Pfaffnauer und St. Urbaner nutzen den modernsten Schiessstand der Schweiz

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Der Pfaffnauer Gemeinderat Herbert Wüest (links) mit Peter Kurth, der die Sanierung vonseiten der Stadtschützen Langenthal geleitet hat. Bilder: Marc Benedetti
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Die Schiessbüros der fünf Vereine im Schützenhaus.

Die Zusammenarbeit zwischen Gemeinden wird immer wichtiger. Dies gilt auch für das Schiesswesen. Viele Gemeinden haben keinen eigenen Schiessstand mehr. Die Pfaffnauer und St. Urbaner Schützen und Schützinnen nutzen seit Jahren sogar einen ausserkantonalen Stand in Langenthal. Der Schiessstand Weier liegt an der St. Urbanstrasse.

Er ist in letzter Zeit für 1,61 Millionen Franken durch die Stadt Langenthal umfassend saniert worden. Die Gemeinde Pfaffnau hat einen Beitrag von 280 ​000 Franken an die Kosten geleistet. Denn fünf Vereine aus zwei Kantonen nutzen den Stand gemeinsam: Neben den Stadtschützen Langenthal sind es der Wehrverein Pfaffnau, die Schützengesellschaft St. Urban, die Infanterieschützen Roggwil sowie die Arbeiterschützen Lotz­wil. «Die Sanierung ist ein Gemeinschaftswerk, das mir als neuer Gemeinderat positiv aufgefallen ist», sagt der parteilose Pfaffnauer Gemeinderat Herbert Wüest. Wüest ist als Vorsteher Umwelt Sicherheit auch fürs Schiesswesen zuständig.

Ab November 2020 neun Mulden Material entsorgt

Ein Augenschein mit Peter Kurth, dem Vizepräsidenten der Stadtschützen Langenthal. Er leitete das Sanierungsprojekt von Seiten der Stadtschützen. «Ich habe sehr gerne mit den Luzernern zusammengearbeitet», erinnert sich Kurth, «wir durften das Projekt 2020 im Gemeinderat von Pfaffnau vorstellen und wurden mit einer positiven Stimmung empfangen. Das habe ich sehr geschätzt.»

Laut Kurth haben die fünf Schiessvereine mit der Sanierung jetzt den modernsten Schiessstand der Schweiz erhalten. Doch zuerst galt es, rund neun Mulden Abfall und Relikte zu entsorgen, im November 2020 begannen die Aufräumarbeiten mit anschliessendem Baubeginn. «Am 25. März haben wir die neue Anlage mit dem Schiessoffizier eingeschossen und am 1. April begann der reguläre Schiessbetrieb wieder.» Fürs Eidgenössische Schützenfest ESF Luzern werden die Schützen bereits von den neuen Annehmlichkeiten profitieren. Es startete am 11. Juni und dauert bis 11. Juli. Ab kommendem Wochenende und an den folgenden Wochenenden wird das Eidgenössische auf dem Heimstand geschossen.

Vieles vollelektronisch im Schiessstand Weier

Wurde früher beim Schiessen mit der Kelle gewunken, geschieht das heute im Schiessstand Weier vollelektronisch. Für die elektronische Treffer- und Resultatanzeige auf den Bildschirmen, die ebenfalls in der Schützenstube angebracht sind, wählten die Langenthaler das hochmoderne System SIUS. Auf dieser Anlage kann man auch historische Schiessen simulieren, welche bei den Luzernern beliebt sind. Beispielsweise das Morgartenschiessen oder das Heiligkreuzschiessen. Früher schoss man diese Schiessen wie einst auf kürzere Distanzen, heute schiesst man auf 300 Meter und die Daten werden umgerechnet.

Das Thema Lärmreduktion war zentral bei der Sanierung. Die alten Rolltore hat man deshalb durch Lärmschutztore ersetzt. Im Pistolenstand sind Deckenlamellen zur Schalldämmung montiert worden. Böden und Läger wurden mit einem neuen Gummi-Granulatbelag versehen, der ebenso schalldämmend wirkt. Im Inneren des Schützenhauses versteht man nun sein eigenes Wort. «Es ist sehr angenehm», sagt Projektleiter Peter Kurth. «Die Schallverbesserung beträgt zirka 30 bis 40 Prozent.» Der Schiessstand Weier hat auch bereits einen der modernsten Kugelfänge der Schweiz, obwohl dies gesetzlich erst ab 2024 vorgeschrieben ist. Ein Wildschutzhag beim Kugelfang ergänzt die Anlage.

Sanitäranlagen sind behindertengerecht

Im Schützenhaus Weier wurden ebenso alle elektrischen und sanitären Anlagen erneuert. Die WCs sind nun behindertengerecht gestaltet. Doch auch Nachhaltigkeit war ein Thema: Die Industriellen Betriebe Langenthal haben eine Photovoltaikanlage auf dem Dach installiert und die Heizwärme für die sanierte Schiessanlage wird mit einer Wärmepumpe gewonnen.

Der nächste grosse Anlass mit überregionaler Bedeutung, wo die Bevölkerung die neue Schiessanlage entdecken kann, ist das Eidgenössische Veteranenschiessen. Es findet 2024 im «Weier» in Langenthal statt und ist der erste grosse Schiessanlass seit 1991.

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Die Luzerner lieben historische Schiessen.
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