Zofingen nimmt den Kampf gegen Problempflanzen auf

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Christoph Vogel entfernt eine unerwünschte Pflanze und entsorgt sie im Müll. Bild: ilp

Er packt den Stängel, stösst das Schäufelchen in die Erde und reisst die Pflanze mitsamt Wurzel raus. Das Einjährige Berufkraut gehört zu den sogenannten invasiven Neophyten. Christoph Vogel, 65, ist Präsident des Naturschutzvereins Zofingen. Er erklärt: «Invasive Neophyten sind nicht einheimische Pflanzen, die der Mensch absichtlich in der Schweiz eingeführt hat.» Dann steckt er die Pflanze in einen Kehrichtsack. Sie darf nicht im Kompost entsorgt werden, sonst verbreitet sie sich nur noch weiter.

Diese Pflanzenarten, wie zum Beispiel das einer Orchidee ähnliche Drüsige Springkraut, waren ursprünglich als Zierpflanzen für Gärten gedacht. Jedoch haben sie im Laufe der Zeit ihren Weg aus den Gärten gefunden, sich explosionsartig verbreitet und verdrängen nun einheimische Arten. Auch in Zofingen.

«Neophyten sind oft eine Gefahr für die Gesundheit»

Um die Situation der Bevölkerung näherzubringen, veranstaltet die Stadt Zofingen vom 23. bis 26. Juni erstmals die Erlebnistage Biodiversität. Invasive Neophyten sind das diesjährige Thema. Dazu heisst es in einer Mitteilung der Stadt: «Sie sind oft eine Gefahr für die Gesundheit von Mensch und Tier, die Biodiversität oder auch Bauwerke.»

Vogel zeigt auf ein Pflänzchen, das unter all dem Einjährigen Berufkraut kaum auffällt. Er erklärt: «Neophyten verdrängen einheimische Pflanzen, indem sie ihnen Licht und Nährstoffe stehlen.» Und dies führe zu einer Verarmung der Biodiversität. Das Dilemma liegt laut Vogel darin, dass es in der Schweiz verboten sei, bestimmte invasive Neophyten zu verbreiten, aber nicht, sie zu kaufen. Dadurch werden sie in Privatgärten eingepflanzt, von wo aus sie sich jederzeit ungehemmt verbreiten und somit problematisch werden können. Die Idee der Erlebnistage sei gemäss Vogel, «die eine oder andere Person anzuregen, es im eigenen Garten umzusetzen» sowie «sich beim Kauf von Pflanzen zu fragen, ob sie die Biodiversität erhöhen». Er selbst werde an der Veranstaltung teilweise als Begleiter zugegen sein.

Von Arbeitseinsätzen bis hin zu einer Exkursion

An den beiden Erlebnistagen vom 23. und 26. Juni werden Vertreterinnen und Vertreter der Kommission Natur und Landschaft den Teilnehmenden während Arbeitseinsätzen aufzeigen, welche invasiven Pflanzen die einheimische Vielfalt bedrängen, wie man sie richtig entfernt und welche Alternativen es für sie gibt. Und am Freitagabend, 25. Juni, gibt es eine Exkursion mit Werner Stirnimann von der Biodiversia GmbH in Langenthal. Er erklärt: «Es geht darum, in Zofingen vorkommende Problempflanzen handfest kennenzulernen, auch über den Riech- und Tastsinn.» Biodiversia setzt sich für eine «neophytenarme Zone» zwischen Napfgebiet, Langenthal und Zofingen ein.

Hinweis

Die Teilnahme ist kostenlos. Anmeldeschlussist der 16. Juni. www.zofingen.ch/biodiversitaet

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