Vor dem Viertelfinal: «Wenn Spanien gewinnt, tut es immerhin nicht so weh wie bei anderen Gegnern»

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José Vila, 48 Jahre, Menziken: «Mehrheit wird für Spanien sein»

José Vila

José Vila

Britta Gut

Obwohl er in der Schweiz aufgewachsen ist, verbringt José Vila, der seit über zehn Jahren Präsident des Centro Español in Menziken ist, seine Ferien oftmals in Spanien. Dementsprechend drückt er auch beiden Teams die Daumen. «Die Mehrheit bei uns wird aber für Spanien sein», so Vila. Weil das seit 1987 existierende Lokal unter der Woche geschlossen ist, gab es bisher noch kein grosses Fussballfest. Am Freitag aber wird dort ein «bunter Haufen» aus Schweizern und Spaniern Tapas & Co. geniessen können. Weil Xhaka fehlt, tippt Vila auf ein 2:0 für Spanien. «Sonst würde ich auf die Schweiz setzen.» (lga)

Maria Teresa Alonso, 53 Jahre, Brittnau: «Schweizer Sieg keine Tragödie»

Maria Teresa Alonso

Maria Teresa Alonso

zvg

Wo die gebürtige Galizierin Maria Teresa Alonso sich den Match ansehen wird, weiss sie noch nicht, aber sicherlich wird ihre jüngere Tochter dabei sein, denn «spanische Landsleute sind in der Umgebung von Zofingen sehr rar». Die 53-Jährige wünscht sich einen Sieg der Furia Roja, aber ein Schweizer Sieg wäre für sie auch keine Tragödie: «Es soll der Bessere gewinnen. Meine Befürchtung ist allerdings, dass am Ende ein Elfmeterschiessen die Entscheidung bringt, und da sehe ich die Schweiz im Vorteil.» Zum Spiel gibt’s übrigens keine Sangria, sondern ein Tannenzäpfle Pils aus dem Schwarzwald.

Ernst Rienhard, 69 Jahre, Frick: «Tippe auf Penaltyschiessen»

Ernst Rienhard

Ernst Rienhard

Simon Widmer

«Gegen Spanien wird es sehr schwer», sagt der Fricker Ernst Rienhard. Gerade die Absenz von Xhaka werde man vermutlich sehr stark merken. «Bis jetzt hat die Nati aber sensationell gespielt und wir können nur stolz auf sie sein – egal, was sie heute Abend spielt. Eine solche Leistung gab es seit meinen Kindertagen nicht mehr.» Wer die Nase schlussendlich vorne hat, kann er aber nicht sagen und tippt deshalb auf ein 2:2 und ein Penaltyschiessen. Schauen könne er den Match aber vermutlich nicht, da er nicht zu Hause sei. Er wird sich aber auf jeden Fall auf dem Laufenden halten. (swz)

Agustín Sánchez, 58 Jahre, Hermetschwil-Staffeln: «Eine schwierige Situation»

Agustín Sánchez: In Spanien geboren, in der Schweiz aufgewachsen.

Agustín Sánchez: In Spanien geboren, in der Schweiz aufgewachsen.

zvg

Elf Jahre alt war Agustín Sánchez, als er aus der spanischen Region Extremadura mit seiner Familie in die Schweiz kam. Sein Vater hatte damals wie so viele andere Migranten aus Spanien Arbeit gefunden in einer Fabrik in Muri. «Guschti», wie seine Freunde ihn heute nennen, führt heute nebst seiner Tätigkeit als Informatiker die Firma Iberpasion, die Delikatessen aus Extremadura vertreibt und dort auch Themenreisen veranstaltet. Er wuchs im Limmattal auf und zog vor 30 Jahren ins Freiamt, behielt das Spanische aber immer als einen wichtigen Teil von sich. Das Fussballspiel von heute Abend bezeichnet der heute 58-Jährige deshalb auch als «eine schwierige Situation» für ihn und seine Familie. «Nur emotional betrachtet schlägt unser Herz zwar klar für Spanien, aber wenn die Schweiz gewinnt, würden wir uns auch riesig freuen, denn wir fühlen uns als Teil davon», sagt er. Dennoch lautet sein Tipp, etwas provokativ, satte 5:1 für Spanien. Die Spanier, die an der EM bisher eher wenig überzeugten, müssten «jetzt ad Säck», sagt Guschti. Das Spiel der Schweizer gegen Frankreich habe ihm zwar stark beeindruckt, doch er fragt sich, ob die Schweiz konstant dieses Niveau halten könne. «Ich hoffe, dass sie nicht übermütig werden.» (dvi)

Francisco Baños, 41 Jahre, Moosleerau: «1:0 für die Schweiz»

Francisco Baños

Francisco Baños

Chris Iseli (23.12.2015)

Praktisch sein ganzes Leben hat Francisco Baños in Moosleerau verbracht. Für ihn ist deshalb klar, für wen er heute Abend die Daumen drückt: «Ich tippe auf 1:0 für die Schweiz», sagt er überzeugt. «Doch wenn Spanien gewinnt, tut es immerhin nicht so weh wie bei anderen Gegnern.» Francisco Baños (41) ist in der Schweiz geboren, sein Vater war als jugendlicher Gastarbeiter aus Santiago de Compostela nach Moosleerau gekommen und habe auf dem Bau gearbeitet. Kaum hätte er damals gedacht, dass sein Sohn dereinst Gemeindeammann werden würde. Seit 1. Januar dieses Jahres ist dies nun der Fall. Spanien kennt Francisco Baños nur aus den Ferien, seine Heimat bezeichnet der Doppelbürger klar als die Schweiz. Wenn mal weniger hektische Zeiten anstehen, überlegt er sich aber, mit seiner Ehefrau auf dem Jakobsweg zu wandern – quasi zurück zu den Wurzeln seiner DNA. (dvi)

