Badi Reiden AG: Weniger Einnahmen wegen Corona

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Durch die Corona-bedingten Schliessungen brachen Einnahmen aus Eintritten und Abos in der Badi von Reiden wenig überraschend massiv ein.Bild: Archiv/zvg

Die ordentliche Generalversammlung der Badi Reiden AG hätte am 31. Mai stattfinden sollen, wurde aber verschoben. Der Grund: Die Aktiengesellschaft in hundertprozentigem Gemeindebesitz hat derzeit keinen Verwaltungsrat. Dieser trat im Mai zurück. «Wir gehen davon aus, dass die GV noch im Juni stattfindet», sagt der Reider Gemeindeschreiber Lukas Liem auf Anfrage.

Der GV einer Aktiengesellschaft wird jeweils die Jahresrechnung des Vorjahrs vorgelegt. Diese ist nun auf der Homepage der Gemeinde unter «Publikationen» veröffentlicht worden. Danach erwirtschaftete die Badi 2020 einen Verlust von 61 834 Franken. 2019 resultierte noch ein Gewinn von 14 663 Franken und ein Gewinnvortrag über 48 882 Franken. Mit diesem Totalbetrag verrechnet, ergibt das einen kleinen Gewinn für das Jahr 2020.

Jahresrechnung ist laut Revisionsstelle in Ordnung

Die Firma Truvag Revisions AG aus Willisau ist die Revisionsstelle der Badi. Sie habe eine eingeschränkte Revision der Jahresrechnung 2020 vorgenommen, steht in ihrem Schreiben an die Generalversammlung.  «Für die Jahresrechnung ist der Verwaltungsrat verantwortlich, während unsere Aufgabe darin besteht, die Jahresrechnung zu prüfen», schreibt die Firma. Sie sei bei der Revision nicht auf Sachverhalte gestossen, aus denen sie schliessen müsste, dass die Jahresrechnung sowie der Antrag über die Verwendung des Bilanzgewinnes nicht Gesetz und Statuten entsprächen.

Prüfungen der betrieblichen Abläufe und des internen Kontrollsystems seien nicht Bestandteil dieser Revision gewesen, betont die Firma.

Schwimmbad-Erlöse wegen Corona massiv kleiner

Die ersten Folgen der Corona-Pandemie lassen sich aus der Jahresrechnung herauslesen. Betrugen die Schwimmbaderlöse aus Eintritten und Abos auf der Ertragsseite im Jahr 2019 rund 413 000 Franken, waren es im ersten Corona-Jahr 2020 rund 135 000 Franken (minus 67,3 Prozent). Insgesamt nahm die Badi 304 582 Franken aus dem Schwimmbad ein, das ist weniger als die Hälfte des Vorjahres (714 251 Franken). Das Restaurant Laguna machte den halben Umsatz von 2019.

Der Gemeindebeitrag von Reiden lag 2020 mit 430 000 Franken um 80 000 Franken höher als im Vorjahr (350 000 Franken). Die Erhöhung des jährlichen Gemeindebeitrags auf 430 000 Franken war auch Teil der Abstimmung im Jahr 2019 betreffend die Sanierung und wurde an der Urne für 20 Jahre festgelegt.

Auf der Aufwandseite schlägt vor allem der Personalaufwand zu Buche. Dieser war jedoch kleiner als im Vorjahr und wurde durch die beantragten Kurzarbeitsentschädigungen weiter reduziert. Die Investitionen und die Sanierungarbeiten in der Badi lassen sich ebenfalls aus den Zahlen herauslesen. Die Aktiven beliefen sich Ende 2020 auf 6,087 Millionen Franken (Vorjahr 2,79 Millionen Franken). Würde die Badi also – rein theoretisch – verkauft, würde das einen Batzen Geld bringen. Publiziert sind auch die Finanzpläne 2019 bis 2029 sowie 2017 bis 2027; sie zeigen auf, dass die Badi nicht überschuldet ist.

Was abgesehen von den Diskussionen um die Finanzen auch interessieren könnte: Das Hallenbad ist seit 1. Mai mit Einschränkungen offen. Das Freibad hat am 22. Mai seine Türen geöffnet. Seit 1. Juni kann man auch im Inneren des neuen Restaurants Bahn 5 essen.

 

Es gibt Interessenten für Verwaltungsrat der Badi Reiden AG

Bei der Sanierung der Badi ist es im Verlauf der Bauarbeiten zu Kostenüberschreitungen von 2,3 Millionen Franken gekommen, was zu gröberen Misstönen zwischen Gemeinderat und dem Verwaltungsrat der Badi Reiden AG führte. Der VR unter der Leitung des Juristen Pius Schumacher trat in der ersten Mai-Woche zurück. Dies, bevor die Generalversammlung dem dreiköpfigen Gremium Decharge für das Geschäftsjahr 2020 erteilen konnte – oder auch nicht. Mit dem Rücktritt kam der Badi-Verwaltungsrat seiner Absetzung zuvor. Tatsächlich hatte der Gemeinderat den Rücktritt gefordert, weil der VR laut einem Zwischenbericht der Taskforce seine Aufgabe als Führungs- und Kontrollorgan zu wenig wahrgenommen habe. Der VR erklärte seinerseits, der Gemeinderat sei fortlaufend über die Kostenentwicklung informiert gewesen. Inzwischen hat der Gemeinderat laut Gemeindeschreiber Lukas Liem Personen gefunden, die bereit wären, im neu vierköpfigen VR mitzuwirken. Wer es ist, soll erst nach der Wahl an der GV publik werden. «Wir sind zuversichtlich, dass wir in ein paar Wochen alles geregelt haben und zuversichtlich in die Zukunft schauen können», so Liem.

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