Ungemütliches beim gemütlichen Apéro des regionalen Wirtschaftsverbandes

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Netzwerken ja, aber bitte an den Tischen und mit Masken: GV des Verbandes WRZ. Bilder: Markus Schneeberger
Wird Nachfolger von Andreas C. Brändle: Wirtschaftsförderer Adrian Borer.
Gastreferent war der Aargauer Volkswirtschaftsdirektor Dieter Egli
«Lage ist höchst ungemütlich»: WRZ-Präsident Peter Gehler.
Geht bald in Pension: der regionale Wirtschaftsförderer Andreas C. Brändle.

Peter Gehler, dem Präsidenten des regionalen Wirtschaftsverbandes WRZ, war die Freude ins Gesicht geschrieben, als er die diesjährige Generalversammlung eröffnete: endlich mal wieder ein unkomplizierter Austausch, endlich wieder Gespräche nicht via Handy, Zoom oder Teams. Fast 90 Vertreterinnen und Vertreter regionaler Unternehmen waren in den Stadtsaal gekommen, um wieder einmal physisch zu netzwerken – ganz so wie früher ging das zwar noch nicht, weil der Apéro an die Tische serviert wurde. Aber immerhin.

Gastreferent war der Aargauer Volkswirtschaftsdirektor Dieter Egli (siehe unten); er musste sich als Vertreter der Kantonsregierung dann auch kritische Töne anhören. Er könne nicht behaupten, dass die Pandemie-Politik der Regierung «besonders wirtschaftsfreundlich war und ist», sagte Peter Gehler in seinem Jahresrückblick. Die Impfkampagne in den Betrieben, die Wirtschaftsvertreter gerne frühzeitig ausgelöst hätten, um ein möglichst niederschwelliges Angebot zu schaffen, sei leider verzögert worden und habe bis heute nicht stattgefunden.

Ein zweites Thema, das die regionale Wirtschaft sehr beschäftige, sei das Verhältnis zu unseren Nachbarn. «Für den Kanton Aargau als Grenzkanton und die Region Zofingen mit ihrer exportorientierten Industrie ist dieses Thema von besonderem Interesse», so Gehler. Der abrupte Abbruch der Verhandlungen über das Rahmenabkommen durch den Bundesrat hinterlasse ein strategisches Vakuum und grosse Ratlosigkeit. «Erste negative Folgen – sie waren seit langem angekündigt – machen sich nun bemerkbar, was zu grossem Katzenjammer führt. Alle jene Propheten, die in einer gewissen Selbstüberschätzung glaubten, es geschehe schon nichts Gravierendes, üben sich nun in Kritik an allen anderen, vor allem an der Europäischen Union. Wie gesagt, es war angekündigt. Wir haben das gewusst. Diese negativen Folgen werden weitergehen.»

Für die Schweizer Exportwirtschaft sei die Situation höchst ungemütlich. «Rasche Lösungen sind nicht in Sicht. Bern macht einen paralysierten Eindruck, die Gewerkschaften, welche die Misere zu einem wesentlichen Teil angerichtet haben, schlagen wild um sich, wollen die Nationalbank bewegen, noch mehr am Geldmarkt zu intervenieren, um den Schweizer Franken zu schwächen, und die EU einklagen. Wahrlich tolle Rezepte, die den Flurschaden eher noch vergrössern, als ihn einzudämmen.»

Unter dem Strich verschlechterte sich die Qualität des Wirtschaftsstandorts Schweiz stetig, so Gehler weiter. «Es gibt handfeste Zeichen dafür. Vielleicht ist es auch Ihnen aufgefallen: Vor und während dem Brexit haben unzählige Firmen das Vereinigte Königreich verlassen. Nicht eine namhafte Firma ist in die Schweiz gekommen. Das wäre vor wenigen Jahren noch anders gewesen.»

Die Schweizer Unternehmen müssten nun «sehr rasch defensiv weiterkommen», so der WRZ-Präsident. «Das heisst, wir müssen versuchen, den Marktzugang zum grössten Markt der Welt in möglichst vielen Bereichen sicherzustellen, und alles daransetzen, dass wir bei den Bildungsprogrammen Horizon 21 und Erasmus weiterhin dabei sein können.»

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