André Kirchhofer: «Könnte mir eine Kandidatur fürs FGPK-Präsidium vorstellen»

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Enttäuschung weggesteckt: André Kirchhofer will nun weiter im Einwohnerrat politisieren. Bild: Benjamin Lang

Herr Kirchhofer, drei Wochen sind seit den Zofinger Stadtratswahlen vergangen. Ist Ihre Enttäuschung nach der Nicht-Wahl verflogen?

Definitiv – schon nach einem Tag! Ich war enttäuscht, das ist richtig. Aber es warten bereits wieder neue Aufgaben, so etwa der dritte Teil meiner laufenden Weiterbildung. Von daher habe ich weder Zeit noch Lust, einem verpassten Ziel nachzutrauern. Anderseits darf und muss eine gewisse Enttäuschung direkt nach der Niederlage sein. Alles andere wäre unglaubwürdig – und zeugt davon, die Kandidatur nicht ernst genommen zu haben. Ich hoffe doch, alle Verlierer waren enttäuscht!

Sie haben einen offensiven Wahlkampf geführt, auch online. Trotzdem reichte es nicht – warum?

Fast alle Mitbewerber attestierten mir, den engagiertesten Wahlkampf geführt zu haben. Eine grosse Rolle spielte jedoch, dass es kaum Gelegenheit gab, sich unter Leute zu begeben und persönliche Gespräche zu führen. Online bewegt man sich ein Stück weit in der eigenen Blase. Zudem sind die parteipolitischen Beharrungskräfte in Zofingen offensichtlich sehr gross. Ein SPler wurde durch einen SPler ersetzt, ein Mitte-Politiker durch einen Mitte-Politiker. Das bestehende Gefüge zu verändern ist sehr schwierig. Das zeigte sich schon vor vier und acht Jahren.

Im Nachhinein kann man sich fragen, ob sich FDP und SVP gegenseitig hätten unterstützen müssen.

Koalitionen sind immer ein zweischneidiges Schwert. Sie können helfen – aber auch abschrecken. In unserem Fall gab es durchaus Absprachen. Das hat mir aber offensichtlich wenig geholfen. Andere Kandidaten haben bei früheren Wahlen ähnliche Erfahrungen gemacht. Ausschlaggebend war meiner Meinung nach jedoch, dass es mir insgesamt zu wenig gelang, mich als Persönlichkeit statt als FDP-Vertreter zu «verkaufen».

Die SVP ist wieder nicht im Stadtrat vertreten. Steht zu befürchten, dass die Politik in Zofingen gehässiger wird?

Für mich persönlich ist es überhaupt kein Thema, gehässiger oder polemischer zu werden, im Gegenteil. Ich verstehe mein Resultat – immerhin mit dem absoluten Mehr – als Auftrag, im gleichen konstruktiven Stil weiterzumachen. Es wäre völlig daneben, jetzt die beleidigte Leberwurst zu spielen oder mit dem Zweihänder dreinzuschlagen. Man muss genau gleich weiterarbeiten und die Arbeit des Stadtrates im Einwohnerrat genau gleich kritisch begutachten – so, wie das die FDP in den letzten Jahren schon gemacht hat.

Wenn man Sie so reden hört, heisst das, Sie treten wieder zur Wahl in den Einwohnerrat an?

Ja, das werde ich gerne, sofern meine Partei einverstanden ist. Politik macht mir Freude. Ich gehe auch davon aus, dass alle anderen nichtgewählten Stadtratskandidaten ebenfalls antreten. Offensichtlich wollten sie unbedingt etwas bewegen in Zofingen – das ist auch im Einwohnerrat möglich.

Das Präsidium der FGPK, der Finanz- und Geschäftsprüfungskommission, wird frei. Interessiert Sie diese Aufgabe?

Das FGPK-Präsidium wäre sicherlich eine reizvolle Aufgabe. Sollte ich das Vertrauen über die Parteigrenzen hinaus spüren, könnte ich mir eine Kandidatur vorstellen – sofern ich wieder in den Einwohnerrat gewählt werde. Grundsätzlich hat die FGPK eine sehr wichtige Funktion, vorab als vorberatendes Gremium, aber auch als «Sparringpartner» und «Kontrollorgan» des Stadtrats. Umso wichtiger scheint es mir in der aktuellen Konstellation, dass das Präsidium tendenziell aus dem Mitte-Rechts-Spektrum besetzt wird.

Für das Amt des Stadtammanns gibt es bisher drei Bewerbungen: Christiane Guyer (Grüne), Dominik Gresch (GLP) und Peter Siegrist (parteilos). Wird die FDP eine Empfehlung abgeben?

Wir haben die Bewerber bereits zu einem Hearing eingeladen, die Zusagen sind eingetroffen. Der Stadtammann – oder die Frau Stadtammann – hat eine wichtige Aufgabe, dazu braucht es ein klares Profil, besondere Fähigkeiten und Kompetenzen. Das möchten wir in der FDP genau anschauen, zumal im bisherigen Wahlkampf kaum eine inhaltliche Diskussion stattgefunden hat. Erst nach dem Hearing, das am 14. August stattfindet, werden wir allenfalls eine Empfehlung abgeben.

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