«Nur ein Team fand keine Lösung»: Wie türkische Medien den Schweizer Sieg sehen

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Die Türkische Mannschaft musste sich am Sonntag mit 1:3 gegen die Schweiz geschlagen geben. Nun hagelt es Kritik in heimischen Medien. Bild: Keystone

In der Türkei wird am Tag danach vorab die Trainerfrage diskutiert. In der Tageszeitung «Hürriyet» etwa kommen die Kommentatoren zum Schluss: «Die Leistung von Şenol Güneş war der entscheidende Faktor.» So hätten sich an der laufenden EM bereits mehrere Teams Dank der Leistung ihrer Trainer wieder aufrappeln können. Nicht zuletzt die Schweiz nach der blamablen Niederlage gegen Italien, wird die Arbeit von Schweiz-Trainer Vladimir Petkovic in der Istanbuler Zeitung gelobt. «Nur ein Team fand keine Lösung und wurde mit jedem Spiel schlechter», so das vernichtende Fazit von «Hürriyet» über die eigene Nationalmannschaft.

In der «Cymhuriyet» wiederum fragt sich der Kommentator: «Warum kassieren wir drei Tore der Schweiz, die wir 2008 als Gastgeber noch geschlagen haben?» Es sei doch das türkische Nationalteam gewesen, welches es mindestens auf den dritten Platz und damit die Chance auf das Weiterkommen an der laufenden EM abgesehen habe, so die zweite grosse Tageszeitung des Landes. Aber eben: «Der Anpfiff ertönte, die Schweiz hatte die Ballkontrolle, der Schlusspfiff ertönte, der Ball war wieder in den Händen der Schweizer.»

Zu einem ganz anderen Schluss kommt am Montag Tümer Metin in der Zeitung «Milliyet»: «Wir sind technisch, taktisch und physisch gescheitert», erklärt der ehemalige Fussballspieler und Kommentator das türkische Aus nach der Gruppenphase. «Technisch und taktisch sind wir die Schlechtesten des Turniers!» Sein Nationalteam habe an der laufenden EM den Eindruck erweckt, als seien die Spieler erst gerade auf der Strasse eingesammelt und dann zum ersten Mal zusammen auf den Rasen geschickt worden.

Italien wartet auf Österreich oder die Ukraine

In italienischen Medien überwiegt derweil am Montag die Freude, dass die Mannschaft von Roberto Mancini in dieser Gruppenphase bereits verschiedene Rekorde aufgestellt oder egalisiert hat, wie die Gazzetta dello Sport schreibt. So hätten die Azzurri in diesem Jahr die höchste Anzahl Tore erzielt. Für den Gruppensieger der Schweiz gelte es nun abzuwarten, ob sie im Achtelfinal auf Österreich oder auf die Ukraine treffen: «Italiens Aufmerksamkeit wird auf das Spiel in Bukarest gerichtet sein.»

Wales hat derweil trotz der Niederlage gegen Italien das geschafft, wofür es der Schweiz nicht reichte. Mit einer besseren Tordifferenz qualifizierten sich die Waliser auf dem zweiten Gruppenplatz direkt für den Achtelfinal. Die Freude bei Fans und Mannschaft war darum trotz der 0:1 Niederlage vom Sonntag gross. Das Newsportal «Wales Online» schreibt dazu: «Es fühlt sich seltsam an, eine Niederlage wie diese zu feiern. Aber nachdem sie ihren Kampfgeist gezeigt haben, sind die Waliser immer noch auf einem Hoch.»

Mit dem Kampfgeist der Waliser dürfte auch in den Achtelfinals weiterhin zu rechnen sein: «We're not done yet», schliesst der Kommentator auf Wales Online. Auf Deutsch: «Wir sind noch nicht fertig». Wales habe beim Spiel gegen Italien «grosse Entschlossenheit gezeigt», schreibt «BBC Sport» über das Spiel. Dies, obwohl sie nach einer roten Karte mit nur noch zehn Mann gegen die Azzurri kämpften.

Und zum Auftritt der Schweiz schreibt «BBC», diese habe am Sonntag einen grossartigen Sieg erzielt und die Türkei damit «ohne Punkte nach Hause geschickt»: «Sie zeigten ihre mit Abstand beste Leistung des Turniers - eine Leistung, die einen grösseren und lohnenderen Sieg hätte bringen können und wahrscheinlich auch müssen.»

Auch die Schweizer Medien bilanzierten am Montag, dass am Sonntag im Match gegen die Türkei noch mehr möglich gewesen wäre. Dennoch ist die Freude über den Sieg und über eine mögliche Achtelfinal-Qualifikation hierzulande gross.

 
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