5G-Antennen bereits an 85 Standorten – wir zeigen, wo

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Eine der ersten 5G-Antennen im Bezirk wurde in Baden an der Bruggerstrasse installiert. Claudio Thoma (20. Februar 2019)

Noch vor zwei Jahren gab es im ganzen Bezirk Baden lediglich acht Mobilfunkantennen, die 5G-fähig waren. Inzwischen ist die Zahl deutlich höher: Bereits mindestens 85 Antennen sind in den 26 Gemeinden des Bezirks aufgestellt worden, wie der Webseite des Bundesamtes für Kommunikation zu entnehmen ist.

Alleine 18 Mobilfunkantennen der neuesten Technologie stehen in der Stadt Baden. «Der Widerstand hat abgenommen», sagt Jarl Olesen, Leiter der Abteilung Planung und Bau. In Baden habe es in den vergangenen Monaten nur wenige Beschwerdeverfahren gegeben. «Ob es Einsprachen gibt, hängt vom Standort ab und von der Nachbarschaft, von der Frage also, ob sich jemand gegen eine Antenne einsetzt», hält Olesen fest. Grundsätzlich könne die Stadt Baden eine Antenne nur aus Ortsbildschutzgründen ablehnen, betreffend Strahlungswerten entscheide der Kanton.

Auch in Wettingen (13), im Gebiet Spreitenbach-Würenlos-Killwangen (15) und Mellingen-Wohlenschwil-Mägenwil (10) hat die Zahl der Mobilfunkantennen stark zugenommen. Doch 5G ist vielerorts nach wie vor sehr umstritten, wie Swisscom-Chef Urs Schaeppi in einem Interview sagte. «Neue Antennen zu bauen, ist extrem schwierig. In vielen Orten werden wir total blockiert. Das macht mir grosse Sorgen. Unsere Kunden nutzen unsere Netze immer mehr, das Datenwachstum beträgt rund 30 Prozent jährlich. Wir können aber nur ein paar Prozente ausbauen.» Ein Daten-Stau sei vorprogrammiert. Schaeppi:

«Wir müssen die Sache deblockieren. Dass schon 1,1 Millionen Schweizer ein 5G-Handy besitzen, zeigt, dass sie die Technologie wollen.»

In einer Handvoll Gemeinden im Bezirk Baden gibt es gemäss Karte des Bundesamtes für Kommunikation nach wie vor keine 5G-Antenne – so etwa in Bellikon, Remetschwil.

Freienwil: Notrufe funktionieren nicht einwandfrei

In Freienwil gibt es weder eine 5G- noch sonst eine Mobilfunkantenne.

In Freienwil gibt es weder eine 5G- noch sonst eine Mobilfunkantenne.

Sandra Ardizzone

Weder eine 5G-Antenne noch sonst eine Mobilfunkantenne steht im einwohnermässig kleinsten Ort im Bezirk: Freienwil. Das 1110-Seelen-Dorf an der Grenze zum Zurzibiet ist darum teilweise noch immer ein Funkloch.

«Der Handyempfang ist an gewissen Orten sehr schlecht», sagt Vizeammann Othmar Suter. «Laufende Anrufe werden unterbrochen, wenn man mit dem Auto durchs Dorf fährt. Auch Notrufe funktionieren nicht einwandfrei.»

Wie ist das möglich? Im Jahr 2016 reichte die Swisscom zusammen mit Salt ein Baugesuch für eine 25-Meter-Antenne beim Sportplatz Maas ein. Dagegen wehrten sich 159 Bürger mittels Einwendung. Aufgrund des Widerstandes betraute der Gemeinderat eine Spezialkommission mit der Suche nach einem alternativen Standort. Insgesamt 49 in Frage kommende Standorte wurden überprüft. Am Schluss blieb einzig wiederum der Standort Maas als «bedingt geeignet» übrig, allerdings mit reduzierter Masthöhe. Weil nun die Swisscom als einziger Anbieter figuriert, konnte die Masthöhe auf 18 Meter reduziert werden. Mit der Verschiebung des Standortes etwas weg von der Einmündung Ehrendingerstrasse und der Kaschierung durch Bepflanzung soll erreicht werden, dass die Antenne weniger prägend in Erscheinung tritt, sagt Suter.

Doch auch gegen dieses Baugesuch sind 22 Einwendungen, unterschrieben von 31 Personen, sowie 2 Sammeleinwendungen von insgesamt 40 Personen eingegangen. Die geplante Antenne wäre 5G-fähig. Der gemeinderätliche Entscheid zum Baugesuch soll demnächst fallen, so Suter.

Künten: «Von 4G-Empfang noch weit entfernt»

Ortsansicht von Künten, fotografiert aus Bellikon am 22. Mai 2020.

