Impfung wirkt bei Teenagern zu 100 Prozent - doch was ist mit den Kleinkindern?

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Im Sommer können eventuell auch in der Schweiz Teenager gegen Covid-19 geimpft werden. Bild: Getty

Nach Kanada hat auch die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA den Impfstoff von Biontech/Pfizer für Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 15 Jahren zugelassen, der seit vergangenem Oktober klinisch geprüft wird. Für ältere Jugendliche ab 16 Jahren war dieser Impfstoff bereits im Dezember bewilligt worden.

«Ich bin froh, wenn man diese Altersgruppe bald impfen kann», sagt der Präsident der Eidgenössischen Kommission für Impffragen Christoph Berger. Die BAG-Zahlen zeigen zur Zeit, dass die Inzidenz bei dieser Altersgruppe gleich hoch ist wie bei den 20- bis 40jährigen. Es gibt somit bei den Jugendlichen gleich viele Infektionen. Diese verlaufen zwar in den allermeisten Fällen nicht schwer. Aber die Jugendlichen seien durch Corona massiv eingeschränkt und müssten auch von den dank des Impfens bald möglichen Erleichterungen profitieren können.

Den Jugendlichen ihr Leben zurückgeben

«Jugendliche müssen schnuppern, Erfahrungen sammeln und sich mit Gleichaltrigen austauschen können. Die Zulassung der FDA ist Good News. Ein Schritt zurück ins normale Leben auch für Teenager», sagt der Leiter der Infektiologe am Uni-Kinderspital Zürich, Christoph Berger.

«Dabei geht in erster Linie darum, dass die Kinder selbst geschützt sind. Erst später dann auch um die Durchimpfung der Schweiz.»

In den USA, wo bis jetzt ein Drittel der Bevölkerung geimpft ist, können dank der Zulassung nun 13 Millionen Amerikaner mehr geimpft werden. Für die einen ist das ein Schritt in Richtung der gewünschten Herdenimmunität und die Verbesserung der Sicherheit der Kinder in den Schulen. Impfgegner entgegnen, in den USA seien nur 490 Kinder an Covid-19 gestorben, der Nutzen sei gering. Die Zulassung eines Impfstoffs für eine jüngere Bevölkerungsgruppe sei ein entscheidender Schritt, um die immense Belastung der öffentlichen Gesundheit durch die Covid-19-Pandemie zu verringern, sagt Peter Marks, Direktor des Center for Biologics Evaluation and Research der FDA.

Anstieg der Infektionen bei den Jugendlichen

«Eltern und Erziehungsberechtigte können sicher sein, dass die Behörde eine strenge und gründliche Überprüfung aller verfügbaren Daten vorgenommen hat, wie wir es bei allen unseren Covid-19-Impfstoff-Notfallgenehmigungen getan haben», wird Janet Woodcock von der FDA in den angelsächsischen Medien zitiert. Die Prüfung der Daten entspreche den üblichen strengen Standards einer Zulassung. Der Impfstoff sei nötig, weil es in den USA einen deutlichen Anstieg an Infektionen bei den Jugendlichen gebe.

Die Studie der Firma mit 2260 Probanden ergab, dass Covid-19 bei den Teenagern zu 100 Prozent schwere Erkrankungen und Todesfälle verhinderte. Die Kinder zeigten stärkere Immunreaktionen auf die Impfung, also mehr Antikörper, als die 16- bis 25-jährige Gruppe, an der Pfizer seinen Impfstoff zuvor getestet hatte. Besorgniserregende Nebenwirkungen bei Teenagern wurden in der Studie nicht festgestellt.

Zu 100 Prozent wirksam in der Studie

Mit einer Wirksamkeit von 100 Prozent, ist diese sogar noch höher als bei Erwachsenen. Das ist nach Berger leicht zu erklären. In der Studie gibt es eine Gruppe, welche den Impfstoff erhält, und eine Gruppe, der ein Placebo verabreicht wird. Wenn es in der geimpften Gruppe keine Infektionen und solche nur unter den Ungeimpften gibt, ist die Wirksamkeit 100 Prozent. Hätte es auch ein Kind aus der Geimpftengruppe erwischt, wäre die Wirksamkeit dementsprechend statistisch kleiner.

Eine Woche nachdem Biontech/Pfizer die Zulassung bei europäischen Arzneimittelbehörde EMA beantragt hat, hat Pfizer das am 7. Mai auch bei Swissmedic getan. Man habe die Unterlagen erst vor wenigen Tagen erhalten und könne noch nichts dazu sagen, erklärt Swissmedic-Sprecher Alex Josty. «Sobald wir die Unterlagen begutachtet haben, werden wir über die Modalitäten beziehungsweise die Unterschiede bei den jüngeren Jugendlichen – falls es solche geben wird – informieren und dies in der Fachinformation festlegen.»

Man geht davon aus, dass sich die Dosierung für 12 bis 15Jährige nicht von jener für über 16 jährige unterscheidet. Die Immunantwort unterscheide sich generell in dieser Altersgruppe nicht von jener von Erwachsenen. «Das zeigt sich auch bei Impfungen gegen Hepatitis-B oder der HPV-Impfung, die man ebenfalls in diesem Alter macht», sagt Berger.

Für kleinere Kinder wird es noch länger dauern

Christoph Berger, Präsident der Eidgenössischen Kommission für Impffragen EKIF und Leiter der Infektiologie am Universitäts-Kinderspital Zürich.

Christoph Berger, Präsident der Eidgenössischen Kommission für Impffragen EKIF und Leiter der Infektiologie am Universitäts-Kinderspital Zürich.

Peter Klaunzer / KEYSTONE

Die Frage nach der Dosierung stellt sich dann bei den jüngeren Kindern. Deshalb dauern diese Studien nach Christoph Berger länger und sind noch im Gange.

«Die richtige Dosierung muss man ausfindig machen, deshalb braucht es auch mehrere Studien».

Die Physiologie von Kindern unterscheide sich im Vergleich zu Erwachsenen etwa bei Grösse, Muskelmasse oder Stoffwechsel, sagt Josty von Swissmedic. Das könne einen Einfluss auf die Sicherheit, Impfreaktion oder die Immunogenität des Impfstoffs haben. Deshalb seien altersabhängig unterschiedliche Immunantworten bei Kindern möglich. Bis Studienresultate für unter 12-jährige publiziert werden, geht es noch länger. Nach Berger wird es wohl noch bis zum Jahr 2022 dauern.

Für die Jugendlichen hofft er, dass im Sommer geimpft werden kann. Einen genauen Zeitpunkt kann er aber nicht nennen. In Deutschland hat Gesundheitsminister Jens Spahn gestern erklärt, er wolle Jugendlichen von 12 bis 18 Jahren nach den Sommerferien die Impfung ermöglichen. Dies hänge von der Zulassung der EMA ab. Die sollte nach Spahn gemäss der Zulassungsbehörde Ende Mai oder Anfang Juni erfolgen.

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