Nicht vorstellbare Niederlage: Frankreich im Schockzustand – Mbappé entschuldigt sich

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Zerstört: Kylian Mbappé entschuldigte sich auf Twitter wortreich bei den französischen Fans. Keystone

Frankreich, Weltmeister und EM-Favorit. Die Schweizer: Seit 1992 in jedem Aufeinandertreffen besiegt und gedemütigt. So sah das Selbstverständnis der Fussballnation Frankreich vor dem Spiel in Bukarest aus. Am Morgen danach ist alles anders. Frankreichs Fussballexperten reiben sich die Augen. Durchwegs herrscht Anerkennung: Dass der Sieg der Schweizer Glückssache gewesen sei, schreibt niemand. Dass Frankreich den Sieg aus Nachlässigkeit vergeben habe, ist nirgends zu lesen.

Im Gegenteil: Die Schweizer Nationalmannschaft sei bereits in der ersten Stunde als «perfekt geölte Maschine» aufgetreten, schreibt etwa die Sportzeitung L'Équipe. Vor dieser sei die französische Mannschaft trotz «Augenblicken wiedergefundenen Gnade» zerbrochen.

Der Figaro lobt den Einsatz der Schweizer als «tapfer und mutig». In einem normalen Spiel wäre die Affäre nach Pogbas Treffer erledigt gewesen. Doch dies sei eben kein normales Spiel gewesen, sondern ein «Match ausserhalb der Zeit.»

«Aussergewöhnliches Spektakel»

Ähnlich sieht es die Libération. Was in Bukarest am Ende gespielt worden sei, habe man in einem internationalen Turnier zuletzt nur noch selten gesehen: «Völlig offener Fussball», bei dem nur noch gespielt worden sei und bei dem die Mannschaften auf dem Platz regelrecht miteinander verschmolzen seien: «Ein monumentaler Match, ein unbeschreibliches und ausserordentliches Spektakel.»

Auch Le Monde zeichnet das Bild der mutigen Schweizer. Die Nati habe sich nicht verleugnet, auch wenn dies am Anfang gewagt gewirkt habe. Immerhin seien die Bleus einst Meister darin gewesen, freche Gegner zu bestrafen, schreibt die Zeitung und erinnert an das EM-Spiel gegen Irland 2016. «Doch die Schweizer hatten andere Qualitäten als die tapferen Kelten», so das Fazit: «Während die Schweiz mit ihren Ideen spielte, improvisierte Frankreich.»

Mbappé gratuliert

In Frankreich beginnt nun der Trauerprozess. Eingeleitet hat ihn der gescheiterte Penalty-Schütze Kylian Mbappé noch am Abend nach dem Spiel auf Twitter:

«Ich wollte der Mannschaft helfen, aber ich bin gescheitert», schreibt er und gratuliert der Schweiz zum Sieg. Die Trauer sei nun gross, er habe Verständnis für die Enttäuschung der Fans. Diese äussert sich auf den sozialen Medien derweil in bisweilen gehässigen Kommentaren. Die Fernsehkette LCI bringt es trocken auf den Punkt: «Es war der Abend, an dem Mbappé vom Sockel gestürzt ist.»

 
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