Der neue Oltner Stadtpräsident Thomas Marbet (SP): «Ich als Stadtpräsident stehe eher in der Mitte»

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Thomas Marbet (Bildmitte) nach der Bekanntgabe des Wahlresultats. Bild: Bruno Kissling

Die Stimmung war gar nicht so angespannt, Thomas Marbet aber schon: Der 54-Jährige wartete gestern Nachmittag gemeinsam mit seiner Parteikollegin Marion Rauber im «Drei Tannen»-Biergarten auf die Wahlresultate fürs Stadtpräsidium. Marbet trat allein für das Amt des Stadtpräsidenten an, Rauber gegen den Grünen Raphael Schär-Sommer für das Amt der Vizepräsidentin. Um 16.30 Uhr war es dann so weit –die Resultate standen fest.

Marbet wurde mit 3573 Stimmen zum neuen Stadtpräsidenten gewählt, damit lag er 1187 Stimmen über dem absoluten Mehr. Rauber hingegen erreichte das absolute Mehr nicht: Sie erhielt 2283 Stimmen bei einem absoluten Mehr von 2539. Somit steht die Besetzung des Vizepräsidium noch aus. Allerdings lag Rauber gegenüber ihrem Konkurrenten Schär-Sommer mit 249 Stimmen vorn – dieser erhielt 2043 Stimmen. Bei Thomas Marbet betrug die Wahlbeteiligung 43,7 Prozent, bei Rauber und Schär-Sommer waren es 45,9 Prozent. Beachtlich sind die Leerstimmen bei Thomas Marbet: Mit 1198 liegt deren Anteil bei 25 Prozent. Bei Rauber und Schär Sommer sind es mit 759 Leerstimmen 15 Prozent.

«Ich bin sehr erleichtert, 1000 Stimmen über dem absoluten Mehr zu liegen», sagt Marbet nach der Bekanntgabe. Dies sei auch der Grund seiner Anspannung gewesen. Derweil ist Rauber gefasst: «Es wäre natürlich schön gewesen, aber es ist jetzt kein Weltuntergang», sagt sie. «Das Vizepräsidium wäre nach der Wiederwahl noch das Sahnehäubchen gewesen.» Den Grund für ihre Nicht-Wahl sieht Rauber, zumindest zum Teil, in der doppelten SP-Kandidatur. «Uns war schon klar, dass das riskant ist. Aber ich bin zufrieden. Ich und Thomas haben den Wahlkampf gemeinsam geführt und nun ist er Stadtpräsident.»

Niemand ist vom Resultat enttäuscht

Raubers Mitkandidat Raphael Schär-Sommer hingegen hat angesichts des Ergebnisses nicht so viele Emotionen. «Ich bin enttäuscht wegen des Neins zum CO2-Gesetz, da geht die Wahl etwas unter», erklärt der Grüne. «Allerdings war ich überrascht, dass ich mit den Stimmen so nah an Marion Rauber herangekommen bin. Das ist eine grosse Freude.» Er sei davon ausgegangen, dass Rauber im ersten Wahlgang gewählt würde. Nun wird Thomas Marbet sein Amt am 1. August als Nachfolger von Martin Wey (CVP) antreten. Dass er der erste linke Stadtpräsident ist, wird  laut ihm nicht viel ändern: «Wir hatten ja nun schon lange eine links-grüne Mehrheit im Stadtrat. Ich als Stadtpräsident stehe aber eher in der Mitte, da ich die ganze Stadt repräsentiere. Es ist nicht ein Amt, um Parteipolitik zu betreiben, sondern um für alle da zu sein», sagt er. Veränderungen würde es grundsätzlich aber schon geben, da es ein neues Team sei. Gerade sei der Stadtrat dabei, das Regierungsprogramm auszuarbeiten.

Ob am 26. September beim zweiten Wahlgang für das Vizepräsidium beide Kandidierenden nochmals antreten, ist unklar. Rauber und Schär-Sommer sagen, sie würden dies heute gemeinsam besprechen und dann eine Entscheidung treffen.

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