Ortsbürger Staffelbach: Ein knappes Ja zum Forstbetrieb Suhrental Ruedertal

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Rege Debatte: die versammelten Staffelbacher Ortsbürger. Bild: lbr

Ganz so einfach, wie es sich der Gemeinderat Staffelbach erhofft hatte, war es dann doch nicht. Innerhalb der Ortsbürger (31 von 154 anwesend) hatte sich eine Opposition gegen den Beitritt zum neuen Forstverband Suhrental Ruedertal gebildet. «Ich habe ganz viele Fragen, warum gab es nie eine Infoveranstaltung?», wollte ein Ortsbürger wissen – noch bevor der Gemeinderat das Traktandum vorstellen konnte. Er stellte den Antrag auf Rückweisung des Geschäfts. Erst solle der Gemeinderat eine Infoveranstaltung abhalten und dann könne man nochmal über einen Beitritt diskutieren. Mit 16 zu 12 Stimmen wurde der Rückweisungsantrag abgelehnt, das Traktandum konnte weiterdiskutiert werden. Und dies wurde rege genutzt. Der Gemeinderat hatte dies erwartet und die Ortsbürgerversammlung eine halbe Stunde eher angesetzt. «Wir haben aufgrund der Corona-Pandemie keinen Infoanlass gemacht, dafür aber jetzt mehr Zeit eingeplant», sagte Gemeindeammann Max Hauri.

«Ihr sagt, der Holzpreis lasse keinen rentablen Forstbetrieb zu. Jetzt hört man aber überall, dass Holz gesucht und daher teuer ist. Lügt ihr uns an?», wollte ein Versammlungsteilnehmer wissen. Nein, natürlich lüge der Gemeinderat nicht, betonte Max Hauri. Und ja, im Moment sei der Holzpreis hoch. «Der langfristige Trend tendiert aber eher in die andere Richtung.» Und – so waren sich Gemeinderat und Versammlung einig – von den momentan steigenden Holzpreisen profitieren vor allem die Zwischenhändler, nicht aber die Produzenten vor Ort. Daher, ergänzte Hauri, sei ein grosser Forstbetrieb, der grössere Mengen aufs Mal verkaufen – und so auch bessere Preise lösen – kann, im Vorteil.

Wie denn das Budget des neuen Betriebs aussehe, wollte ein anderer Versammlungsteilnehmer wissen. «Anscheinend muss dieser neue Betrieb im Jahr für 300 000 Franken Auftragsarbeiten ausführen, um rentabel zu sein.» Ja, das sei so, bestätigte der Gemeinderat. Doch hätten die bisherigen Forstbetriebe dies auch schon gemacht. «Die 300 000 Franken sind zurückhaltend gerechnet», versuchte Hauri die Ortsbürger zu beruhigen. Im Moment bestünden bereits Aufträge, die diesen Betrag übersteigen. Genaueres zum Budget konnte Hauri noch nicht sagen, erst müssten die Entscheidungen der restlichen vier Gemeinden abgewartet werden, um das Budget definitiv zu berechnen. «Wir müssen also etwas zustimmen, was noch gar nicht klar ist», kritisierte der Versammlungsteilnehmer.

Klar bezüglich Finanzen sind jedoch die Beiträge, die aus Staffelbach an den neuen Forstbetrieb geleistet werden. Die Ortsbürger müssen einmalig 66 506 Franken als Startkapital bezahlen und die Einwohner sollen jährlich einen Sockelbeitrag entrichten. Dieser umfasst beispielsweise den Unterhalt von Strassen und Feuerstellen für die Allgemeinheit. Diese beiden Beiträge setzen sich zu 50 Prozent aus der Waldfläche und zu 50 Prozent aus der Einwohnerzahl zusammen. «Wir gehören mit 305 Hektaren Wald zu den Gemeinden mit der grössten Waldfläche», sagte Hauri. Deshalb wäre es der Gemeinde lieb gewesen, wenn die Einwohnerzahl bei der Berechnung stärker gewichtet worden wäre. Schliesslich gehört sie bei diesem Faktor zu den eher kleineren Gemeinden. Doch letztlich sei dies nun ein fairer Kompromiss, räumte Hauri ein.

Die Ortsbürger von Staffelbach stimmten schliesslich mit 17 Ja- zu 12 Nein-Stimmen dem Beitritt zum neuen Forstbetrieb Suhrental Ruedertal zu. Mit einer Ja-Stimme mehr genehmigten sie die Auflösung des alten Forstbetriebs Oberes Suhrental per 31. Dezember. In der anschliessenden Versammlung nahmen die Einwohner (64 von 917 anwesend) den jährlichen Sockelbeitrag von 28 475 Franken an. Bisher bezahlte die Einwohnergemeinde einen Beitrag von 9150 Franken für diese Arbeiten. Die Zustimmung fiel mit grossem Mehr. Unter anderem die zuvor schon skeptischen Ortsbürger bildeten bei diesem Traktandum eine kleine Opposition.

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