Den Aargauer Schulen fehlen noch über 200 Lehrerinnen und Lehrer für das nächste Schuljahr

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Keine Klasse wird allein gelassen. Zwar kann es sein, dass auch nach den Sommerferien noch nicht alle Stellen an den Schulen besetzt sind, dann finde sich aber eine andere Lösung, heisst es beim Kanton. Symbolbild: Keystone

Die Primarschule Angelrain in Lenzburg hat ein Problem. Seit mehreren Wochen sucht die Schule eine neue Lehrperson für eine 1. Klasse. Solange diese nicht gefunden ist, sei unklar, wie viele Klassen geführt werden, entsprechend sei auch die Einteilung der Kinder weiterhin offen. Man bitte um Geduld, schrieb die Schule vor wenigen Tagen in einem Brief an die Eltern.

Lenzburg ist kein Einzelfall. Bis Ende April schreiben die Aargauer Schulen jeweils die im August zu besetzenden Stellen aus. Alle Jahre wieder gibt es danach noch Dutzende freie Plätze. Ende letzter Woche waren an Aargauer Primar- und Sekundarstufen noch Pensen frei, die insgesamt 195 Vollzeitstellen entsprechen, über die Hälfte davon auf Primarstufe. Da viele Teilzeitpensen ausgeschrieben sind, werden effektiv über 200 Lehrpersonen gesucht. Der viel zitierte Lehrermangel im Aargau ist auch in diesem Jahr Tatsache.

Mehr besetzte Stellen als in anderen Jahren

Allerdings scheint er sich abzuschwächen. Zur gleichen Zeit ein Jahr zuvor waren laut Bildungsdepartement 180 Vollzeitpensen frei, im Jahr 2019 fehlten Mitte Mai Lehrerinnen und Lehrer für insgesamt 242 Vollzeitstellen. Warum die Stellen im 2020 besser besetzt werden konnten als zuvor, erkläre man sich ein Stück weit mit der Coronapandemie, sagt Departementssprecherin Simone Strub. Sie habe vielleicht mehr ausgebildete Lehrpersonen zurück in den sicheren Beruf gebracht, andere hätten womöglich ihre Pensen erhöht, weil sie durch sonstige Ausfälle in finanzielle Schwierigkeiten gerieten. Der Kanton erhebe die Daten dazu aber nicht, so Strub, «das ist Spekulation». Doch der Trend setzt sich zumindest in diesem Jahr fort.

Simone Strub, Departementssprecherin.

Simone Strub, Departementssprecherin.

Britta Gut

Fraglich sei weiter, inwiefern das mit dem neuen Entlöhnungssystem zu tun hat, das im Januar 2022 eingeführt wird. Die Löhne für Lehrerinnen und Lehrer werden damit, vor allem beim Berufseinstieg, höher als bisher. Der Aargau soll so wieder konkurrenzfähig werden, die Lehrpersonen nicht mehr in umliegende, besser entlöhnende Kantone abwandern. Wie schnell sich dieser Effekt aber durchschlägt, sei schwierig abzuschätzen, sagt Simone Strub.

Keine Klasse wird allein gelassen

Unter diesen offenen Stellen gebe es viele Kleinstpensen und auch Stellvertretungen. «Diese sind meistens nicht sehr attraktiv für jemanden, der eine Stelle sucht», erklärt Strub einen Faktor, der zum alljährlichen Mangel führe. Es sind die Gemeinden, welche die Lehrpersonen einstellen. Das Bildungsdepartement verschafft sich Mitte Mai und dann wieder bei Schulbeginn im August anhand der ausgeschriebenen Stellen einen Überblick. Detaillierte Angaben zu den gesuchten Profilen fehlen dem Departement, ebenso dazu, was mit Stellen passiert, die sich einfach nicht besetzen lassen.

Extrem dramatisch sei die Situation aber nicht, meint Strub, «ein gesunder Markt hat auch offene Stellen». Zweitens sei es noch nie vorgekommen, dass eine Klasse nach den Sommerferien alleine im Schulzimmer zurechtkommen musste. «Wenn auch im August noch eine Klassenlehrperson fehlt, findet sich mindestens eine Stellvertreterin», sagt Strub. So verhalte es sich auch mit kleinen Pensen, diese würden dann beispielsweise anders aufgeteilt, «es gibt immer eine Lösung».

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