Badi Reiden: Ortsparteien warten Schlussbericht der Taskforce ab

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Die Sanierungskosten für die Badi Reiden belaufen sich auf 9,5 Millionen Franken – 2,3 Millionen mehr als geplant. Bild: mma

In der Causa Badi Reiden ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Vor zwei Wochen ist der gesamte Verwaltungsrat der Badi Reiden AG zurückgetreten, nachdem ihm der Gemeinderat das Vertrauen entzogen hatte (wir berichteten). Die Exekutive setzte Anfang Jahr eine Taskforce ein, welche die Kostenüberschreitung von 2,3 Millionen Franken bei der Hallenbad-Sanierung der Badi Reiden seither untersucht. Ein Zwischenbericht der Taskforce bewegte den Gemeinderat dazu, dem Verwaltungsrat bestehend aus Pius Schumacher (Präsident), Erich Meier und Pascal Vanoli das Vertrauen zu entziehen. Dieser trat daraufhin zurück und begründete das unter anderem mit «unterschiedlichen strategischen Auffassungen».

Die Interessensgemeinschaft IG Reiden hat sich noch vor diesem Vertrauensentzug zur Situation geäussert. Sie kritisierte die Intransparenz der Badi Reiden AG und des Gemeinderats gegenüber dem Volk. «Der Verwaltungsrat hat offenbar den Gemeinderat nicht gehörig informiert. Dort, im Gemeinderat, fühlte sich niemand zuständig, und man gab sich immer ahnungsloser», schreibt Markus Schwander, Pressechef der IG Reiden, in einer Mitteilung auf ihrer Website. «Zudem muss man die Kritik des Verwaltungsrates ernst nehmen,​​​​​ dass der Gemeinderat über die Kostenentwicklung durch seinen Delegierten im Steuerungsausschuss – Gemeinderat Bruno Geiser – fortlaufend im Bild war», sagt Schwander auf Anfrage.

Abschlussbericht soll der Bevölkerung vorgelegt werden

Die CVP schrieb in einer Mitteilung vor einer Woche, sie sei gespannt auf die Untersuchungsergebnisse der «Taskforce» und erwarte, dass der definitive und vollständige Abschlussbericht der Bevölkerung zur Einsichtnahme bereitgestellt werde. «Wurden Fehler gemacht, sollen die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Ob ein Fehlverhalten strafrechtliche und finanzielle Konsequenzen für die Verantwortlichen haben wird, werden die Erkenntnisse der «Taskforce» aufzeigen», heisst es weiter.

Lukas Brunner, Vorstandsmitglied der SP Reiden, sagt: «Wie bereits erwähnt begrüssen wir die Aufarbeitung der Situation durch eine Taskforce. Bevor Schlüsse und Forderungen für das Vorgehen zukünftige Bauprojekte ausgesprochen werden, sollte der Bericht der Taskforce abgewartet werden.»

Auch für Ivo Müller, Präsident der SVP Reiden, wäre eine seriöse Kritik und Beurteilung verfrüht. «Zurzeit steht Aussage gegen Aussage», sagt Müller. «Sicher hinterfragt werden darf, ob die Zusammensetzung in der Baukommission, ohne kompetente Personen mit Fachwissen im Bausektor, sinnvoll und verantwortbar war. Ob der Rücktritt des Verwaltungsrates, allesamt Mitglieder der Baukommission, nun einem Eingestehen von Fehlentscheidungen gleichkommt, oder ob andere Faktoren mitspielen, bleibt im Moment offen.» Schliesslich stelle sich die Frage, ob das Reider Stimmvolk mit einem schöngefärbten Kostenvoranschlag hinters Licht geführt wurde und inwieweit die nun zurückgetretenen Verwaltungsräte, aber auch deren Vorgänger bei diesem Kostenbudget die Finger im Spiel hatten. «Ebenfalls hinterfragt werden muss das Verhalten des Architekten, der eigentlich aufgrund des massiv zu tiefen Kostenvoranschlages schon vor der Badi-Abstimmung hätte sein Amt abgeben müssen», sagt Müller.

Der angesprochene Wolhuser Architekt Urs Köpfli äusserte sich bereits vor mehreren Tagen zu dieser Kritik (ZT-Ausgabe vom 8. Mai). So sagte Köpfli: «Das realisierte Projekt hat letztlich mit dem Projekt, das der Stimmbürger beschlossen hat und wir geplant haben, nichts mehr zu tun. Es wurden viele Änderungen vorgenommen, die dem ursprünglichen Projekt nicht mehr entsprachen.» Als Fachmann habe er dies nicht mehr verantworten können, gerade im Hinblick auf die Kosten. Doch seine Einwände seien abgelehnt worden.

Schlussbericht wird schätzungsweise erst im Juni präsentiert

Bis der Schlussbericht der Taskforce fertiggestellt ist, dürfte aber noch viel Zeit ins Land ziehen. Gemäss Gemeindeschreiber Lukas Liem wird dieser schätzungsweise erst im Juni dem Gemeinderat vorgelegt. Ursprünglich hätte der Schlussbericht Ende März präsentiert werden sollen.

Die Reider Exekutive hat Anfang Jahr die Taskforce einberufen, weil sich die Sanierungskosten für die Badi Reiden mittlerweile auf 9,5 Millionen anstatt 7,3 Millionen Franken belaufen. Das Brisante an der Geschichte: Die Kosten für das ursprüngliche Vorprojekt beliefen sich auf 9,5 Millionen Franken. Da dies der Gemeinde zu teuer war, wurde das Projekt redimensioniert, und die Stimmbürger genehmigten 2019 einen Kredit von 7,3 Millionen Franken. Die Gemeinde ist Alleinaktionärin der AG.

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