Die Planung war für die Pontoniere so unberechenbar wie die Aare - UPDATE

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OK-Präsident Christian Brönnimann (hinten) gibt an der SM als Funktionär ebenso vollen Einsatz wie als Teilnehmer. (Bild: gam)

Mal mit viel Zug, mal ruhig fliesst die Aare durch Murgenthal. Hier eine Strömung, die Schub gibt. Da ein Fels, der das Wasser bricht und hier ein Baumstamm, der die Fliessrichtung ändert. Die Aare, auf der von Freitag bis Sonntag die Schweizer Meisterschaften der Pontoniere stattfinden, wirkt wie ein Sinnbild für die Zeit, die die Organisatoren in den letzten Monaten erlebten. Gross war die Motivation des Pontonierfahrvereins Murgenthal, als man sich entschied, anlässlich des 125-Jahr-Jubiläums 2020 die SM und nebst herausfordernden Wettbewerben ein rauschendes Fest auszurichten. Doch dann kam die erste Corona-Welle, an einen Grossevent im Sommer 2020 war nicht zu denken.

Rettungsring der Pontoniere war vorerst die Verschiebung in den August 2020. Doch dann musste man wegen steigender Covid-19-Fallzahlen erneut vom Kurs abweichen und die SM auf 2021 umdatieren. «Das Hoffen und Bangen, ob und in welcher Form der Event stattfinden kann, war streng», sagt Christian Brönnimann, der das elfköpfige OK präsidiert. «Für viele war das Ganze nervlich eine grosse Herausforderung, zumal die meisten auch beruflich stark engagiert sind.» Punkto Zeitpläne, Bauten, Festwirtschaft, Schutzkonzept mussten die Murgenthaler bis zuletzt flexibel bleiben. Am Donnerstagabend verschickte das OK erneut ein Infoschreiben an die Vereinspräsidenten und gab bekannt, dass die SM statt am Freitagnachmittag erst am Samstagmorgen beginne. Aufgrund der Gewitter der letzten Tage sei der Wasserstand bzw. der Abfluss in Murgenthal deutlich angestiegen. Das Vorfahren mit den Funktionären am Mittwoch musste wegen dem heftigen Gewitter abgebrochen und die Pontoniere auf der Aare evakuiert werden. Der Wasserstand bewege sich aktuell bei einer kritischen Marke. Einzelne Passagen des Parcours wären am Freitag nur schwer fahrbar. Die Sektion Murgenthal wird als erste Sektion am Samstag die SM lancieren. Die vier weiteren Sektionen, die freitags im Einsatz gestanden wären, starten am Sonntag. 

37 Vereine kämpfen um die begehrten Kränze

Obwohl schwierige Wochen hinter den Organisatoren liegen, sagt der OK-Präsident kurz vor dem Anlass mit gut 700 Wettkämpfern aus 37 Vereinen: «Ich bin felsenfest überzeugt, dass es richtig und wichtig ist, die Einzelfahren auf der Aare durchzuführen.» Alle Pontoniere fieberten schon lange dem Moment entgegen, wenn sie sich wieder miteinander messen dürfen. «Diese Gelegenheit wollen wir ihnen bieten.» Aus Sportlicher Sicht erwartet Christian Brönnimann «die üblichen Verdächtigen» in den Kranzrängen, sprich Schwaderloch, Mumpf oder Sisseln und liebäugelt als Gastgeber selbst mit Auszeichnungen. Die meisten Vereine verkleinerten ihre Delegationen trotz Corona-Massnahmen nicht, Aarburg stellt eine der grössten Truppen.

Nach getaner Arbeit im SM-Einzelfahren, das auch als Kantonalbernisches Wettfahren gewertet wird, gibt es kaum ein vereinsübergreifendes Zusammensein, keine richtige Festwirtschaft. Dank der jüngsten Lockerungen der Corona-Massnahmen dürfen die Pontoniere aber länger als angedacht auf dem Gelände verweilen. Die Wettkämpfer können sich bis zur Schliessung des Festgeländes beim Festzelt mit Bierschwemme und Verpflegungsmöglichkeiten aufhalten. In der Vereinskasse wird sich die Durchführung der SM trotzdem kaum positiv auswirken. «Was wir während den drei Tagen machen, ist poetisch ausgedrückt brotlose Kunst auf dem Wasser», formuliert es Christian Brönnimann. Und ist dankbar für die grosszügigen Sponsoren, die hinter dem Verein stehen und für die Mitarbeit der Armee.

Nebst dem Festbetrieb entfällt auch der Publikumsaufmarsch. Die Organisatoren stellten zwar ein Gesuch beim Kanton, die SM als Pilotveranstaltung mit Zuschauern durchzuführen. «Wir standen in der engeren Auswahl, aber eine Bewilligung wird nur für eintägige Events erteilt und für uns wäre der personelle und finanzielle Aufwand mit Corona-Teststationen zu gross gewesen», erklärt Brönnimann.

Die letzten Anpassungen am Parcours sind gemacht

In den letzten Wochen gestalteten die Murgenthaler mit der Armee den Parcours leicht um, verlegten das Startgelände vor ihr Clubhaus, wo man die Vereine besser separieren kann. Die letzten Markierungen sind angebracht, die Schrauben an den Bauten angezogen. «Wir haben keinen Nullrundenparcours, sondern einen, auf dem man Fehler machen kann – es wird spannend», sagt Christian Brönnimann, der die Strecken auch oft gemeistert hat. Weil das Sektionsfahren, bei dem zu viele Leute gleichzeitig unterwegs wären, gestrichen wurde, wurden erste Bauten bereits rückgebaut – andere neu erstellt. Denn die Murgenthaler übernahmen auf Anfrage des Verbandes die Schweizer Meisterschaften der Jungpontoniere. Der vorgesehene Ausrichter Eglisau sprang wegen Planungsunsicherheit ab.

So freut er sich Christian Brönnimann nun mit seinen Vereinskammeraden auf die  Meisterschaften und vertraut darauf, dass alle Teilnehmenden die Weisungen, definierte Laufwege und Wartezonen berücksichtigen. «Wir sind überzeugt, dass alle es schätzen, dass die SM überhaupt stattfindet», sagt er, «und dass sie mit einer grossen Portion Rücksicht und Verständnis zu uns reisen.»

Wartezeiten für «Aareböötler»
Die Schweizer Meisterschaften in Murgenthal finden 500m ober- und unterhalb der Holzbrücke statt. Eine Flusswache sorgt für Sicherheit. Gummi- und Ruderboote können von Freitag bis Sonntag nur bei Wettkampfpausen unter der Holzbrücke durchfahren, freies Passieren ist unmöglich. Die Einzelfahren laufen am Freitag von 14.30 bis 17 Uhr, am Samstag von 8 bis 16 Uhr und am Sonntag von 8 bis 13.30 Uhr. Zeitpläne gibt es auf www.murgenthal2020.ch. Eröffnet wird die SM am Freitag um 14.30 Uhr vom PFV Murgenthal. Entlang der Aare gibt es (Privatgrundstücke) kaum Möglichkeiten, zuzusehen, nur die Holzbrücke könnte als Aussichtspunkt dienen. (gam)

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