«Verseichter» Frühling, «verschiffter» Sommer?

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Symbolbild (Keystone)

In den meisten Jahren konnte man bis zu diesem Zeitpunkt schon ein paar Mal bei zumindest halbwegs erträglichen Wassertemperaturen in die Badi gehen. Heuer war dies ein wahrlich kühnes Unterfangen, wenn man keinen Neoprenanzug trug oder nicht besonders hart im Nehmen ist. Und während man in den vergangenen Jahren oft schon Ende April die ersten Schweizer Erdbeeren kaufen konnte, musste man sich nun lange mit spanischer Importware begnügen. Die Sonne zeigte sich in den vergangenen Wochen nach dem Regen höchstens kurz, bevor schon wieder der nächste Wolkenbruch anstand. Wie besang es Peach Weber einst so schön: «Noch em Räägne chonts go schiffe, noch em Schiffe, do seichts …»

Nachdem bereits der April im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt zu kalt ausgefallen war, konnte auch der Mai die temperaturmässigen Erwartungen an ihn nicht erfüllen. Letztmals zwei zu kalte Monate in Folge mussten wir im Februar und März 2018 erleiden.

Ein kalter Mai muss aber gar nicht zwingend einen kalten Sommer zur Folge haben, im Gegenteil! Als wir vor zwei Jahren ebenfalls einen untertemperierten Mai hatten, gab der Sommer 2019 im Anschluss richtig Vollgas. Keine zwei Wochen nach dem Start in den Juni konnten im Flachland teilweise 30 Grad verzeichnet werden, wie die Daten des Wetterdienstes MeteoNews erinnern. Man sieht also: Bei passender Wetterlage kann es plötzlich sehr schnell gehen. Der Sommer 2019 insgesamt fiel dann auch deutlich zu warm aus. Genau gleich war es auch 1983, als nach einem trüben und nassen Mai ein überdurchschnittlicher Sommer folgte. Im Juli war es damals sogar aussergewöhnlich warm mit Hitzerekorden, die heute örtlich noch Bestand haben, so beispielsweise in Chur mit 38,1 Grad. Dass aber auf einen nassen und kühlen Mai immer ein überdurchschnittlich warmer Sommer folgte, war auch nicht immer der Fall. Als Beispiel dazu sei das Jahr 1987 erwähnt, als insbesondere der Juni viel zu kühl ausfiel und danach im Juli und August auch mehrere Unwetterkatastrophen folgten (insbesondere grosse Überschwemmungen). Insgesamt ergibt sich aber dennoch ein Trend, dass auf einen zu kühlen und nassen Mai ein überdurchschnittlicher Sommer folgt.

Die Chancen stehen tatsächlich nicht schlecht, dass dies auch in diesem Jahr der Fall sein wird. Die Anzahl Tage mit Temperaturen über 20 Grad wird ab dieser Woche stark zunehmen. Trotzdem sagen die saisonalen Prognosen von MeteoNews einen zwar durchschnittlich warmen, aber eher zu feuchten Juni voraus. Hingegen dürfte uns im Juli und August einem Prachtsommer nichts mehr im Weg stehen. Wer lieber dem April und Mai nachtrauern möchte, dem seien Sommerferien in Skandinavien empfohlen. Diese könnten ziemlich «verschifft» ausfallen.

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