemie im Team stimmen. Wir wollen Spieler, die das Herz hier haben und für den EHC Olten kämpfen.»

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