Ortsansicht von Künten, fotografiert aus Bellikon am 22. Mai 2020.

Severin Bigler / BAD

Auch in Künten gibt es noch keine 5G-Antenne. «Wir sind vielerorts auch von ausreichendem 4G-Empfang noch weit entfernt, so etwa im Gemeindehaus», sagt Ammann Werner Fischer. Die Bevölkerung habe sich vor ein paar Jahren gegen eine Antenne gewehrt, die im Siedlungsgebiet geplant war. Fischer sagt:

«Die Menschen müssen sich aber bewusst sein: Früher oder später werden wir in Künten eine Antenne erhalten, ob wir das wollen oder nicht.

Dies wegen des Gesetztes zur nationalen Versorgungssicherheit. «Was wir noch proaktiv beeinflussen können, ist der Standort.»

Der Gemeinderat von Künten habe darum auf Anfrage von interessierten Mobilfunknetzbetreibern das Gebiet Forchhölzli ausserhalb der Wohnzone vorgeschlagen. Fischer: «Ich habe einerseits Verständnis dafür, dass Menschen nicht direkt neben einer Antenne wohnen wollen.» Andererseits sei das Handy am Körper eher ein Problem als die Antenne, wenn man denn die Strahlung als Problem betrachte, sagt Werner Fischer.

Ihr Eintrag wird nach einer Überprüfung online gestellt.

5G = 4G? oder "New Radio" = "Long Term Evolution"?

Daniel Barrer
schrieb am 12.06.2021 15:50
Die Swisscom lässt verlauten, dass sich 5G (NR) grundsätzlich nicht von älteren Technologien wie 3G (UMTS) oder 4G (LTE) unterscheide. Auch würde 5G vorerst in den gleichen Frequenzbereichen betrieben wie die Vorgängertechnologien. Ist somit die Bezeichnung "New Radio" (= Neue Strahlung) für 5G falsch? Oder etwa die Aussage von Swisscom?
Das Letztere schon eher, denn 4G ist bis zum Bereich von 2'600 MHz im Einsatz. Und bis zu diesem Bereich wird bisher an > 2'000 Mobilfunkantennen-Standorten zwar zusätzlich ein 5G-Netz angeboten, das den grossen Versprechungen aber nur vereinzelt entspricht, somit auch die "85 Standorte". Denn dazu ist aus rein physikalischen Gründen der Bereich ab 3'300 MHz notwendig sowie adaptive = neuartige Antennen!
Die Aussage der Swisscom stimmt also nur teilweise und nur vorübergehend. Denn es soll nicht bei 3'000 - 4'000 MHz bleiben, indem auch Frequenzbänder zwischen 24'000 und 72'000 MHz bewilligt werden sollen! Dabei werden die zunehmenden Belastungen für Mensch und Umwelt ignoriert, da bisher der Grenzwert nur die thermischen Auswirkungen berücksichtigt. Die Expertengruppe BERENIS, die den Bundesrat berät, hat zum ersten Mal auf nicht-thermische Auswirkungen hingewiesen! Doch der Bundesrat hat diese Warnung in seinem Entscheid im Februar leider ignoriert. Wie lange noch?"

Trau, schau, wem!

Daniel Barrer
schrieb am 11.06.2021 13:06
1,1 Millionen SchweizerInnen sollen ein 5G-Handy besitzen (also nicht jede und jeder?). Und diese (alle?) sollen die 100fach grösseren Daten 100fach schneller up- und/oder down-laden wollen. Und dies in jedem(?) Winkel der Schweiz. Konsequenterweise hätten wir mit der zunehmenden Anzahl Autos, die schneller als 120 km/h fahren können, das Autobahnnetz schon längst massiv ausbauen müssen.
Das Handy am Körper sei eher ein Problem als die (eine?) Antenne: Auch wenn ich selber entscheiden kann, ob und wie lange und wo am Körper ich es tragen will, ein- oder ausgeschaltet? Wenn hingegen die adaptiven 5G-Antennen den Anlagegrenzwert von 5 V/m neuerdings bis auf 19 V/m überschreiten dürfen, innert 6 Minuten durch entsprechend niedrigere Strahlung "ausgeglichen", soll das niemand stören können? Auch wenn dadurch die effektive Strahlungsbelastung auf das 14-Fache ansteigt? Wieso wird eine solche Durchschnitts-Regelung nicht auch bei der Lärmmessung, bei Geschwindigkeitskontrollen,... eingesetzt? Weil man dies genau messen kann, die Mobilfunkantennenstrahlung hingegen nicht, trotz anderslautender Beruhigungsversuche aus der Verwaltungs-, Politik- und Lobbyistenecke.
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