Jeder Plüss hat Wurzeln in der Region

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Markus Plüss verarbeitet die Ergebnisse seiner Ahnenforschung zu einem zweiteiligen Dokumentarfilm. Bilder: Remo Wyss
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19 solcher Tafeln hat es entlang des Aargauer Hugenotten- und Waldenserwegs.

Mitte des 16. Jahrhunderts und gegen Ende des 17. Jahrhunderts flüchteten die Hugenotten – reformierte Christen in Frankreich, die sich zur Lehre des Reformators Jean Calvins bekannten – in zwei Wellen aus Frankreich. Auf ihrer Flucht durchquerten sie die Schweiz von der Romandie her nach Schaffhausen. Auf diesem Weg kamen die Hugenotten auch in der Region vorbei und wurden teilweise sesshaft.

Der Verein «Hugenotten- und Waldenserweg Aargau-Zürich-Schaffhausen» hat sich zum Ziel gesetzt, die Fluchtroute der Hugenotten in den Kantonen Aargau, Zürich und Schaffhausen mit kleinen Täfelchen entlang bestehender Wanderwege informativ zu beschildern. Am Montag wurde so die erste A5-Tafel auf dem Aargauer Abschnitt beim Bahnhof Murgen­thal enthüllt. Insgesamt 19 solcher Täfelchen gibt es auf dem 89 Kilometer langen Aargauer Weg von Murgenthal nach Dietikon. Sobald alle drei Kantone beschildert sind, gliedert sich der Abschnitt in die internationale Kulturroute, die den Spuren der Hugenotten und Waldenser folgt, ein. Ihr Ende findet die Route im Nordhessischen Bad Karlsbach.

1820 hiess jeder dritte Murgenthaler Plüss

An der Einweihung der ersten Aargauer Tafel war auch der im Kanton Schaffhausen wohnhafte Markus Plüss zugegen. Er erzählte von seiner Ahnenforschung, die den hugenottischen Wurzeln der Familie Plüss im Aargau und Südfrankreich auf den Grund geht. «Zwei Brüder mit dem Nachnamen Plüss liessen sich in Murgenthal und Vordemwald nieder», erzählt Plüss. Beide Dörfer hätten sich danach zu wahren Plüss-Hochburgen entwickelt. Um 1820 habe beispielsweise jeder dritte Einwohner in Murgenthal den Nachnamen Plüss getragen. Das hatte Folgen für die ganze Schweiz: «Jeder Schweizer mit dem Nachnamen Plüss hat Wurzeln in Murgenthal und Vordemwald», fügt er an. Die Ergebnisse seiner Ermittlungen hält Markus Plüss mit seiner Videokamera fest. Unter dem Namen «pluss.huguenots» soll ein Dokumentarfilm entstehen, der die Geschichte der Hugenotten anhand der Familie Plüss in zwei Teilen aufzeigt.

Plüss kennt aber nicht nur die Geschichte seiner Familie: Auch die Ringiers stammen von Hugenotten ab. Jean Régnier, ein Küfer aus Nîmes, hatte sich 1527 in Zofingen niedergelassen und wurde so zum Ringier-Stammvater. «Es ist sehr wahrscheinlich, dass sich Ringier und die beiden Plüss-Brüder gekannt haben und sich die beiden Letzteren deswegen in der Region niederliessen», so Markus Plüss.

Die offizielle Eröffnung des Wegs, inklusive der Vorstellung der Wegbroschüre und einer Erinnerungstafel am Haus zur Zinne, findet am 12. Juni in Aarau statt.

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