Absagen werden erwartet: Fällt auch der Festivalsommer 2021 ins Wasser?

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Christoph Bill, Organisator Open Air Heitere mit Begeisterung dabei in Zofingen. (Archivbild) Eveline Beerkircher

Die Hoffnungen der Veranstalter waren gross. Erwartet wurde der lang geforderte Zeitplan, die Rahmenbedingungen für die Durchführung von Grossanlässen, für die Konkretisierung des beschlossenen Schutzschirms. Für die Perspektive, mit der die Veranstalter hätten planen und kalkulieren können. Es wären die Entscheidungsgrundlagen für den Festivalsommer 2021. Für die vielbeschworene Planungssicherheit.

Doch die Veranstalter wurden abermals enttäuscht. Als «düster bis bewölkt» beschreibt Christoph Bill seine Stimmungslage und der seiner Kollegen bei der SMPA, dem Verband der grossen Veranstalter. «Wir stehen schlechter da als vor einem Jahr», sagt der SMPA-Präsident Bill. Die Veranstalter stehen nach wie vor im luftleeren Raum. Es fehlt ihnen genau jene Perspektive, die der Bundesrat eigentlich bieten wollte.

Es fehlen auch Aussagen zum Schutzschirm

Es fehlen aber auch Aussagen zur Ausgestaltung des vom Parlament beschlossenen Schutzschirms, mit dem die Planungen aufrecht erhalten werden könnten. Und bezüglich der rückwirkenden Ausfallentschädigung besteht ebenfalls Ungewissheit. «Das entscheidende Tandem Perspektiven und finanzielle Unterstützung fährt nicht», sagt Bill und fügt an:

Christoph Bill, Präsident Konzert-, Show- und Festivalveranstalter SMPA.

Christoph Bill, Präsident Konzert-, Show- und Festivalveranstalter SMPA. Alexandra Wey/Keystone

«Ich habe das Gefühl, dass man sich bei den Entscheidungsträgern der Dringlichkeit nicht bewusst ist.»

Wäre es unter diesen Bedingungen nicht besser, wenn die noch verbliebenen grossen Open Airs und Sommerfestivals auch in diesem Jahr abgesagt würden? «Die Zeichen stehen auf Verschiebung ins nächste Jahr», sagt Bill. Auch für die Festivals im August, die zeitlich noch etwas im Vorteil sind. Tatsächlich wäre das der einfachste und bequemste Weg.

Alternativ-Events wären möglich

Bill ist aber noch nicht bereit, einfach alles aufzugeben. «Wir würden eine Chance vergeben», sagt er. Nach seiner Beurteilung sind «die Vollversionen der grossen Festivals gestorben». «Wir hätten aber immer noch die Möglichkeit, Alternativevents aufzugleisen», sagt er. Verkleinerte, inhaltlich veränderte, neu gestaltete Anlässe, die mit Schutzkonzepten möglich wären. BIll meint:

«Wir könnten so auch in diesem Bereich mit dem Virus leben lernen, der gesamten Wertschöpfungskette von Veranstaltungen etwas Leben einhauchen und der Gesellschaft echte Perspektiven geben»

Aber auch dazu schweigt der Bundesrat. Die Gefahr ist also gross, dass am Schluss gar nichts bleibt. Dass auch der Festivalsommer 2021 ins Wasser fällt.

Am kommenden Montag findet ein Kulturgipfel mit den Kulturverbänden und Bundesrat Alain Berset statt. Bill, der auch Chef des Heitere Open Airs in Zofingen ist, will diesen Anlass und die Ausgestaltung des Schutzschirms noch abwarten, bevor er konkrete Aussagen zu seinem Festival machen will. Seit Monaten arbeitet er jedoch mit seinem Team an verschiedenen Szenarien, falls die Vollversion noch einmal verschoben werden müsste.

Schwer vorstellbar ist aber, wie ein Monsteranlass wie das Open Air in Frauenfeld mit über 50000 Besucherinnen und Besuchern redimensioniert werden kann. Von einer Absage kann man also ausgehen. Unwahrscheinlicher denn je sind aber auch Moon & Stars in Locarno oder das grosse Open Air in Gampel.

Gut beraten war das Montreux Jazzfestival, das schon vor Wochen auf einen kleinen, machbaren und flexiblen Plan B umgeschwenkt ist. Denn für mittelgrosse Anlässe besteht nach wie vor Hoffnung auf eine mögliche Umsetzung, sofern vom Bundesrat nun rasch klare und schweizweit einheitliche und verbindliche Aussagen kommen.

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