Simon Kunz, 35 Jahre, Baden: «Shaqiri als Torschütze»

Simon Kunz

Simon Kunz

Zara Zatti

«Ich hätte nicht gedacht, dass ich für Fussball so starke Emotionen entwickeln kann», sagt der 25-Jährige Simon Kunz aus Baden. Eigentlich interessiere ihn der Sport nicht wahnsinnig, doch nach dem herausragenden Spiel der Schweizer Nati gegen Frankreich habe es ihn gepackt. Der Gebietsmanager hofft auf einen Sieg der Nati und tippt auf ein 2:1 für sie. Als Schützen sieht er Shaqiri: «Ich glaube, bei ihm ist das so ein Ego-Ding, er muss einfach noch ein Tor schiessen.» Doch auch wenn die Schweizer im Viertelfinal scheitern sollten: «Mit ihrer Leistung gegen Frankreich haben sie schon alles wettgemacht, was vorher schiefging.» (zaz)

Manuela Santesso, 19 Jahre, Bellikon: «Hatte Schweiz schon abgeschrieben»

Manuela Santesso

Manuela Santesso

Zara Zatti

Die 19-jährige Manuela Santesso aus Bellikon hofft, dass die Schweiz in den Halbfinal einziehen kann. Doch ob das auch passiert, dessen ist sie sich nicht sicher: «Ich hatte die Mannschaft schon abgeschrieben und dann kam der unglaubliche Sieg gegen Frankreich», sagt die Maturandin, die selbst Fussball spielt. Jetzt sei ihre Hoffnung zwar geweckt, aber: «Spanien ist eine starke Mannschaft. Die Schweizer müssen jetzt die gleiche Leistung bringen wie am Montag.» Sie tippt auf ein 2:1 für Spanien. Wer das Goal für die Schweiz macht? «Gavranovic!» (zaz)

Fernando Mato, 64 Jahre, Rheinfelden: «Ich kann eigentlich nicht verlieren»

Fernando Mato.

Fernando Mato.

Nadine Böni

Sein Herz schlage für die Furia Roja, sagt «Rössli»-Wirt Fernando Mato. Aber: «Ich bin seit über 40 Jahren in der Schweiz. Die Schweizer Nati hat deshalb ebenso einen Platz in meinem Herzen.» Schon gegen Frankreich drückte der 64-Jährige den Schweizern die Daumen. «Das war wirklich ein unglaubliches Spiel. Ich würde es der Nati gönnen, wenn sie auch gegen Spanien gewinnt», sagt Mato und fügt mit einem Lachen an: «Ich kann also eigentlich nicht verlieren.» Mato tippt auf eine Entscheidung erst nach Penaltyschiessen – auf einen Sieger möchte er sich nicht festlegen.

Leandro Briceño, 16 Jahre, Unterendingen: «Könnten überheblich werden»

Leandro Briceño

Leandro Briceño

Zara Zatti

2:0 für die Spanier lautet der Tipp von Leandro Briceño: Auch weil Xhaka nicht mitspiele. Der Lernende fant für die Furia Roja. Die Schweizer hätten zwar gut gespielt gegen die Franzosen, aber: «Es war sicher auch eine Portion Glück dabei, und ich kann mir vorstellen, dass sie jetzt überheblich werden.» Ausserdem wüssten die Spanier jetzt, was sie erwarte, der Überraschungseffekt sei vorbei. Das Spiel werde er irgendwo in Baden an einem Public Viewing schauen. Falls die Schweiz doch gewinnen sollte, sei das schon verrückt: «Das gäbe eine riesige Party.» (zaz)

Jorge Segade, 33 Jahre, Wohlen: «Ein bisschen mehr für Spanien»

Jorge Segade

Jorge Segade

zvg

«Es ist schwierig zu sagen, wer gewinnen wird», meint Jorge Segade aus Wohlen nachdenklich. Als Trainer der C2-Junioren des FC Wohlen kennt er sich im Fussball bestens aus. Er ist sich sicher: «Man kann alles erreichen, wenn man dafür arbeitet.» In der Brust des Sohns Spanischer Einwanderer schlagen beim Spiel heute Abend zwei Herzen. Wirklich verlieren kann er dabei nicht, fiebert er doch mit beiden Mannschaften mit. Dennoch sagt er schmunzelnd: «Natürlich schlägt mein Herz ein bisschen mehr für Spanien.» Er fügt aber an: «Wenn die Schweizer so kämpfen wie gegen die Franzosen, sollen sie verdient weiterkommen.» (pbr)

Martin Hunziker, 53 Jahre, Reinach: «Wenn die Einstellung stimmt»

Martin Hunziker

Martin Hunziker

Maja Reznicek

Bei seiner spontanen Aktion als Verkaufsleiter der Alpenfahnen AG auf dem Neumarktplatz in Brugg kann Martin Hunziker sowohl Schweizer- wie Spanien-Fans bedienen. Am Freitag wird der 53-Jährige den Match zu Hause in Reinach im kleinen Familienkreis schauen. Er ist guter Hoffnung, dass die Schweiz gewinnen wird und in den Halbfinal einziehen kann. «Ich tippe auf 2:1 für die Schweiz.» Früher spielte Hunziker selber Fussball. Er weiss deshalb: «Jedes Spiel muss gespielt werden. Wenn die Einstellung stimmt, ist alles möglich.» Vom Sieg gegen Frankreich nähmen die Schweizer nun etwas Wind mit, um noch einmal einen Schritt weiterzukommen, so Martin Hunziker. (cm)

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