Ortsplanung Dagmersellen: Qualitatives Wachstum und Verdichtung

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Die Ortsplanungsrevision von Dagmersellen liegt öffentlich auf. Bild: © Roberto Conciatori Photographer SBf
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Die Ortsplanungskommission Dagmersellen: Hans Fellmann, Andrea Troxler (stv. Leiterin Bau und Infrastruktur), Franz Gassmann, Gemeinderätin Astrid Meier, Josef Wanner, Martin Bättig, Kevin Bossert, Daniel Pfister (Leiter Bau & Infrastruktur), Mirco Derrer (Ortsplaner). Abwesend: Michael Lichtsteiner. (zvg)

Die Gemeinde Dagmersellen hat als eine der ersten grösseren Gemeinden der Region ihre Hausaufgaben erledigt. Die Vorbereitung der Ortsplanungsrevision ist nach vierjähriger Arbeit abgeschlossen. Alle Luzerner Gemeinden müssen ihre Ortsplanungen bis Ende 2023 anpassen.

Am Montag hat die öffentliche Auflage begonnen, welche noch bis zum 13. Juli dauert. Die Planungsunterlagen sind online einsehbar und liegen in der Gemeindeverwaltung öffentlich auf.  «Betroffene Bürgerinnen und Bürger wie auch Landbesitzer können sich jetzt eingeben», sagt der Dagmerseller Gemeindepräsident Markus Riedweg auf Anfrage. Die Rückmeldungen fliessen danach ein.

«Was kann und darf ich mit meinem bestehenden Haus noch machen?», sei eine Frage, welche die neue Ortsplanung beantworte. Mit einem Beschluss der Gemeindeversammlung soll die neue Ortsplanung schliesslich in Kraft gesetzt werden. «Wir denken, dass wir im Winter 2021/22 so weit sind und die Ortsplanung an eine Gemeindeversammlung bringen können», sagt Riedweg.

Qualitative Weiterentwicklung der Gemeinde

Die neuen Planungsinstrumente sollen die qualitätsvolle Weiterentwicklung der Gemeinde ermöglichen. Die wesentlichsten Änderungen sind neue Definitionen zur Höhe und Dichte der künftigen Bauten, welche vor allem Architekten und Bauherren interessieren dürften. Die bisherigen Geschosszahlen werden durch die «Gesamthöhe» ersetzt. An die Stelle der Ausnützungsziffer tritt die «Überbauungsziffer». Zudem wurden als weitere Aufgaben die Siedlungsentwicklung nach innen verbindlich verankert und die Gewässerräume festgelegt. «Dagmersellen kann weiter wachsen innerhalb des bestehenden Siedlungsgebiets», sagt der Gemeindepräsident. Es seien zwar keine grösseren Einzonungen mehr vorgesehen. «Aber das Dorf kann sich nach innen weiterentwickeln, qualitativ und quantitativ, sofern die Grundbesitzer eine Entwicklung ihrer Areale wünschen.» Damit werde dem Anliegen der Bevölkerung Rechnung getragen, überbaute Gebiete besser zu nutzen und das Kulturland möglichst zu schonen.

«Als eine der ersten Gemeinden mussten wir uns zudem Fragen stellen, welche die ganze Region betreffen», sagt Riedweg. Konkret meint er die landwirtschaftliche Bewirtschaftung entlang der Wigger. «Diese wird wegen des Gewässerschutzes teilweise eingeschränkt werden, denn es gibt grössere Auflagen.»

Die Mehrzahl der Gestaltungspläne in Dagmersellen werden im Rahmen des Ortsplanungsverfahren ersatzlos aufgehoben. Deren Normen und Masse basieren auf früheren gesetzlichen Grundlagen.

Neue Zentrumszone für belebten Dorfkern

Wichtig in der Ortsplanung ist auch die Dorfkernentwicklung.  Das Zentrum wird sein Gesicht im Gebiet des Restaurants Löwen bald durch Neubauten stark verändern. «Die neue, moderne Bausubstanz ordnet sich in das gewachsene Gefüge der typischen Ortsbilder ein», heisst es dazu. Eine neue «Zentrumszone» soll die Entwicklung eines belebten Dorfkerns ermöglichen.

In Uffikon und Buchs gibt es ortsspezifische Bestimmungen für die Dorfkernzone, damit sich diese ortsgerecht entwickeln können. So wird in Buchs die Dorfkernzone reduziert, indem der südliche Bereich in eine Wohnzone umgezont wird. Damit solle klarer abgegrenzt werden, in welchen Gebieten die Eingliederung ins Orts- und Landschaftsbild und wo «die individuelle Gestaltungsfreiheit höher gewichtet werden soll».

Heute Abend findet um 19.30 Uhr eine virtuelle Informationsveranstaltung zur Ortsplanung statt. Sie wird per Videotelefonie mit dem Softwareprogramm Zoom abgehalten. Auf www.dagmersellen.ch finden Bürgerinnen und Bürger den Link um sich einzuklinken.

Vierjähriger Prozess

Der Revisions-Prozess in Dagmersellen begann im Herbst 2017. Die vom Gemeinderat eingesetzte Ortsplanungskommission erarbeitete die neuen Bestimmungen für das Bau- und Zonenreglement, den neuen Zonenplan und den Teilzonenplan Gewässerraum. 2018 folgte das Mitwirkungsverfahren und eine Infoveranstaltung. Rückmeldungen wurden aufgenommen. Der Ge-meinderat verabschiedete nach einem intensiven Planungsverfahren die Gesamtrevision für die kantonale Vorprüfung. Mit dem Vorprüfungsbericht des Kantons vom 3. März 2021 sei die Gesamtrevision der Ortsplanung als «gut und weitgehend vollständig erarbeitet sowie grösstenteils rechts- und zweckmässig» beurteilt, heisst es in einem Infoblatt. Danach erfolgten einige Anpassungen. Jetzt passiert die öffentliche Auflage. Eventuelle Einsprachen müssen danach behandelt werden.  Mit einem Beschluss der Gemeindeversammlung soll die neue Ortsplanung schliesslich in Kraft gesetzt werden. Im Winter 2021/22 zirka will der Gemeinderat die Ortsplanung dem Souverän präsentieren. (ben)

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